Eine Auszubildende der Heilerziehungspflege

Was ist Heilerziehungspflege?“

Heilerziehungspflegerinnen* sind sozialpädagogisch, heilpädagogisch und pflegerisch ausgebildete Fachkräfte, die in stationären und teilstationären Einrichtungen, in ambulanten Diensten und als selbstständige Unternehmerinnen bei Menschen mit Behinderungen tätig sind.

Das zeitgemäße Aufgabenverständnis der Heilerziehungspflege umfasst die Erziehung, Begleitung, Assistenz, Beratung, Unterstützung, Bildung und Pflege von Menschen mit Behinderungen aller Altersstufen in ihrem Lebensumfeld. Eine ganzheitliche und zugleich individualisierende Sichtweise prägt das professionelle Handeln der Heilerziehungspflegerin.

Ziel der gesamten Tätigkeit von Heilerziehungspflegerinnen ist die Erhaltung bzw. die Entwicklung einer möglichst selbstbestimmten Lebensweise der zu unterstützenden Menschen, verbunden mit einem Höchstmaß an Lebensqualität.

Im Mittelpunkt steht der Mensch mit Behinderung mit der unverwechselbaren Ausprägung seiner Persönlichkeit. Heilerziehungspflegerinnen sind dialogische Partnerinnen. Sie unterstützen Beziehungen der Menschen mit Behinderungen und gestalten ihr Handeln auf einfühlsame und wertschätzende Weise.

Die besondere Qualifikation von Heilerziehungspflegerinnen besteht in der Fähigkeit zur Synthese von tradierten Kompetenzen und deren Kontinuität (heilen – erziehen – pflegen), sowie der Fähigkeit, neu hinzugekommene zu integrieren (assistieren – beraten – begleiten) und den Wandel professionell mitzugestalten.

Heilerziehungspflegerinnen sind die einzigen Fachkräfte in der Behindertenhilfe, die über fundierte pädagogische, pflegerische und gemeinwesenorientierte Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen und diese miteinander vernetzen.

Aus: BAG-HEP (2013): Kompetenzprofil Heilerziehungspflegerin / Heilerziehungspfleger

Was ist unser Verständnis des Berufsbildes an der Fachschule iHEP im DIAKOVERE Fachschulzentrum?

Eine zeitgemäße Ausbildung in der Heilerziehungspflege muss nicht nur Veränderungen des Berufsbildes, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen aufgreifen und ein Stück weit voran treiben.

Leitbegriffe unserer Ausbildung sind neben Inklusion Selbstbestimmung, Assistenz und Teilhabe.

Wir bilden in Theorie und Praxis nach dem „Mensch-Umwelt-Teilhabe“-Modell aus, das auf dem bio-psycho-sozialen Modell der Weltgesundheitsorganisation aufbaut und dessen ganzheitliches Verständnis von Behinderung auf die Arbeit als Heilerziehungspfleger/in überträgt. Behinderung wird dort nicht als Eigenschaft eines Menschen verstanden, sondern als Einschränkung der Teilhabe, die aus Wechselwirkungen von Mensch und Umwelt (v.a. räumlichen und einstellungsbezogenen Barrieren) entsteht.

Die übergeordnete Zielsetzung für Heilerziehungspfleger/innen ist somit Teilhabe zu ermöglichen durch Veränderung von Umweltbedingungen, Förderung von Fähigkeiten eines Klienten oder unmittelbare Assistenz im Lebensbereich einer Person.

 
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