Projekt PATENT: Wir schaffen Jobperspektiven für junge Geflüchtete

Veröffentlicht am: 11.01.2018 - 14:11 Uhr

Anna Nemati und Sipan Araab freuen sich auf weitere Paten für PATENT

„Wie schreibe ich eine Bewerbung? Was ist eine Duale Ausbildung? Wie erreiche ich einen Schulabschluss oder besuche eine Berufsfachschule?“ Für Menschen mit einer Fluchtgeschichte bietet der deutsche Arbeitsmarkt mannigfaltige Möglichkeiten, sich eine neue Existenz aufzubauen – sobald man die Mechanismen verstanden hat. Der Such- und Entscheidungsprozess allerdings bedeutet für Geflüchtete eine große Herausforderung. Dies umso mehr, wenn sie minderjährig sind und sich zusätzlich in der Findungsphase befinden.

Um Flüchtlingen diesen Einstieg zu erleichtern, hat DIAKOVERE das Projekt PATENT ins Leben gerufen. "Der Schwerpunkt der Arbeit liegt darin, mit der Unterstützung von ehrenamtlichen Paten berufliche Perspektiven zu entwickeln und umzusetzen", sagt Anna Nemati, sozialpädagogische Projektkoordinatorin beim Beruflichen Bildungs- und Eingliederungszentrum (BEZ).

Das Angebot richtet sich an Asylbewerber und Flüchtlinge zwischen 16 und 27 Jahren. Nemati sagt: „Wir wollen die jahrelange fachliche Erfahrung unserer Paten nutzen, um das Selbstwertgefühl zu fördern, Kompetenzen herauszuarbeiten und Sprache und Werte zu vermitteln." Sipan Araab (21) ist vor zwei Jahren aus Syrien nach Deutschland geflüchtet und in Hannover gelandet. Anna Nemati und das Projekt PATENT hat er in seinem Wohnheim kennengelernt. Gemeinsam mit einem Paten haben Araab und Nemati einen Plan erarbeitet. Sipan Araab, der schon gut Deutsch spricht, holt jetzt zunächst seinen Hauptschul- und Realschulabschluss nach, um damit schon bald in eine berufliche Ausbildung starten zu können. In welche berufliche Richtung es danach gehen soll, weiß er noch nicht. „Die Berufsorientierung ist dann der nächste Schritt für diese Patenschaft“, sagt Anna Nemati.

Das Projekt ist zum 1. Januar gestartet und wird über einen Zeitraum von drei Jahren von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert. Rund 70 Geflüchtete sollen in dieser Zeit über das Projekt an Bildung und Beruf herangeführt werden. Aus einem Pool von Geflüchteten und Paten sollen die passenden Tandems zueinander finden, die im Anschluss von Anna Nemati in allen Schritten begleitet werden können. Peter Elson, Leiter des DIAKOVERE Annastift Berufsbildungswerks, zu dem das BEZ gehört, sagt: "Wir treten mit PATENT an, um einen Beitrag für das Gelingen der beruflichen Integration von Geflüchteten zu leisten. Deswegen freuen wir uns, wenn Menschen uns in diesem Vorhaben durch ihre ehrenamtliche Mitarbeit als Pate oder Patin unterstützen."

Interessierte, die sich in diesem Projekt ehrenamtlich engagieren möchten, erhalten weitere Informationen bei Projektleiterin Anna Nemati, 0511 260 9387 – 205, E-Mail: anna.nemati@diakovere.de

 
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