Pädagogisches Konzept der Mira Lobe Oberschule

Inklusive Oberschul-Klassen in der Sekundarstufe I als Oberschulzweig der Mira Lobe Förderschule


Einleitung

Die Mira Lobe Schule (ehemals Werner-Dicke-Schule) ist die einzige Förderschule mit dem Schwerpunkt Körperliche und Motorische Entwicklung in der Stadt und Region Hannover. Schulträger der Mira Lobe Schule ist DIAKOVERE Annastift Leben und Lernen gGmbH.

In der Mira Lobe Schule wird zurzeit nach den Kerncurricula der Grundschule, der Haupt-schule, der Realschule, dem Kerncurriculum der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung sowie den curricularen Vorgaben der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen unterrichtet; alle entsprechenden Schulabschlüsse sind möglich.

Zum Schuljahr 2012/2013 wurde an der Schule ein inklusiver einzügiger Grundschulzweig eingeführt. Seit dem Schuljahr 2016/2017 öffnet sich die Mira Lobe Schule auch Schülerinnen und Schülern der 5. Klasse ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf. Zukünftig soll ein inklusiver Oberschulzweig entstehen, in dem Schülerinnen und Schüler mit und ohne Unterstützungsbedarf gemeinsam lernen. Damit wird die Mira Lobe Schule zu einer Schule für Alle.

Das Leitprinzip der Inklusion im Bildungsbereich besagt u.a., dass Schulen alle Kinder - unabhängig von ihren physischen, intellektuellen, sozialen, emotionalen, sprachlichen oder anderen Fähigkeiten - aufnehmen sollen. Inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung schafft Strukturen und Rahmenbedingungen, in denen jedes Kind individuell lernen kann. Gerade die Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler führt zu kreativen und effektiven Lernprozessen, kooperative Beziehungen können sich entwickeln und führen zu einer Verbesserung des Lern- und Lehrumfeldes.

Die in den letzten Jahren gewonnen Erkenntnisse der Entwicklungsneurobiologie, aus Schulstudien sowie die praktischen Erfahrungen in anderen Ländern, in denen Integration und Inklusion schon lange praktiziert und gelebt werden, zeigen, dass das allgemeine Leistungsniveau der Schulen steigt und die Schülerinnen und Schüler in einer heterogen zusammengesetzten Lerngruppe bessere Lernfortschritte erzielen.

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Leitbild der Mira Lobe Schule

Die DIAKOVERE Annastift Leben und Lernen gGmbH ist geprägt vom Gedanken der Diakonie und weiß sich in ihrer täglichen Arbeit allen Menschen mit Behinderung verpflichtet.

Grundlage der Arbeit in der Mira Lobe Schule ist das christliche Menschenbild: Jedem Menschen ist seine Würde gegeben, die - unabhängig von seinen Fähigkeiten, seinen Leistungen, seiner Herkunft, seines Glaubens und seiner körperlichen Beeinträchtigungen - unantastbar ist. Die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden sind Werte, deren Vermittlung auf vielfältige Weise in das Schulleben sowie in den Unterricht integriert ist.

Auf dieser Basis soll nun auch im Sekundarbereich I aufsteigend ein inklusiver Oberschulzweig entstehen, der die Bildungs- und Erziehungsbedürfnisse von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf berücksichtigt.

Die Mira Lobe Schule ist offen für Kinder und Jugendliche aus anderen religiösen und auch nicht religiösen Kontexten. Als Teil einer staatlich anerkannten Ersatzschule in diakonischer Trägerschaft gehört sie zum öffentlichen Schulwesen und bringt eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung zum Ausdruck. Wie in der UN-Behindertenrechtskonvention gefordert, erfahren Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Menschen hierbei eine besondere Wertschätzung.

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Äußere Rahmenbedingungen

Der Oberschulzweig der Mira Lobe Schule richtet sich als weiterführendes Schulangebot an alle Kinder aus der Stadt und ggf. Region Hannover. Die Lerngruppen des Oberschulzweiges der Mira Lobe Schule sind entsprechend des inklusiven Grundgedanken heterogen zusammengesetzt: Geplant ist jeweils 6 Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen mit 12 Schülerinnen und Schülern ohne Unterstützungsbedarf zum gemeinsamen Lernen einzuladen. Für die Schülerinnen und Schüler des Mira Lobe Oberschulzweiges ist somit sowohl die Größe ihrer Lerngruppe überschaubar als auch die Systemgröße der Mira Lobe Schule insgesamt (zzt. 170 Schülerinnen und Schüler).

Der Unterricht am geplanten Oberschulzweig der Mira Lobe Schule soll jahrgangsbezogen verbunden mit Fachleistungsdifferenzierungen stattfinden, wobei binnendifferenzierende Maßnahmen aufgrund der gezielt heterogen zusammengesetzten Lerngruppe stets mitge-plant werden. Es ist geplant das Fach Deutsch auch im 7. Schuljahrgang noch jahrgangs-bezogen zu unterrichten, die Fächer Mathematik und Englisch werden ab dem Jahrgang 7 fachleistungsdifferenziert auf der grundlegenden und erhöhten Anforderungsebene angeboten. Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf, der einen zieldifferenten Unterricht erfordert, werden nach den Vorgaben der entsprechenden Förderschule unterrichtet. Im berufsorientierenden und berufsbildenden Profil kann auf bewährte Strukturen und Kooperationen zugegriffen sowie ein Kompetenztransfer mit dem Berufsbildungswerk der Annastift Leben und Lernen gGmbH genutzt werden.

Der Schulträger DIAKOVERE Annastift Leben und Lernen gGmbH schafft die Grundlage für eine angemessene sächliche, räumliche und personelle Ausstattung.Entsprechend des aufsteigenden Aufbaus des Oberschulzweiges werden Klassenräume innerhalb des Förderschulgebäudes so umgebaut, dass sie den Anforderungen einer Lerngruppe von 18 bis 20 Schülerinnen und Schülern genügen. Zudem steht ein benach-barter Gruppenraum zur Verfügung. Jeder Klassenraum hat Zugang zu einem Innenhof, der den Schülerinnen und Schülern Bewegungs- und Erfahrungsraum anbietet. Fachräume stehen bereits in ausreichender Anzahl und Größe zur Verfügung.

Das Schulgebäude und das Außengelände bieten hervorragende Voraussetzungen für Bewegungsangebote: Ob in den beiden Sporträumen, an der Tischtennis- oder Polybat-Platte, auf dem Trampolin oder auf dem großen spielplatzähnlichen Schulhof mit Schau-keln, Wasserspielgeräten, Karussell oder dem Sportplatz direkt an der Schule, auf dem man Basketball, Fußball und anderes spielen kann. Auf dem Gelände befinden sich dar-über hinaus in unmittelbarer Nachbarschaft zwei weitere Turnhallen, ein Schwimmbad so-wie ein großer Rasenplatz.

Die Klassenleitung erfolgt in einem Team aus einer Förderschullehrkraft und einer Lehr-kraft mit der Lehrbefähigung Grund-, Haupt- und Realschule, Grund- und Hauptschule o-der Realschule. Unterstützt wird das Lehrerteam von einer pädagogischen Mitarbeite-rin/Mitarbeiter und einer Assistenzkraft (Bundesfreiwilligendienst), so dass i.d.R. eine Lehrkraft und ein weiterer Erwachsener die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler anleiten, begleiten und ggf. unterstützen.

In der Mira Lobe Schule arbeiten multiprofessionelle Teams bewährt zusammen: Neben den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unterrichtsbegleitender Funktion arbeiten an der Schule Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Sprachtherapeuten und eine schuleigene Psychologin. Ergänzt wird dieses Angebot durch regelmäßige Sprechstunden des Teams Sozialmedizin und Behindertenberatung der Region Hannover. Diese Perso-nalstruktur ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf das Kind und trägt somit dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler ausgehend von ihren individuellen Voraussetzungen Lernprozesse erfolgreich gestalten können. Der Einsatz einer Sozialpädagogin/eines So-zialpädagogen zur Begleitung der berufsorientierenden bzw. berufsbildenden Maßnahmen ist geplant.

Die Mira Lobe Schule bietet ihren Schülerinnen und Schülern die Strukturen eines gebundenen Ganztages. Der Unterrichtstag untergliedert sich in drei Unterrichtsblöcke, die von einer halbstündigen Pause am Vormittag sowie einer 75 Minuten langen Mittagspause unterbrochen werden. Lediglich zu den Pausenzeiten ertönt der Schulgong, die zeitliche Struktur der Unterrichtsblöcke wird durch die Klassen und ihre jeweiligen Bedürfnisse bestimmt. In der ausgiebigen Mittagspause essen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam zu Mittag, wobei die Schülerinnen und Schüler wählen können, ob sie das Mittagsessensangebot der Schule wahrnehmen oder aber ihr mitgebrachtes Essen verzehren. Nach dem gemeinschaftlich eingenommenen Mittagessen stehen den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Mittagspausenangebote wie z.B. Bewegungsangebote oder auch die Nutzung des Computerraumes zur Verfügung.

Im Nachmittagsbereich findet teilweise Unterricht statt. Ergänzt wird das Nachmittagsangebot durch Förder- und Freizeitangebote (Arbeitsgemeinschaften).

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Organisation der Lehr- und Lernprozesse

Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule sind in ihrer Vielfalt sehr unterschiedlich, bringen verschiedene Lernvoraussetzungen mit und streben nicht immer die gleichen Lernziele oder Schulabschlüsse an

Es ist uns wichtig, jeder Schülerin und jedem Schüler eine motivierende Lernumgebung anzubieten, so dass sie in größtmöglicher Selbständigkeit alltagsbezogen, kompetenzorientiert und praxisnah lernen können.

In Lernbüros arbeiten die Kinder und Jugendlichen jahrgangsbezogen, aber binnendifferenziert, in den Fächern Mathematik und Deutsch (vgl. auch Anmerkungen zur Fachleistungsdifferenzierung im Punkt Äußere Rahmenbedingungen). Hier haben sie die Möglichkeit, Basiskompetenzen zu erwerben und übend zu vertiefen. Sie trainieren eigenständiges Arbeiten sowie die Koordination verschiedener Arbeitsschwerpunkte, indem sie sich täglich für eine Aufgabe entscheiden und diese durchführen. Während im Lernbüro gearbeitet wird, gilt das Prinzip der offenen Türen.

Besonders der Fremdsprachenunterricht benötigt individualisierte und abgestufte Unter-richtsmaßnahmen. In dieser Zeit erhalten die Schülerinnen und Schüler mit dem Unter-stützungsbedarf Geistige Entwicklung eine individuelle Förderung im Bereich der Basis-kompetenzen.

Es ist geplant das Fach Spanisch als Wahlpflichtfremdsprache ab Klasse 6 einzuführen.

Ein wichtiges Element des Klassenunterrichts ist der projektorientierte Unterricht. Er glie-dert das Schuljahr in verschiedene Abschnitte und greift elementare Inhalte des jeweiligen schuleigenen Arbeitsplans auf. Über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen widmen sich alle Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe einem festgelegten Oberthema. Am Ende einer Unterrichtseinheit erfolgt eine Präsentation der Arbeitsergebnisse.

Im projektorientierten Unterricht setzt sich die Lerngruppe längerfristig und fächerübergreifend mit einem Thema oder einer Problemstellung auseinander. Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler fließen idealerweise mit ein. Die Arbeit an einem Projekt planen sie möglichst selbständig. „Echte Fragen“ können handelnd und forschend beantwortet und ausgewertet werden. Während der Unterrichtseinheit kann eine Themenfahrt oder Themenreise stattfinden, um bestimmte Lerninhalte transparenter und begreifbarer zu machen. Diese Pädagogik des Ortes fördert das Lernen in Zusammenhängen. So kann das Wissen vertieft werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, außerschulische Experten einzuladen oder zu besuchen.

Der projektorientierte Unterricht bietet viel Raum zum Methodentraining, zur Heranführung an das selbständige Lernen sowie zum Ausbau von Sozialkompetenz. Darüber hinaus werden die Lerninhalte der unterschiedlichen Fächer miteinander verknüpft. Durch Unter-richt, der aus den Bedürfnissen und Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler entsteht, erkennen diese ihre Tätigkeit als sinnvoll und notwendig. Lebensraum wird zum Lernraum. Eine „Kultur der Beteiligung“ wird gelebt.

Das Lernen in Zusammenhängen steht im Mittelpunkt des Schulalltags. Alle Schülerinnen und Schüler sowie alle Lehrkräfte und Therapeuten können sich mit ihren Stärken und In-teressen in die verschiedenen Thematiken und Lernprozesse einbringen. Dabei werden Kinder und Jugendliche genauso wie Erwachsene zum Experten und Ansprechpartner für einen Themenbereich oder bestimmte Aufgaben. Die Schule versteht sich als lernende In-stitution, die aktuelle und alltagsrelevante Bedürfnisse in den Vordergrund stellt, ohne wichtige Grundlagen der Methodik und Didaktik auszuklammern.

Ein ritualisierter Tagesablauf sowie ein gemeinsamer Wochenabschluss tragen zur Struk-turierung bei und bieten den Schülerinnen und Schülern Orientierung.

Die gemeinsamen Pausenzeiten aller Schülerinnen und Schüler der Mira Lobe Schule un-terstützen, dass trotz unterschiedlicher Gruppenzugehörigkeit schulzweigübergreifende Kontakte entstehen können.

Im Zuge der Profilbildung wird eine Schwerpunktsetzung im Bereich Gesundheit und Soziales angestrebt. Im Bereich Fremdsprache soll das Fach Spanisch eingeführt werden. Zum berufspraktischen Schwerpunkt vgl. Punkt 8 weiter unten.

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Kontinuierliche Förderplanung – Leistungen wahrnehmen, würdigen und fördern

Der Verzicht auf Zensurenzeugnisse während der Schulzeit zugunsten von Lernentwicklungsberichten und Gesprächen ist eine wesentliche Voraussetzung für unsere Arbeit. Wichtig ist für uns ein Dialog zwischen den Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, um individuelle erfolgreiche Lernwege aufzuzeigen. Erst im Schuljahrgang 9 erhalten die Schülerinnen und Schüler neben dem Lernentwicklungsbericht ein Notenzeugnis sowie eine Eignungsfeststellung für die Wahl des weiterführenden Schulangebots. Verlässt ein Kind wegen Umzugs oder Schulwechsels die Schule, wird ebenfalls ein Notenzeugnis erstellt (Sicherstellung der Durchlässigkeit).

Der Leistungsbegriff der Mira Lobe Schule umfasst einerseits konkrete Lernleistungen im Bereich des Wissenserwerbs und andererseits eine parallele Schwerpunktsetzung im so-zialen Lernen sowie der Förderung der kommunikativen Kompetenz der Schülerinnen und Schüler. Sich gegenseitig zu helfen, Rücksicht zu nehmen, anderen etwas zu erklären, sich mitzuteilen und zuhören zu können sind wichtige, den Schülerinnen und Schülern täglich abverlangte Kompetenzen.

In einer heterogenen Lerngruppe ist es notwendig, die Leistungen an den formal für das einzelne Kind geltenden Kerncurricula und gleichzeitig an der konkreten Lernentwicklung dieses Kindes zu beschreiben. Wir vertreten daher einen individualisierten, dynamischen Leistungsbegriff. Das Erreichen der individuellen Lernziele eines Kindes wird mittels unter-schiedlicher Lernstandserhebungen, Orientierungs- und Vergleichsarbeiten überprüft.

Für alle Schülerinnen und Schüler werden individuelle Lernentwicklungspläne erstellt und kontinuierlich fortgeschrieben. Diese enthalten Ziele und Aussagen zu verschiedenen Kompetenzbereichen und Anforderungsniveaus. Dies geschieht dreimal jährlich in Förderplangesprächen des Teams. Sie werden mit den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern an zweimal jährlich stattfindenden Sprechtagen besprochen und regelmäßig evaluiert. Eine umfassende und professionelle Lernstandsdiagnostik sowie die Transparenz zwischen Schule und Elternhaus sind die Grundlage für eine gelingende individuelle Förderung.

Durch die Sprechtage, Berichtszeugnisse und ein Lerntagebuch, in dem die Schülerinnen und Schüler täglich ihren Lernfortschritt dokumentieren, werden die aktuellen Lernstände transparent gemacht.

Jedes Kind braucht in der Begleitung seiner Lern- und Leistungsentwicklung individuelle Anerkennung und Wertschätzung. Rückmeldungen der Lehrkräfte an Kinder und Eltern beziehen sich daher immer auf die Leistungsentwicklung des einzelnen Kindes und nicht auf den Vergleich innerhalb der Gruppe.Regelmäßige Lernstandserhebungen sind damit kein Selektionsinstrument, sondern wer-den als Ausgangspunkt einer Beratung verstanden und ermöglichen eine am Lernstand orientierte Weiterarbeit.

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Therapeutische Angebote und Beratungsangebote

In der Mira Lobe Schule arbeiten Therapeutinnen und Therapeuten aus den Fachgebieten Ergotherapie, Physiotherapie und Sprachtherapie. Sie bieten Beratung für Schülerinnen, Schüler, Eltern und Pädagogen an. Diese kann sich auf die Gestaltung des schulischen oder häuslichen Alltags beziehen oder auch auf den Kontakt zu ärztlichen Diensten, Hilfsmittelversorgungen und Beratungen bei Sprachstörungen. Die Therapeutinnen und Therapeuten unterstützen im Unterricht, bei der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung, beim Einsatz individueller Hilfen und bieten ggf. unterrichtsbegleitende Therapien an.

Die Förderung von Bewegung, Selbständigkeit sowie der kommunikativen Kompetenzen sind wichtige Bausteine im Bildungskonzept der Mira Lobe Schule und erweitern die Handlungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler. Voraussetzung für jegliches Lernen ist die Wahrnehmung des eigenen Körpers mit seinen vielfältigen und differenzierten Bewegungsqualitäten. Diese integrieren und verankern neue Informationen und Erfahrungen im neuralen Netzwerk des Menschen. Die Motorik fördert das kognitive Lernen und steigert die Konzentrations- und Merkfähigkeit (vgl. auch Sport und Bewegung im Schulalltag). Durch vielfältige positive Bewegungserfahrungen kann der Schulalltag leichter bewältigt werden. Die Bewegungsqualität wird durch dynamische Sitzmöbel und aktive Bewegungspausen individuell verbessert.

Das aktive Handeln fördert den Weg in die Selbständigkeit und wird auf vielfältige Weise in den Schulalltag integriert:

  • gesundheitsfördernde Bewegungsgruppen (z.B. Aqua-Fitness, Rückenschule)
  • Angebote zur Eigen- und Fremdwahrnehmung (Psychomotorik, Jungen- und Mädchengruppen)
  • Training der Selbststeuerung und Konfliktbewältigung
  • Stärkung der Persönlichkeit (Aufmerksamkeit-Konzentration-Okay-Gruppen, Psychomotorik)
  • Förderung von Sprache und Kommunikation (z.B. durch Gruppen bei Lese-Rechtschreibschwäche, bei Dysgrammatismus oder in Unterstützer Kommunikation)
  • Projekte und Arbeitsgemeinschaften (z.B. „Fit im Alltag“, Werkstatt-Arbeiten, Reparatur- und Holzarbeiten)
  • Einzelförderung (z.B. Strukturierung von Arbeitsabläufen oder medizinisch indizierte Einzeltherapien)

Die Schulpsychologin der Mira Lobe Schule unterstützt Schülerinnen und Schüler vor allem in aktuellen Problemlagen und durch Krisenintervention. Sie berät Eltern bei Erziehungsfragen und im Hinblick auf therapeutische Unterstützungsmöglichkeiten im wohnortnahen Umfeld.

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Schülerinnen- und Schülerbeteiligung

Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihres Tages in der Schule. Hier sind ideale Bedingungen für vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten gegeben. Das wird an für die Schülerinnen und Schüler zentralen Inhalten wie dem demokratischen Miteinander, der Notwendigkeit sachbezogener Gruppendiskussionen, dem angemessenen Umgang mit gegensätzlichen Interessenlagen und nicht zuletzt durch das Einüben demokratischer Re-geln und Gepflogenheiten deutlich. Die regelmäßige Schülerbeteiligung in der Mira Lobe Schule wird u.a. durch die Teilnahme am Klassenrat, am Jahrgangsrat, am Schulrat und an den Sitzungen der Schülervertretung gekennzeichnet.

Der Klassenrat ist das demokratische Forum einer Klasse. In den wöchentlichen Sitzungen beraten, diskutieren und entscheiden die Schülerinnen und Schüler über selbstgewählte Themen. Dabei können die Gestaltung und Organisation des Lernens und Zusammenlebens in der Klasse bzw. Schule, aktuelle Probleme und Konflikte oder gemeinsame Planungen und Aktivitäten zur Sprache kommen. Die Vergabe fester Rollen mit klaren Rechten, Anforderungen und Pflichten trägt entscheidend zum Gelingen des Klassenrates bei. Der klar strukturierte Ablauf bildet ein Gerüst für Diskussionen und Entscheidungsprozesse. So können sich die Schülerinnen und Schüler ganz auf die Inhalte der gemeinsamen Diskussionen konzentrieren.

Der Jahrgangsrat trifft sich einmal im Monat zu einem festgelegten Zeitpunkt mit allen Schülerinnen und Schülern einer Klassenstufe. Hier werden Inhalte und Aufgaben des ge-samten Jahrgangs besprochen.

Die Sitzung der Schülervertretung (SV) findet alle zwei Monate statt. Dazu treffen sich die gewählten Klassensprecherinnen und Klassensprecher. Anliegen aller Schülerinnen und Schüler, die in der Sitzung erörtert werden sollen, können vorher eingebracht und im Briefkasten der SV gesammelt werden.

Die beiden Schülersprecher treffen sich im Anschluss an die Sitzungen der Schülervertretung regelmäßig mit der Schulleitung und besprechen in diesem Rahmen relevante Anfragen und Themen der Schülerschaft.

Bei Verstößen gegen die Schulordnung tritt der Schulrat zusammen. Er berät, wie mit dem Vergehen umzugehen ist und welche Folgen es nach sich zieht. Der Schulrat besteht aus der Schulleitung, Vertretern der Lehrkräfte sowie Vertretern der Schülerinnen und Schüler.

Allen Schülerinnen und Schülern unserer Schule soll es jederzeit möglich sein, eigene Vorschläge einzubringen, aus denen hervorgeht, in welchen Bereichen und mit welchen demokratischen Modellen sie sich am Schulleben beteiligen möchten.

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Sport und Bewegung

Sport und Bewegung spielen in der Mira Lobe Schule im Sinne der Gesundheitserziehung eine bedeutende Rolle. An einer Schule, die sich als „Bewegte Schule“ versteht, zeigt sich dieser Gedanke sowohl im Sportunterricht als auch im Schulalltag. Die dritte Sportstunde wird im Rahmen des Ganztagsangebotes zur Verfügung gestellt.

Lernen und Bewegung gehören unmittelbar zusammen. Bewegung ist ein wichtiger Motor für die kindliche Entwicklung. Die Entwicklungspsychologie belegt diese positiven Zusammenhänge für das ganzheitliche Lernen: Es sind nicht ersetzbare, unmittelbare, sinnliche Erfahrungen, die Kinder durch Bewegung erleben. Diese sind wiederum Grundlage für kognitive Erkenntnisse, die nur dauerhaft verankert werden, wenn sie im Handeln erworben und mit Emotionen verbunden werden. Schülerinnen und Schüler kommen ganz und nicht nur mit dem Kopf in die Schule.

Der Sportunterricht orientiert sich an den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Möglichkeiten und Wünschen der Schülerinnen und Schüler. Er bietet Bewegungserlebnisse, die von ihnen als sinnvoll wahrgenommen werden und in denen sie sich wiederfinden. Das bedeutet auch ein Loslösen von den traditionellen Inhalten mit der starken Orientierung an Sportarten sowie ein Modifizieren derselben, damit jeder seine Rolle finden kann. Über- aber auch Unterforderung werden vermieden, damit die Schülerinnen und Schüler über Erfolgserlebnisse Selbstvertrauen aufbauen können. Im Sinne der Gesundheitserziehung sollen Schülerinnen und Schüler aber auch Mitarbeitende lernen, was es bedeutet, sich gesund zu erhalten: Ein positives Selbstkonzept zu entwickeln, soziale Beziehungen wert-zuschätzen und den Körper, in dem man lebt, fit zu halten. Ausdauertraining, Erhalt und Verbesserung der Koordination, beweglich zu bleiben sowie Kraft aufzubauen und zu er-halten sind hierbei zentrale Aspekte.

Inklusive Schulsportfahrten sind ein weiterer Pfeiler unseres Konzepts. Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Altersstufen sind in regelmäßigen Abständen jeweils eine Woche gemeinsam unterwegs:

  • zum Skilaufen in Garmisch-Partenkirchen
  • zum Kanufahren in Hildesheim
  • zum Fahrradfahren am Steinhuder Meer
  • zum Segeln auf der „Windsbraut“, einem traditionellen Elb-Ewer
  • beim Projekt „Reif für die Insel“ auf Spiekeroog

Ganzheitliche psychomotorische Förderung ist ebenfalls Teil des Bewegungskonzepts der Mira Lobe Schule. Die Anbahnung und Unterstützung von Entwicklungsprozessen in der Gruppe stehen hierbei im Vordergrund.

Sommersportfeste werden jährlich im Wechsel als Spielfest oder eher leistungsorientierter Wettkampf durchgeführt. Im Winter finden Ballsport-Turniere in der Halle statt. Im Bereich des Wettkampfsports kooperiert die Mira Lobe Schule mit regionalen Sportvereinen.

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Berufsorientierung und Berufsbildung

Ein wichtiges Anliegen der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Mira Lobe Schule ist die angemessene Vorbereitung auf den Übergang Schule – Beruf. Die Schülerinnen und Schüler werden ab Jahrgang 7 auf eine berufliche Ausbildung oder den Übergang in eine berufsbildende Schule vorbereitet (aber auch auf den Übergang in ein allgemein bildendes Gymnasium).

Während des Aufbaus des Mira Lobe Oberschulzweiges kann hierbei auf den Strukturen der Mira Lobe Förderschule aufgebaut, Bewährtes adaptiert und an vorhandene Kooperationen mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur, berufsbildenden Schulen, den Kammern, Betrieben und anderen Einrichtungen angeknüpft werden.

Praxislerntage

Damit Schülerinnen und Schüler sich adäquat auf das Berufsleben vorbereiten können, werden ab Jahrgang 8 Praxislerntage angeboten, um auf diese Art und Weise langfristige

Kontakte zu Betrieben zu intensivieren und die Aussicht auf eine Ausbildungs- bzw. Arbeitsstelle zu erhöhen.

Das Lernen und Arbeiten in Betrieb und Schule beinhaltet einen Praxislerntag pro Woche, der über einen Zeitraum von drei Monaten in einem Betrieb absolviert wird. Zu den Rah-menbedingungen gehören:

  • eine Kompaktwoche zu Beginn des dreimonatigen Praktikums
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeitende der Schule, die als Mentoren im Betrieb unter-stützen und den Kontakt zu Anleitern im Betrieb halten
  • besondere Lernaufgaben im Betrieb, da diese die betrieblichen Lernerfahrungen in-tensivieren
  • eine schulinterne Präsentation der betrieblichen Erfahrungen nach dem Praktikum in Wort, Bild und schriftlicher Dokumentation durch die Schülerinnen und Schüler
  • die feste Verankerung im Stundenplan, inklusive der Vor- und Nachbereitung
  • das Finden eines Praktikumsplatzes (Akquise) im Schuljahr vor der Durchführung

Berufsorientierung

Die Arbeit in der Sekundarstufe I wird zunehmend von den beruflichen Anforderungen des Erwachsenenlebens geprägt.

Gemeinsam mit anderen Schulen des Sekundarbereichs I ist die Mira Lobe Schule im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms BOP eine Kooperation mit dem Berufsbildungswerk der DIAKOVERE Annastift Leben und Lernen gGmbH eingegangen. Hierbei werden im 7. und 8. Jahrgang durch ein spezielles Kompetenzfeststellungsverfahren (Profil-AC) und sogenannte Werkstatt-Tage von den Schülerinnen und Schülern notwendige Fähigkeiten in diesem Bereich erworben. Zugleich erhalten die Schülerinnen und Schüler eine erste aussagekräftige Analyse ihrer Schwächen und Stärken, die für ihren weiteren (beruflichen) Lebensweg bedeutsam sind.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • umfangreiche Erfahrungen mit der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen für eine heterogene Schülerschaft
  • Aktionsplan Inklusion der Annastift Leben und Lernen gGmbH
  • christliches Menschenbild
  • Oberschulzweig der Mira Lobe Förderschule ohne gymnasiales Angebot
  • Jahrgangsbezogener Unterricht in Verbindung mit Fachleistungsdifferenzierung in Mathematik und Englisch ab Jahrgang 7, im Fach Deutsch ab Jahrgang 8
  • Wahlpflichtkurs Spanisch ab 6. Schuljahrgang
  • Berufspraktischer Schwerpunkt mit Maßnahmen zur Berufsorientierung und Berufsbildung
  • Profilbildung im Bereich Gesundheit und Soziales
  • Klassengrößen von 18 bis 20 Schülerinnen und Schülern
  • Gebundener Ganztag mit einer Kernunterrichtszeit von 8 bis 15 Uhr und flexiblen Betreuungszeiten bis 17 Uhr
  • Pädagogisch-therapeutische Verzahnung der Bereiche Physio-, ergo- und Sprachtherapie
  • Umfangreiches Sport- und Bewegungsangebot
  • Gezielte Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an der Gestaltung des Schullebens
  • Aktive Elternarbeit

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