Medizinische Exzellenz

Patientengespräche mit den elf Top-Ärzten 2018

Elf DIAKOVERE Ärzte gehören 2018 zu den Top-Medizinern Deutschlands – ausgezeichnet mit dem Focus-Siegel. Grund genug, sich diese Expertise in neun Patientengesprächen der neu gestalteten medizinischen Reihe „DIAKOVERE – Medizinische Exzellenz" genauer anzuschauen. 


Drei kleine Wunder

Experten von DIAKOVERE und dem Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT zögern Frühgeburt um 12 Wochen hinaus.

In der Regel ist klar, wie lange Babys brauchen, um auf die Welt zu kommen. Werdende Mütter sehnen den Augenblick herbei, ihre Neugeborenen im Arm zu halten. Was tun, wenn sich die Natur nicht an die 40-Wochen-Regel hält, sondern die Schwangerschaft komplett aus dem Rahmen fällt? Wenn Ärzte und Mutter sich über jeden Tag freuen, den die Kinder im Bauch bleiben. Michaela Zorn hat solch eine Schwangerschaft erlebt – mit Drillingen und einer drohenden Frühgeburt in der 21. Woche.

Zeit der Erleichterung

Zweieinhalb Monate später. Im Kreißsaal des DIAKOVERE Henriettenstifts piepst ein Monitor, Stimmen wabern durch den Raum, es ist heiß, eng. Viel bekommt Michaela Zorn nicht mit. „Ich habe mich nur auf mich selbst konzentriert, den Rest ausgeblendet“, sagt die 39-Jährige. Nacheinander holen die Geburtshelfer am 2. Juli um 13.13 Uhr, 13.14 Uhr und um 13.15 Uhr drei kleine Erdenbürger auf die Welt. Kinderärzte und Pflegekräfte des Kinder- und Jugendkrankenhauses AUF DER BULT übernehmen, bringen die beiden Mädchen und den Jungen auf die Intensiveinheit einen Stock höher. „Es war ein komisches Gefühl“, erinnert sich die Mutter. „Einerseits Freude, andererseits hat sich mein Körper komisch angefühlt.“ Kein Wunder bei den Gewichten der Kinder. Conner-Neo (2000 Gramm), Calea-May (1875 Gramm) und Cara-Lia (1490 Gramm) kamen fit auf die Welt. So fit, dass sie schon in der gleichen Wocheauf die Bult verlegt wurden und am 27. Juli die Klinik verlassen konnten. „Medizinisch ein Traum“, sagt Kinderarzt Prof. Florian Guthmann.

Zeit des Bangens und Wartens

Rund zwölf Wochen lang hielt Zorn durch. In der 21. Schwangerschaftswoche stellte sie sich mit geöffnetem Muttermund im Perinatalzentrum Hannover des Henriettenstifts vor. „Die Situation war akut“, sagt Prof. Ralf Schild, Chefarzt der DIAKOVERE Geburtshilfe. „Eigentlich spricht man frühestens ab der 24. Schwangerschaftswoche von lebensfähigen Kindern.“ Schild kontaktierte seinen Kollegen in der Neonatologie der Bult, Prof. Florian Guthmann. Beiden Chefärzten war klar, alles daranzusetzen, die Schwangerschaft so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Ein riskanter Weg, doch „für Kinder ist es ein riesiger Unterschied, ob sie in der 23. oder 33. Woche geboren werden“, sagt Guthmann. „Es braucht viel Geduld.“

Auch für die Eltern, für die diese Zeit eine enorme Belastung war. Vater Sven Zorn (42), der mit dem Erstgeborenen Kilian (6) den Haushalt schmiss, erinnert sich, dass „ich viel mehr Angst hatte“. Seine Frau war für die Mediziner ein Glücksfall. „Ich habe keine Angst zugelassen“, sagt Michaela Zorn, während sie auf dem heimischen Sofa Töchterchen Cara-Lia, der Jüngsten, über den Haarflaum streichelt. „Unser Ziel war, vorn eine Drei zu sehen – das haben wir geschafft.“ Es durften sich sogar MHH-Studenten das dreifache Wunder des Lebensanschauen und ihre ersten Screenings mit Drillingen durchführen. In der 33. Woche entschieden die Ärzte, dass es Zeit sei. „Ich habe sehr lange gekämpft“, sagt Zorn, „aber am Ende hatte ich wirklich keine Lust mehr.“

Zeit der Familienfreuden

Für die Zorns, die in Meinersen bei Gifhorn wohnen, hat nun eine neue Zeit begonnen – die Zeit der Familienfreuden. Die Eltern teilen sich in Schichten die Nacht, damit beide wenigstens fünf Stunden Schlaf finden. Einer schläft immer im Erdgeschoss bei den Drillingen im Wohnzimmer – wobei schlafen nicht das Wort der Wahl ist. „Einer schreit immer“, sagt Sven Zorn und lacht. An diesem Nachmittag hat Calea, die Mittlere, sich als erste zu Wort gemeldet. Kilian kuschelt derweil
mit Brüderchen Conner. Die Fläschchen für die beiden Nachzügler stehen in der Küche bereit. „Man ist tierisch müde, aber das vergeht“, meint der Vater. „Wir genießen die Zeit.“

Weitere Informationen und Kontakt zum Perinatalzentrum Hannover finden Sie hier:

DIAKOVERE Henriettenstift
Perinatalzentrum Hannover
Schwemannstraße 17
30559 Hannover
www.pnz-hannover 


Termine für Sprechstunden, Geburtsplanung und Risikoschwangerschaft über die Ultraschallambulanz
Telefon 0511 289-3444

 


"Machen! Solange es geht!": Leben mit Multipler Sklerose

Weitere Informationen und Kontakt zur Klinik für Neurologie und Neurophysiologie im DIAKOVERE Henriettenstift finden Sie hier:

Klinik für Neurologie und Neurophysiologie


Wenn Sodbrennen das Leben bestimmt

Unerträgliche Schluckbeschwerden – von heute auf morgen. Oskar Dahlmann (62) – bislang von jeglichen schweren Verletzungen oder Krankheiten verschont geblieben  – konnte seine Nahrung nur noch wenige Minuten bei sich behalten. Essen mit Bekannten oder ein schöner Restaurantbesuch mit der Ehefrau – nicht mehr möglich. Dahlmann suchte seine Hausärztin auf, welche ihn an einen Facharzt überwies. Hier stellte sich heraus, dass bei dem 62-jährigen Patienten aus Springe eine Veränderung der Schleimhaut in der Speiseröhre vorlag. Sind die Funktionen der Speiseröhre gestört, kann Magensäure eintreten und somit zu Irritationen führen. In der Regel ist dabei nur ein Bereich von wenigen Millimetern betroffen, welcher sich durch einen endoskopischen Eingriff behandeln lässt. Da sich die Veränderung bei dem Patienten jedoch über rund zehn Zentimeter erstreckt, wurde ein besonderes Verfahren notwendig. Ein Fall für einen Spezialisten: Dahlmann wird vom Facharzt an das DIAKOVERE Henriettenstift überwiesen, wo Dr. Peter N. Meier, Chefarzt  der Klinik für Gastroenterologie, die Behandlung übernahm.

Noch vor wenigen Jahren hätte ein aufwändiger Zwei-Höhlen-Eingriff durchgeführt werden müssen, bei dem sowohl die Bauchhöhle als auch der Brustkorb hätte geöffnet werden müssen, erklärt Dr. Peter N. Meier. Ein schwerwiegender Eingriff, der für Patienten zu einem mehrtägigen Aufenthalt auf der Intensivstation führen konnte.

Dank einer neuen Technologie blieb dies Dahlmann erspart. Dr. Meier erklärt das Verfahren: „Wir führen einen kleinen Ballon, bestückt mit hunderten feinen Nadeln, durch den Mund in die Speiseröhre ein. Sobald der Ballon aufgeblasen ist, geben die Nadeln computergesteuert Hitze in das betroffene Gewebe ab – die Zellen  werden so sprichwörtlich verkocht!“ Der Eingriff dauert nur etwa 15 Minuten, aber erfordert echte Präzisionsarbeit.  „Ich hatte volles Vertrauen in Dr. Meier. Meine Frau war die einzige die sich Sorgen gemacht hat.“, so Dahlmann.

Bereits 24 Stunden nach dem Eingriff hat Dahlmann schon eine Brezel und eine Tasse Kaffee zu sich genommen. Die neue Methode ist nicht nur besonders schonend für den Patienten, sondern verkürzt auch den Krankenhausaufenthalt. Das Krankenhaus kann er bereits einen Tag nach der OP verlassen.

Weitere Informationen und Kontakt zur Klinik für Gastroenterologie finden Sie hier:

Klinik für Gastroenterologie


Ein künstliches Handgelenk führt zur Schmerzfreiheit

Die Klinik für Plastische, Hand- und Mikrochirurgie ist die zweitälteste Klinik dieser Art in Deutschland. Und eine von nur sieben Kliniken in Deutschland, die eine Handgelenksprothese einsetzen kann - eine mögliche Alternative zur Handgelenksversteifung. 

Die Schmerzen in der Hand waren unerträglich. "Ich konnte am Ende nicht mal mehr die Türklinke drücken", sagt Heidi Voigt. Die 83-Jährige war vor einigen Jahren gestürzt und hatte sich das Handgelenk gebrochen. "Ich bin auf einer gefrorenen Pfütze ausgerutscht, als ich mit meinem Hund im Löns-Park spazieren gegangen bin", erinnert sich die Hannoveranerin. "Es hat mir die Beine weggezogen und dann lag ich da."

Der Bruch verheilte, doch das Gelenk war beschädigt. Die Gelenkknorpel lösten sich auf, es kam zu starkem Verschleiß. "Im weiteren Verlauf führt das häufig dazu, dass die Betroffenen schwere Handgelenksarthrose entwickeln – so wie Frau Voigt. Die Folge sind stärkste Beeinträchtigungen und Schmerzen“, erklärt Privatdozent Dr. Jürgen Kopp, Chefarzt der Plastischen, Hand- und Mikrochirurgie des DIAKOVERE Friederikenstifts in Hannover.

Prothese statt Gelenkversteifung

Irgendwann konnte Voigts Orthopäde der Frau nicht mehr helfen. "Mir wurde geraten, das Gelenk zu versteifen. Eine Versteifung konnte mir aber auch keine Schmerzfreiheit garantieren", sagt Voigt. Auch Kopp tendierte anfangs zum dieser Maßnahme. "Eines Tages rief er bei mir an und sagte: Ich habe etwas Neues – wollen wir das probieren? Ich kann aber nicht garantieren, dass Sie danach schmerzfrei sind", erinnert sich Voigt. Eine neuartige Handgelenkprothese.

"Die Prothese, die wir benutzen, besteht aus drei Komponenten. zwei Titanimplantaten, welche im Speichenknochen und in der Handwurzelreihe verankert werden. Die Handwurzelkomponente trägt dabei eine Silikonhalbkugel welche auf dem Unterarmimplantat aufsitzt und dort verschleißfrei die Beweglichkeit des Handgelenkes ermöglicht", erklärt der Spezialist.

Der Eingriff gelang. Voigt ist glücklich: "Ich bin seitdem schmerzfrei und kann die Hand fast vollständig bewegen.“

Weitere Informationen und Kontakt zur Klinik für Plastische, Hand- und Mikrochirurgie finden Sie hier:

Klinik für Plastische, Hand- und Mikrochirurgie


"Führend in Europa"

Der Einsatz von Ellenbogenprothesen ist ein sehr seltener und komplizierter operativer Eingriff. Geschätzt wird er in Norddeutschland nur rund 30-mal im Jahr durchgeführt. Etwa zwei Drittel dieser Operationen verzeichnet allein die Gemeinsame Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie von Prof. Dr. Helmut Lill im DIAKOVERE Friederikenstift in Hannover. Wann macht eine Ellenbogenprothese Sinn? Welchen Einfluss hat sie auf die Lebensqualität der zumeist betagten Patientinnen und Patienten?

"Und dann hat's auch schon gekracht und gescheppert"

Der ganze Ärger begann mit einer Pampelmuse. Ruth Grotefendt muss beinahe lachen,wenn sie an den Unfall denkt. "Wir schusselig ich war", sagt die 88-Jährige. Ende September wollte Grotefendt es sich mit einer Zitrusfrucht auf der Terrasse gemütlich machen. "Ich denke noch: Was bin ich wendig", erinnert sich die alte Dame. "Und dann hat's auch schon gekracht und gescheppert", und Grotefendt lag auf ihrem linken Arm. Schmerzen. Aufgrund der Nähe vom Wohnort Linden zur Calenberger Neustadt landete die rüstige Dame im DIAKOVERE Friederikenstift - und war dort auch fachlich an der richtigen Stelle. "Das Ellenbogengelenk war praktisch zerstört", sagt Prof. Dr. Helmut Lill, Leiter der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und Ellenbogenspezialist.

Fünf Tage lang trug Grotefendt einen so genannten Fixateur externe, dann setzte Prof. Lill ihr eine Ellenbogenprothese ein. "Das ist ein sehr seltener Eingriff. Wir führen ihn etwa 10 bis 15-mal im Jahr durch – damit sind wir führend in Europa", sagt Lill, der seit mehr als 20 Jahre Erfahrung mit Prothesen dieser Art hat. "Das neue Gelenk fühlt sich gut an. Ich habe keine Last damit", sagt Grotefendt. "Man muss es nehmen wie es kommt."

Ein neues Gelenk bedeutet zurückgewonnene Lebensqualität

Norbert Koch aus Bückeburg (Stadthagen) bekam nur wenige Tage nach Grotefendt das künstliche Gelenk implantiert. Der 62-Jährige war im Januar gefallen. Diagnose: Trümmerbruch des linken Ellenbogens. "Mein erster Chirurg sagte mir, das Gelenk sehe aus wie ein 3-D-Puzzle und hat versucht, es zu rekonstruieren." Das klappte nicht. Die Fragmente wuchsen nicht zusammen, einzelne wurden nekrotisch. Der Alltag war erheblich beeinträchtigt

Schließlich empfahl der Mediziner eine zweite Meinung bei den Experten im Friederikenstift einzuholen und sich gegebenenfalls dort operieren zu lassen. "Mein Körperempfinden hat sich glich nach der OP deutlich verbessert!", sagt Koch. Inzwischen kommt er mit seinen Fingern sogar wieder an den zweiten Knopf seines Hemdes. Das Thema Prothese bedeutete kein Problem: "Wenn alles andere versucht wurde und nur das eine Verbesserung bringt, möchte ich das haben."

Weitere Informationen und Kontakt zur Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie finden Sie hier:

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie


 
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