Magen

Hauptindikationsbereich für Magenresektionen sind bösartige Tumore des Magens. Hierbei kommen, ggf. nach entsprechender medikamentöser Vorbehandlung, Verfahren der teilweisen oder vollständigen Magenentfernung zur Anwendung.

Das Ausmaß der Magenentfernung ist in erster Linie von der Lokalisation des Tumors und damit einhergehend auch der Metastasierungswege in die Lymphknoten abhängig. Die potentiell mitbefallenen Lymphknoten werden im Rahmen dieses Eingriffs systematisch mitentfernt, um einem Wiederauftreten des Tumors vorzubeugen.

Anschließend erfolgt die Wiederherstellung des Verdauungstraktes durch eine in den Oberbauch hochgezogene Dünndarmschlinge, die entweder mit der Speiseröhre oder aber mit dem Restmagen verbunden wird.

Nach Entfernung des Magens ergeben sich folgende Veränderungen:

  1. Das Reservoir für die Mahlzeiten ist kleiner als zuvor und bei vollständiger Magenentfernung geht auch das Hungergefühl verloren, was aber nicht bedeutet, dass man keinen Appetit mehr hat. Demzufolge sollten über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten eingenommen und ein Gewichtstagebuch angelegt werden, um das Gewicht zu halten. Mit der Zeit können aber zunehmend größere Portionen gegessen werden.
  2. Ein im Magen gebildeter ´intrinsischer Faktor´, der die Vitamin B12-Aufnahme im Dünndarm unterstützt, fehlt. Aus diesem Grund muss durch den Hausarzt lebenslang in 3-monatigen Abständen Vitamin B12 verabreicht werden.
  3. Die bei der Nahrungsaufnahme reflektorische Aktivierung der Bauchspeicheldrüse, die mit einer Enzym-Ausschüttung reagiert, funktioniert nicht mehr. Daher ist es nach der Operation notwendig, Bauchspeicheldrüsenenzyme als Medikament mit der Nahrung zuzuführen. Richtig dosiert ist dann eine vollständige und regelrechte Verdauung aller Nahrungsbestandteile möglich.

All dies hört sich kompliziert an, doch werden unsere Patienten schon während des stationären Aufenthaltes genau angeleitet und erhalten darüber hinaus auch eine Ernährungsberatung.

Im Falle des Vorliegens von Magenkrebs werden alle Patienten in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz (Ärzte verschiedener Fachdisziplinen) erörtert und Behandlungsstrategien auf Basis der aktuellen Leitlinien festgelegt.

Auf diese Weise lässt sich für jeden Patienten das individuell beste Behandlungskonzept realisieren.

zurück

 
zu unseren Spendenprojekten