Manager im Talar - Pastor Dr. Wolfgang Helbig mit 86 Jahren verstorben

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Pastor Dr. Wolfgang Helbig

Der ehemalige Vorsteher und Vorstandsvorsitzende der Henriettenstiftung, Pastor Dr. Wolfgang Helbig, ist tot. Er starb am vergangenen Sonnabend (13. Juli 2019). Helbig wurde 86 Jahre alt. Mehr als 25 Jahre, von 1971 bis 1997, hat er die Geschicke der Henriettenstiftung bestimmt. Sein Lebenswerk würdigte der heutige theologische Geschäftsführer der DIAKOVERE gGmbH, Pastor Uwe Mletzko: „Helbigs Persönlichkeit gestaltete richtungsweisend den Wandel unserer Einrichtungen in dynamische diakonische Unternehmen. Er hat diese Veränderung bewusst gestaltet und wollte nicht nur auf die Ökonomisierung reagieren." Der Zusammenschluss von Annastift, Friederikenstift und Henriettenstiftung zur DIAKOVERE gGmbH ist in Helbigs Amtszeit maßgeblich angestoßen worden.

Helbig war mit seiner Familie als Kriegsflüchtling nach Osterode am Harz gekommen und dort zur Schule gegangen. Er studierte evangelische Theologie, sein Vikariat führte ihn in die deutsche Gemeinde nach Helsinki. In seiner Zeit bei dem damaligen Landesbischof Hanns Lilje, der als sein väterliches Vorbild gilt, lernte er Leitungsaufgaben in Kirche und Diakonie kennen. Schließlich ging er zurück in ein Gemeindepfarramt nach Hameln. 1971 übernahm er die Pfarrstelle in der Henriettenstiftung und das Amt des theologischen Vorstehers, das zugleich mit der Gesamtleitung verbunden war. Damals war aus der einstmals überschaubaren Pflegeeinrichtung bereits eine komplexe Einrichtung geworden: Neben Gebäuden in Kirchrode, an der Marienstraße und am Königsworther Platz entstanden unter seiner Leitung auch ein modernes Altenzentrum direkt an der Leine und weitere Standorte.

Die einstige Henriettenstiftung zum Unternehmen zu entwickeln und zugleich als kirchliche Unternehmung zu erhalten - das war das Anliegen von Wolfgang Helbig. In seiner Amtszeit entstanden etwa Projekte für Demenzerkrankte mit neuen diagnostischen Verfahren, die verbesserte Versorgung für Frühgeborene und innovative Verfahren für minimalinvasive Operationen. Auch die kulturelle Arbeit mit Konzerten, Ausstellungen und offenen Tagen wurde unter seiner Ägide weiterentwickelt. Die Seelsorge für Patienten und Mitarbeitende, aber auch die Aufwertung der Krankenpflege lagen ihm am Herzen. Die Frage, wie kirchlich geprägte Krankenhäuser im Wettbewerb der verschiedenen Träger bestehen können, bewegte ihn bis ins hohe Alter. „Transformation – Vom Diakonissenmutterhaus zum diakonischen Unternehmen" heißt die Doktorarbeit, die er 2015 mit 82 Jahren erfolgreich abschloss.

Zusammenarbeit war ein weiterer Grundgedanke Helbigs. Er initiierte die engere Kooperation von Annastift, Friederikenstift und Henriettenstiftung mit. Und arbeitete mit in übergeordneten Dachverbänden: in den Vorstanden und im Vorsitz von Niedersächsischer Krankenhausgesellschaft, Deutscher Krankenhausgesellschaft und Deutschem Evangelischen Krankenhausverband und weiteren Gremien.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister bringt zum Ausdruck: „In Dankbarkeit erinnern wir den vielfältigen und fruchtbaren Dienst in der Gemeinschaft der Ordinierten von Bruder Dr. Wolfgang Helbig in Kirche und Diakonie."

Die DIAKOVERE gGmbH trauert um einen Vordenker der Diakonie und eine herausragende Persönlichkeit. Helbig erfreute sich im Ruhestand an seinen vier Enkelkindern in der Schweiz, zu denen er regelmäßig Kontakt pflegte. Dr. Wolfgang Helbig hinterlässt zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 23. Juli 2019, um 13.30 Uhr in der Mutterhauskirche der Henriettenstiftung, Marienstraße 90, 30171 Hannover, statt.

 
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