Neu: Babylotsen bieten Unterstützung an – aktiv und präventiv zum Wohle des Kindes – Ein Angebot für (werdende) Eltern

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Die Babylotsinnen Ann-Kathrin Otte (l.) und Silvia Vihs (r.) arbeiten eng mit Gabriele Bartoszak, Leitung Koordinierungsstelle Kinderschutz und Frühe Hilfen, Stadt Hannover, zusammen

Das bundesweite Programm Babylotsen nimmt jetzt in Hannover Fahrt auf: Am 1. Juni 2019 starteten zwei speziell für diese Tätigkeit ausgebildete Expertinnen in den Geburtskliniken von DIAKOVERE ihre Beratungstätigkeit. Sie kümmern sich insbesondere um psychisch oder körperlich belastete Eltern in der sensiblen Phase rund um die Geburt ihres Kindes.

Ziel ist, allen Familien einen guten Start in das Familienleben zu ermöglichen. Die Schwangerschaft und Geburt eines Kindes ist sehr häufig von Freude und Begeisterung der Eltern geprägt. Die Phase rund um die Geburt ist gleichzeitig auch sehr sensibel und die Familien müssen sich auf viele Veränderungen ein­stellen, so dass häufig die Anfangseuphorie auch getrübt sein kann. Die Aufgabe der Babylotsinnen ist es, im Gespräch mit den Eltern aufkommende Fragen zu klären und frühzeitige Bedarfe der Eltern wahrzunehmen.

Effektiver Kinderschutz beginnt vor der Geburt

Jede werdende Mutter wird in der Klinik vom Personal zu ihrer individuellen Krankengeschichte (Anamnese) befragt. Dies ist Standard in der medizinischen Behandlung. Zusätzlich wird im Rahmen des Babylotsenprojektes ein neuer Fragebogen für alle Eltern standardisiert, der das Familienumfeld berücksichtigt. Hier werden auch psycho-biologisch-soziale Faktoren des Familiensystems abgefragt: z.B. Krankheiten, Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholmissbrauch der Eltern und familiäre (Belastungs-)Situation. Die Babylotsinnen geben Eltern Informationen an die Hand, motivieren und vermitteln an passende Unter­stützungsmöglichkeiten. Ob Eltern dieses Unterstützungsangebot annehmen, entscheiden sie selbst. Das Angebot ist für die Familien freiwillig und kostenlos.

Individuelle Unterstützung durch ein Netzwerk

Die Lotsenfunktion der Babylotsinnen lassen sich kurz zusammenfassen: Erkennen, Klären, Planen und Vernetzen. Die Babylotsinnen sind darauf geschult, elterliche Überlastung, aber auch fehlende Informationen zu erkennen – und entsprechend zu handeln. Sie arbeiten eng mit den Angeboten der Frühen Hilfen des Fachbereichs Jugend und Familie der Stadt Hannover zusammen und haben einen guten Überblick über die kommunalen Angebote. „Zu diesem Zweck findet in den Netzwerken der Frühen Hilfen ein regelmäßiger Austausch zwischen den Babylotsen, den Angeboten Frühe Hilfe und dem Kinderschutz statt“, so Gabriele Bartoszak, Leitung Koordinierungsstelle Kinderschutz und Frühe Hilfen, Stadt Hannover.

Kindeswohl im Fokus – DIAKOVERE ist Vorreiter in Hannover

Ziel der für die Eltern kostenlosen Beratung in den Geburtskliniken Friederiken­stift und Henriettenstift ist eine zusätzliche Frühprävention. “DIAKOEVRE möchte hier, gerade auch als christliches Haus, mit einem professionellen Beratungs­angebot Maßstäbe setzen und eine Lücke zwischen Gesundheitssystem und dem System der Frühen Hilfen schließen“, erläutert der Geschäftsführer der DIAKOVRE Krankenhaus gGmbH Mathias Winkelhake.  

Die Investition in die Weiterbildung sowie Personalkosten für die Babylotsen teilen sich der Klinikverbund DIAKOVERE und die Stadt Hannover. Die Stiftung SeeYou des katholischen Kinderkrankenhauses Wilhelmstift bildete die zukünftigen Babylotsinnen bei DIAKOVERE aus - beide sind auch ausgebildete Familienhebammen. Sie entlasten ab sofort das medizinische und pflege­rische Personen  in den DIAKOVERE Geburtskliniken.

Programm Babylotse - ein niedrigschwelliges Hilfeangebot

„Wir wollen jedem Kind die bestmöglichen Chancen für ein gesundes Aufwachsen ermöglichen“, erklärt Hebamme und Babylotsin Ann-Kathrin Otte. „Wir unter­stützen die Eltern, wir motivieren, aber informieren auch erst einmal. So wollen wir den Eltern helfen, bei Bedarf Unterstützung zu finden und annehmen zu können, damit sie ihre neuen Aufgaben in der Familie gut meistern können und die Bedürfnisse ihrer Kinder im Blick haben.“ Ihre Kollegin Silvia Vihs, Babylotsin und Leiterin der Elternschule ergänzt: „In unseren Kliniken kommen jährlich über 3.800 Babys zur Welt. Wir möchten dazu beitragen, ihnen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Wir freuen uns sehr, dass sich unsere Kliniken als erste in Hannover, dem Babylotsenprojekt angeschlossen haben.“

Bundesweit bereits über 70 Babylotsen in 55 Geburtskliniken aktiv

Die beiden Babylotsinnen sind in guter Gesellschaft: In Hamburg gibt es bereits viele Kolleginnen und Kollegen. In Frankfurt ist das Programm ebenfalls flächendeckend eingeführt. In Berlin stellen alle 18 Kliniken bis zum Jahresende 2019 Babylotsen ein. Insgesamt stehen in 55 Geburtskliniken verteilt auf acht Bundesländer Babylotsen zur Verfügung. „Unsere Vision ist es, dass alle Familien überall in Deutschland rund um die Geburt die Unterstützung bekommen, die sie für das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder brauchen – damit das Leben gelingt“, freut sich SeeYou Geschäftsführer Dr. Sönke Siefert.

 
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