DIAKOVERE Annastift ist internationales Ausbildungszentrum für roboterassistierte Gelenkoperationen

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Prof. Dr. Henning Windhagen, PD Dr. Max Ettinger und Volker Schulze aus dem DIAKOVERE Annastift (v.l.n.r.)

Wer im DIAKOVERE Annastift in Hannover mit einer Knieprothese versorgt wird, hat beste Aussichten auf schnelle und nachhaltige Besserung in einer der größten deutschen Fach­kliniken für Orthopädie. Denn in vielen Fällen nutzen die Ärzte im DIAKOVERE Annastift seit 2016 vor und während der Operation ein robotergestütztes Assistenzsystem, das menschlichen Spezialisten den neuesten Stand der Präzisionsmedizin an die Hand gibt. “Mako“ unterstützt den Operateur dabei, die bereits extrem hohe medizinische Qualität des Eingriffs noch einmal entscheidend zu verbessern. Den Patienten verhilft die Technik zu rascherer Regeneration und dauerhaft höherer Zufriedenheit.

Innovative Technik sorgt für optimierte Resultate

Entscheidend für diese positiven Ergebnisse ist die Einbettung des Systems in die bereits exzellente manuelle Versorgung mit Implantaten. Denn die Technik ändert in diesem Fall nicht die Methode, optimiert aber deren Resultate. „Wir können die Erfolgsquote von Operationen so noch einmal steigern“, sagt Prof. Dr. Henning Windhagen, ärztlicher Direktor am DIAKOVERE Annastift. „Wir sind von “Mako“ absolut überzeugt. Der nächste Schritt wird deshalb ihr Einsatz bei Hüftimplantaten sein.“

Ein wesentlicher Vorzug von „Mako“ ist die präzise Planung. Dabei wird zunächst mittels einer CT-Aufnahme das Kniegelenk abgebildet. Das System errechnet daraus eine dreidimensionale Visualisierung. „Das ist eine faszinierende, völlig neue Möglichkeit“, sagt Prof. Dr. Windhagen. „So wird es möglich, die Prothese und ihre optimale künftige Position noch präziser als bislang zu planen.“

Vollständige Wiederherstellung der Gelenke

Bereits vor der Operation errechnet die Software die Bandspannung des Patienten und plant die dementsprechend optimale Position des Implantats. Aber auch während der Operation erfasst das mit umfangreicher Sensorik ausgestattete Assistenzsystem weiter die Bandspannung und korrigiert, falls erforderlich, die eigenen Planungen. So wird eine extrem individuelle Implantierung möglich, bei der die körperlichen Eigenheiten viel umfänglicher als zuvor berücksichtigt und erhalten werden können. Beine und Gelenke werden so wiederhergestellt, wie sie vor der Implantierung waren.

Auch im fortgeschrittenen Alter weiterhin mobil

Schließlich erfolgt der eigentliche Eingriff, bei dem der Chirurg eine Säge nutzt, die an einem Roboterarm befestigt ist. Klar ist: Der Mensch führt die Maschine, nicht umgekehrt. Damit dieser sich aber präzise an den zuvor erstellten Operationsplan hält, stoppt der Roboterarm den Vorgang bei Abweichungen sofort. Mit der neuen Technik kann der Operateur auf 0,5 Millimeter genau arbeiten - ein Bereich, in dem selbst die besten Chirurgen von Hand minimale Abweichungen in Kauf nehmen müssten. „Derartige Präzision ist nach menschlichem Ermessen ohne das System nicht möglich“, sagt Prof. Dr. Windhagen.

Seit 2016 wird das für Patienten und Krankenkassen kostenneutrale Assistenzsystem am DIAKOVERE Annastift, der Orthopädischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), eingesetzt. „In diesen drei Jahren haben wir eine stabile Basis an Erfahrungen angesammelt und wissen genau, bei welchen Patienten diese Präzisionshilfe  den Unterschied macht“, sagt Prof. Dr. Henning Windhagen. Ein zukunftsweisendes Angebot, denn immer mehr Menschen sind auf künstliche Knie- und Hüftgelenke angewiesen, um im fortschreitenden Alter weiterhin mobil sein zu können.

Mehr als 100 Eingriffe konnten am DIAKOVERE Annastift bereits erfolgreich durchgeführt werden. Die Erfahrungen zeigen: Die Operationsdauer ist kurz, Gelenke schwellen nach dem Eingriff kaum an, erste wissenschaftliche Erkenntnisse legen zudem den Schluss nahe, dass das Schmerzem­pfinden geringer sind. Schon jetzt zeigen die Entlassungszahlen, dass viele Patienten etwas schneller wieder zu Hause sind als bei der rein manuellen OP-Technik.

DIAKOVERE Annastift europaweites Ausbildungszentrum

Drei Operateure am Annastift nutzen die Technik bereits, drei weitere werden aktuell  weiter­gebildet. Die Orthopädisch Klinik der MHH im DIAKOVERE Annastift wurde jetzt - neben  fünf weiteren europäischen Zentren - bundesweit als erste Klinik von der „Europäischen Orthopädischen Fachgesellschaft“ (EFORT) als Ausbildungszentrum für das System benannt. Das Haus beweist auch in diesem Fall seinen Charakter als Lernstätte für medizinische Innovation. Wie groß die Expertise für die computerassistierte OP-Technik am DIAKOVERE Annastift ist, beweisen die Operationskurse, bei denen es unter anderem auch um Roboterassistenzsysteme wie “Mako“ geht.

 
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