Wirbelwind der Töne erobert kleines Hauskonzert

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Raphaela Gromes und Julian Riem

Das war kein klassisches Klassikkonzert. Das war etwas Besonders. Ein Wirbelwind der Töne. Chaos der Gefühle. Mal fröhlich, ekstatisch; mal melancholisch, traurig. Alle Stadien einer unglücklichen Liebe. Komponiert von Richard Strauss, als er 18 Jahre alt war und die Frau eines anderen begehrte. Gespielt von Raphaela Gromes (in rotem Kleid, Violoncello) und Julian Riem (Flügel). Rund 130 Jahre liegen zwischen Komposition und diesem Auftritt im Festsaal des DIAKOVERE Friederikenstifts.

Gefühlt steckt der Zuhörer mitten in dieser Zeit. Ende des 19. Jahrhunderts. Ein hochherrschaftliches Herrenhaus. Ein Flügel, zwei Leuchter, ein Gemälde an der Wand, opulente Vorhänge vor den Fenstern. Und zwei wunderbare Musiker geleiten durch den frühen Abend. Mit vollem Körpereinsatz und Eleganz reiben sich Cello und Klavier aneinander. Wie ein Dialog zwischen Mann und Frau. Man versteht sich, man neckt sich. Schaukelt sich aneinander hoch und widerspricht sich, um sich gleich darauf wieder zu versöhnen. Das bestimmende Cello lässt den feinen Tönen des Klaviers den Vortritt, dann erobert es plötzlich die Dominanz der Laute zurück.

Möglich gemacht haben dieses Konzert der Freundeskreis des Friederikenstift und die Anja-Fichte-Stiftung aus der Wedemark, die die mehrfach ausgezeichneten Musiker verpflichtete. Es waren nicht nur die Zuhörer von dem Abend begeistert. Gromez sagte: „Man merkt schnell, ob das Publikum einem wohlgesonnen ist. Hier war es etwas Besonderes. Ich hatte das Gefühl, von der ersten Minute an Zugang zu haben.“ Riem ergänzte: „Es war sehr schön zu spielen. Der enge Kontakt zum Publikum – das war wie ein Hauskonzert.“

Der gute Zweck des Abends ging zugunsten des DIAKOVERE Lukas Fonds. Durch ihn werden kostspielige Operationen für Kinder aus Krisengebieten finanziert, denen in ihren Heimatländern der Zugang zu adäquater Medizin fehlt. 600 Euro kamen an diesem Abend zusammen. Gromes und Riem spendeten die Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Tonträger. Gromes entzückt: „Dieser Abend war sinnstiftend.“

 
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