Team im Krankenhaus

Die Henriettenstiftung im Nationalsozialismus: 1933-1945

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde von der Leitung der Henriettenstiftung zunächst begrüßt. Nicht zuletzt sah man  im Führerprinzip und dem System der so genannten Volksgemeinschaft, in der die Interessen des Einzelnen einem großen Ganzen untergeordnet wurden, eine staatliche Entsprechung zur Gehorsamsstruktur des Mutterhaussystems.

Doch kam es schon bald zu Konflikten. 

Im Rahmen ihrer Rassen- und Bevölkerungspolitik bauten die Nationalsozialisten eine eigene, so genannte ‚Braune Schwesternschaft’ auf. Diese drohte, immer mehr Arbeitsfelder der Henriettenstiftung zu übernehmen. 

Um der Bevölkerung die NS-Ideologie zu vermitteln, sollten auch in Gemeindestationen möglichst viele Stellen mit ‚braunen Schwestern’ besetzt werden.

Insgesamt konnte die Henriettenstiftung aber die meisten Arbeitsfelder halten, da es nicht genügend Mitglieder der NS-Schwesternschaft gab, um die Positionen zu besetzen.

Im Zuge der NS-Erbgesundheitslehre und -Bevölkerungspolitik wurde 1933 für alle Schwestern eine Schulung zur ‚Einführung in die nationalsozialistische Gedankenwelt’ durchgeführt.

1934 wurde die Henriettenstiftung ebenso wie das Friederikenstift und die anderen größere Krankenhäuser im Rahmen des ‚Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses’ zur Durchführung von Zwangssterilisationen ermächtigt. Für ‚erblich minderwertig’ befundene Personen wurden auch gegen ihren Willen sterilisiert.

Im Zweiten Weltkrieg arbeiteten die Schwestern der Henriettenstiftung vor allem im Krankenhaus und in den Gemeinden weiter, teilweise auch in Lazaretten.

Im Oktober 1943 wurden das Mutterhaus und das Krankenhaus der Henriettenstiftung am Misburger Damm, der heutigen Marienstraße, bei einem Bombenangriff weitgehend zerstört.

Publikation zum Thema

Die Jahre 1933 - 1945 im Spiegel der „Blätter aus dem Henriettenstift" und der „Schwesternrundbriefe"
von Andreas Sonnenburg

 

zurück

 
zu unseren Spendenprojekten