Team im Krankenhaus

Geschichte der Henriettenstiftung: Krankenpflegeausbildung ab 1900

Die Ausbildung der Schwestern erfolgte vor allem durch praktische Erfahrungen und religiöse Unterweisung. In erster Linie wurden Diakonissen, in zweiter Linie Pflegerinnen ausgebildet.

In ihrer täglichen Arbeit wurden die Diakonissen infolge der Modernisierung in der Medizin immer mehr in die Assistenz der Ärzte eingebunden und übernahmen neben der rein pflegerischen Tätigkeit beispielsweise auch die Narkosen und die Verbände im Operationssaal.

Um 1900 wurde wegen des medizinischen Fortschritts eine fachliche Pflegeausbildung immer wichtiger. Auch die bürgerliche Frauenbewegung setzte sich in der Pflege für veränderte Ausbildungsstandards ein.

1906 schrieb der Bundesratsbeschluss über ein staatliches Krankenpflegeexamen eine einjährige Ausbildung mit einer abschließenden Prüfung vor. Bereits 1908 richtete die Henriettenstiftung eine eigene Krankenpflegeschule ein. Die Schwestern erhielten am Anfang und Ende der Ausbildung Unterricht. Die meiste Zeit waren sie in der praktischen Pflege eingesetzt.

Ein Jahr später wurde ein ministeriell erarbeitetes Lehrbuch für Krankenpflege als verbindliches Unterrichtsmaterial eingeführt.

Nach der Kaiserswerther Generalkonferenz 1923 sollte die theoretische Ausbildung nicht länger hinter der praktischen zurückstehen und das bisher erfahrungsbasierte Ausbildungskonzept änderte sich. 1926 fand der erste dreimonatige Fortbildungskurs für Lehrschwestern in Sarepta/Bielefeld statt.

Die Henriettenstiftung führte für Diakonissen eine mehrstufige Ausbildung mit dem Abschluss der staatlichen Krankenpflegeprüfung ein, die fünf Jahre dauerte und praktische und theoretische Blöcke mit einem großen diakonischen Anteil vereinte. 

Der Unterricht in der Krankenpflegeschule erfolgte in Grundlagen der Medizin vor allem durch Ärzte und Lehrschwestern und wurde in Blöcken am Anfang und Ende der Ausbildungszeit erteilt. Die meiste Zeit arbeiteten die Schwestern in den Außenstationen der Stiftung. Die Praxis des Blockunterrichts wurde in der Henriettenstiftung bis Anfang der 1960er Jahre durchgeführt. 

Für die so genannten Hilfsschwestern in der Stiftung gab es eine zweijährige Ausbildung, die mit der staatlichen Krankenpflegeprüfung abschloss. 

Angesichts der Konkurrenz durch die „Braunen Schwestern“ der Nationalsozialisten wurden die Hilfsschwestern der Henriettenstiftung 1939 in der Verbandsschwesternschaft vereinigt, die 1987 in „Diakonische Schwestern- und Bruderschaft“ umbenannt wurde.

Ebenfalls in den 1920er Jahren entstand in der Henriettenstiftung eine der ersten eigenständigen Röntgenabteilungen in der Provinz Hannover, die mit der fortschreitenden Entwicklung zunehmend bedeutsamer wurde.

Krankenpflegeausbildung heute

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