Team im Krankenhaus

Modernisierung 1945-2010

In der Nachkriegszeit war das Mutterhaus mit seinem Ausbildungs- und Versorgungsangebot für viele Frauen attraktiv und die Zahl der Diakonissen in der Henriettenstiftung stieg wieder an.

Auch Anfang der 1950er Jahre hatten Frauen noch immer wenig berufliche Alternativen. Die Pflege wurde oftmals als befriedigende Arbeit wahrgenommen. Sie war geprägt durch die Rundumbetreuung der Patienten.

Ab Mitte der 1950er Jahre traten immer weniger Schwestern als Diakonissen in die Stiftung ein. Im Zuge der Emanzipation und der gesellschaftlichen Veränderungen erwarteten immer mehr Frauen neben der Tätigkeit in der Pflege auch ein Familien- und Privatleben und es entschieden sich immer weniger Frauen für ein Leben als Diakonisse. 

Um Nachwuchs zu gewinnen, wurden Krankenpflegeschulen ausgebaut und eine Pflegevorschule für junge Mädchen eröffnet. Tatsächlich entschieden sich zwar wieder mehr Frauen für eine Pflegeausbildung in der Henriettenstiftung, nicht aber für ein Leben im Mutterhaus.

Ab den 1960er Jahren trugen die Umstellung auf Schichtdienste und die tätigkeitsbezogene Arbeitsteilung zur völligen Umgestaltung der Krankenpflege bei. Die Schwestern wurden immer mehr zu Helferinnen der Ärzte. Ab 1962 wurde der theoretische Teil der Ausbildung parallel zur praktischen Arbeit angeboten. 1960 eröffnete die Stiftung eine Altenpflegeschule und führte in den 1970er Jahren berufsbegleitende Fachausbildungen ein.

Zwischen 1955 und 1970 ging die Zahl der Diakonissen von 560 auf 320 zurück, die Hälfte der Schwestern lebte im Ruhestand.

In den 1970er Jahren kam es im Bereich der Kliniken zu entscheidenden Neuerungen:

1972 wurde die Klinik für Medizinische Rehabilitation und Geriatrie (heute: Zentrum für Medizin im Alter) in Betrieb genommen. Mit der medizinischen Behandlung, der Pflege und der sozialen Reintegration von alten Patienten nahm sich die Henriettenstiftung einem medizinischen Bereich an, der damals erst langsam in den Fokus der Medizin gelangte. Die Klinik für Medizinische Rehabilitation und Geriatrie an der Henriettenstifung war damit eine der ersten Spezialkliniken für Alterserkrankungen bundesweit.

Ebenfalls in den 1970er Jahren wurde die Nuklearmedizinische Klinik in der Henriettenstiftung eröffnet. Die Nuklearmedizinische Klinik war seinerzeit neben der in der MHH die einzige Klinik für Nuklearmedizin in Hannover. Sie entwickelte sich rasant, sowohl was die technische Ausstattung als auch was die diagnostischen Fortschritte betraf.

Bis Ende der 1980er Jahre hatte sich das Bild des Krankenhauses als Stiftskrankenhaus seit seiner Gründung grundlegend gewandelt.

Die Henriettenstiftung musste sich den nachhaltigen Veränderungen des sich mehr und mehr am Markt orientierten Gesundheitssystems stellen. Auf Wettbewerb, Kostendruck und Wirtschaftlichkeit wurde frühzeitig reagiert und so der große Schritt von der Einrichtung zur Unternehmung vollzogen. Der diakonische Grundgedanke blieb dabei erhalten und maßgeblich für alle Unternehmensentscheidungen.

Wesentlicher Teil dieser Veränderungen ist die Gründung der Diakonischen Dienste Hannover (DDH) 2006. 

Um sich am Markt weiter positionieren und sich Fragen der Wirtschaftlichkeit stellen zu können, aber auch um die diakonische Präsenz in einem immer größer werdenden Wettbewerb zu stärken, schlossen sich das Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung gGmbH (DKH), die Altenhilfe (HAH) und die Ausbildungsreinrichtungen der Henriettenstiftung 2006 gemeinsam mit den Betriebsgesellschaften des Annastifts und des Friederikenstifts zu den Diakonischen Diensten Hannover gGmbH zusammen, die seit 2015 unter der gemeinsamen Dachmarke DIAKOVERE firmieren.

Aus dem Stiftskrankenhaus wurde so eine Unternehmung innerhalb eines größeren Verbundes, die sich am komplexen Gesundheitsmarkt zu behaupten gelernt hat.

 

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