Ärzteteam Orthopädie im Annastift

Das Femoro-azetabuläre Impingement (FAI)

Beim Impingement der Hüfte kommt es zu einem knöchernen Anschlag zwischen dem Schenkelhals des Oberschenkelknochens und der Gelenklippe (Labrum) der Hüftpfanne (Abb. 11 und 12). Der Altersgipfel ist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahres. Typischerweise treten Beschwerden in der Leiste nach längerer sportlicher Belastung oder längerem Sitzen bei gebeugter Hüfte auf. Gelegentlich strahlen die Schmerzen in den Oberschenkel bis hin zum Knie aus und es besteht eine eingeschränkte Beweglichkeit, insbesondere die Drehung im Hüftgelenk nach innen, des Hüftgelenks. Schmerzen können bei gebeugter Hüfte und gleichzeitiger Innendrehung des Beines ausgelöst werden, da sich hierbei der Schenkelhals der Gelenklippe annähert. Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten des Impingements unterschieden, dem sog. CAM und das PINCER Impingment.

Beim CAM-Impigment sind knöcherne Anbauten – sog. „Bumps“ – oder eine asphärische Form des Hüftkopfes dafür verantwortlich, dass der Schenkelhals schneller als üblich an das Labrum anschlägt und dieses beschädigt (Abb. 11). Am ehesten sind Männer zwischen 30 und 40 betroffen.

Abb. 11: Femoro-azetabuläres Impingement – Typ CAM
Abb. 12: Femoro-azetabuläres Impingement – kombiniertes CAM-/Pincer-Impingement

Beim Pincer-Impigement (Abb. 12) sind eher Frauen um das 40. Lebensjahr betroffen. Hierbei ist eine vermehrte Überdachung des Hüftkopfes durch die Pfanne dafür verantwortlich, dass die Beweglichkeit eingeschränkt ist und auch hierbei das Labrum durch den verfrühten Anschlag an den Schenkelhals beschädigt werden kann. Auch eine vermehrte Retroversion (Rückneigung) der Pfanne führt zum Pincer-Impingement (Abb. 13). Bei einem Impingement durch Retroversion kann der vordere Pfannenrand getrimmt werden und die zuvor abgelöste Gelenklippe mit Ankern wieder refixiert werden (Abb. 14).

Abb. 13: Aufgrund einer Fehlrotation der Pfanne nach hinten, bestand bei der Patientin ein femoro-azetabuläres Impingement am vorderen Pfannenrand
Abb. 14: Im Rahmen einer offenen, chirurgischen Hüftgelenksluxation (über eine Trochanter-Flip-Osteotomie) wurde die Gelenklippe (Labrum) abgelöst, der vordere Pfannenrand getrimmt und danach die Gelenklippe mit Ankern refixiert

Häufig treten jedoch beide Impingement-Formen kombiniert auf und es kommt in jedem einzelnen Fall darauf an, welche Operationsmethode (Arthroskopie, Mini-open-Technik, offene Luxation) angewandt wird, wenn eine konservative Therapie nicht mehr zum Erfolg führt.

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