Ärzteteam Orthopädie im Annastift

Die Operations-Technik „Mini-open“

Abb. 19: Genaueste Planung bis ins Detail vor einer jeden Operation

 Ist eine arthroskopische Operation aufgrund gewisser anatomischer Vorraussetzungen bei dem Hüft-Impingement nicht möglich und das Gelenk dennoch für einen Erhalt geeignet, kann die Operation über einen so genannten vorne gelegenen "Mini-open"-Zugang (Anteriorer MIS) vorgenommen werden   

Das Vorgehen wird immer durch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) begleitet und bietet so eine optimale Versorgung mit doppelter visueller Kontrolle während des Eingriffs. Somit ist eine hohe Präzision des Vorgehens gesichert.

Dies kann bei dem CAM-Impigement daran liegen, dass die knöchernen Anbauten am Oberschenkelhals eher hinten gelegen sind und über die arthroskopischen Zugänge nicht zu erreichen sind. Beim Pincer-impigement kann der knöcherne Pfannenrand so ausgeprägt sein, dass eine rein arthroskopische Operation ebenfalls an Ihre Grenzen stöst. Nach den notwendigen klinischen Tests und speziellen Röntgen-Untersuchungen (konventionell, ggf. Arthro-MRT, ggf. CT mit Rekonstruktion) wird die Operation geplant (Abb. 19).

Abb. 20: Während der Operation erfolgt eine präzise Markierung für den chirurgischen Abtrag

Es wird ein ca. 6–8 cm langer, so genannter anteriorer Schnitt angelegt und die Muskulatur schonend beiseite gehalten, um das Gelenk zu erreichen. Nach Eröffnen der Kapsel, kann nun die entsprechende Fehlstellung unter Sicht und arthroskopisch assistiert beseitigt werden (Abb. 20).

Es kann während der Operation unter Sicht überprüft werden, wie die Beweglichkeit des Hüftgelenks ist und an welcher Stelle noch knöcherne Hindernisse sind. Der Eingriff dauert ca. 1,5–2 Stunden. In der Regel darf der Patient nach der Operation das operierte Bein voll belasten und passiv alle Bewegungen durchführen. Leichte Sportarten wie Fahrradfahren und Schwimmen können nach 3–4 Wochen begonnen werden, Kontaktsportarten nach 12 Wochen. Wird die Gelenklippe operativ refixiert, muss der Patient 6 Wochen teilbelasten und wird nach hausinternen Nachbehandlungsplan krankengymnastisch beübt, sportliche Betätigung kann entsprechend verzögert durchgeführt werden. Der stationäre Aufenthalt dauert 4–6 Tage.

Die arthroskopisch assistierte Mini-open-Operation zur Behandlung des Hüftimpingements bietet eine gute Alternative zur Arthroskopie bei komplexeren Fällen, durch die das Gelenk aber trotzdem erhalten werden kann.

Unser Team konnte dieses Operationsverfahren direkt von dem spanischen Erstbeschreiber und weltweit anerkannten Hüftchirurgen Dr. Manuel Ribas in Barcelona erlernen. Wir können als eines der wenigen Zentren in Deutschland dieses Verfahren zur Versorgung des femoro-azetabulären Impingements anbieten.

Fakten zur Mini-open-Operationstechnik:

<b>Operationsdauer:</b> 90–120 Minuten
<b>Krankenhausaufenthalt:</b> Ca. 4–6 Tage
<b>Mobilisation:</b> Je nach Prozedur – von Vollbelastung bis Teilbelastung an Unterarmgehhilfen für 6 Wochen
<b>Anschlussheilbehandlung:</b> Nein
<b>Sprechstunde:</b> Dr. med. Marco Ezechieli, Dr. med. Thilo Flörkemeier

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