Ärzteteam Orthopädie im Annastift

Minimalinvasive Hüft- und Knieendoprothetik

Wichtige Informationen zum künstlichen Gelenkersatz

Prof. Dr. med. Henning Windhagen (Direktor Orthopädische Klinik der MHH)
Prof. Dr. med. Henning Windhagen (Direktor Orthopädische Klinik der MHH)

Minimalinvasive Operationstechniken in der Endoprothetik bedeuten eine nachhaltige Evolution in der Hüft- und Knieendoprothetik. Die Hüftspezialisten der Orthopädischen Klinik der MHH im Annastift sind Pioniere dieser Operationstechnik und bieten kontinuierlich Operationskurse für Kollegen an, die diese Technik erlernen wollen. Unsere dominierenden Zugänge an der Hüfte sind vordere (anteriore) Zugangstechniken und am Knie beugemuskelunterführende (subvastus) Techniken.

Unsere Erfahrungen und wissenschaftlichen Arbeiten während der letzten Dekade zeigen Vorteile für den Patienten mit einer schnelleren Rehabilitation und somit raschen Wiederherstellung des aktiven Lebens. Gleichzeitig zeigt sich ein besonderer Schutz gegen Hüftluxationen. Im Langzeitvergleich sind die minimalinvasiven Techniken gleichwertig, aber nicht unbedingt besser. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die muskelschonenden Zugangswege einen erheblichen Einfluss auf alle anderen Zugangstechniken haben: Die schonende Behandlung der Weichteile hat heute eine wesentlich höhere Bedeutung als vor zehn Jahren!

Minimalinvasive Zugänge bedeuten Zugangswege zum Gelenk durch Muskellücken mit Vermeidung oder nur minimaler Ablösung von Muskeln. Dabei können die Hautschnittlängen reduziert und für den Patienten kosmetisch vorteilhafte Narben erzielt werden.

Minimalinvasive Zugänge bedeuten aber auch eine reduzierte Übersicht über das Operationsgebiet. Damit steigt das Risiko für Komplikationen, insbesondere durch Fehlpositionierungen der Prothesenteile. Diese Risiken sind wissenschaftlich belegt. Die Priorität in der Endoprothetik sollte deshalb auf einer perfekten Position und Präzision der Prothesenverankerung liegen. Dieser Aspekt darf durch Zugangstechniken nicht kompromittiert werden!

Patienten, die sich für minimalinvasive Techniken interessieren, sollten sich gut beraten lassen und unbedingt ihr individuelles Risiko kennen, da Unterschiede im Schwierigkeitsgrad insbesondere bei muskulösen und übergewichtigen Patienten vorliegen.

Eine Idealsituation wird dann erreicht, wenn ein verantwortungsvoller, sehr gut ausgebildeter Hüftspezialist den für den Patienten individuell am wenigsten invasiven Zugang wählt, der gleichzeitig die perfekte Position der Prothese garantiert.

 
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