Prostatakrebs zuverlässig diagnostizieren – mit neuen bildgebenden Verfahren

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Deutschlands Urologen stellen jedes Jahr 70 000 neue Prostatakrebsdiagnosen. Es ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Etwa 12 000 Menschen sterben jährlich an dieser Krankheit – der dritthöchste Wert nach Lungen- und Dickdarmkrebs. Maßnahmen zur Früherkennung, wie die Feststellung des so genannten PSA-Wertes bei Männern jenseits der 40, werden kontrovers diskutiert, da sie neben lebensbedrohlichen auch wenig aggressive Prostatakrebsformen erkennen lassen, die nicht unbedingt behandelt werden müssen, und damit auch eine gewisse Überdiagnostik und Übertherapie zur Folge haben.

Doch die Forschung schläft nicht. Bildgebende Diagnostik wie die so genannte Elastographie, computerisierter Ultraschall (cTRUS-ANNA) und spezielle Kernspin- Untersuchungen (multiparametrische Magnetresonanztherapie), lassen gefährliche bösartige Tumore in der Prostata schneller und zuverlässiger erkennen, sind aber bei wenig aggressiven Tumoren selten auffällig. Die Entwicklung dieser bildgebenden Verfahren zur Früherkennung von Prostatakarzinomen, die auch im Prostatazentrum des Diakoniekrankenhauses Friederikenstift (DKF) in Hannover verwendet werden, stellt einen thematischen Schwerpunk des 9. Nordkongresses der Urologen vom 18. Bis 20. Juni im Hannover Congress Centrum.

Gastgeber des Forums ist der Präsident des Kongresses, Privatdozent Doktor Stefan Conrad. Conrad ist Chefarzt der Urologischen Klinik und Leiter des Prostatazentrums im DKF. Rund 800 Urologen der Vereinigung Norddeutscher Urologen, der Berliner Urologischen Gesellschaft und der Brandenburger Gesellschaft für Urologie haben sich für die Jahrestagung angemeldet. Hochrangige Experten dozieren über die bildgebende Diagnostik hinaus über moderne Behandlungsansätze bei Inkontinenz von Frauen und Männern, Zukunftsperspektiven in der urologischen Onkologie sowie aktuelle Trends in der Steinbehandlung. Ziel ist es, sektorenübergreifende Kooperationen zu bilden und sich elektronisch zum Wohl des Patienten zu vernetzen.

Wichtiger Bestandteil des Kongresses ist ein öffentliches Forum für Betroffene, Patienten und Angehörige – die Laienveranstaltung PatientenAkademie. Drei hochrangige Urologen referieren am Freitag, den 19. Juni von 16.30 Uhr bis 18 Uhr im Bonatz Saal des Hannover Congress Centrums die Themen Erkrankungen der Prostata, Probleme mit der Blase, Moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Inkontinenz. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.  

 
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