zurück zu unserem Leistungsspektrum

Akutschmerzdienst

In der Evolution hat Schmerz einen wichtigen Stellenwert; so signalisiert er dem Körper im Zusammenhang mit bedrohlichen Situationen, sich entweder via Fluchtverhalten einem schädigenden Reiz zu entziehen oder aber den Körper bis zur Genesung von einer Verletzung oder Erkrankung zu schonen.

Als Folge einer Operation ist Schmerz jedoch meistens kontraproduktiv, da er nicht nur als sehr unangenehm empfunden wird, sondern auch Komplikationen oder einen verlängerten Krankenhausaufenthalt bewirken kann.

Vor diesem Hintergrund wurde im Friederikenstift in den letzten Jahren als Tochter des Interdisziplinären Schmerzmanagements der Akutschmerzdienst aufgebaut, der Ende 2011 durch den TÜV Rheinland auch zertifiziert wurde. Als Bestandteil der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerzmedizin wurde der Akutschmerzdienst gemäß der S3-Leitlinien zur Behandlung von Schmerzen im Rahmen von Operationen und nach Verletzungen konzipiert.

Jeder Patient, der im Friederikenstift operiert wird, wird bereits vor der Operation über die Möglichkeiten der Schmerztherapie aufgeklärt. Hierbei wird die Schmerztherapie speziell auf den Patienten und seine geplante Operation abgestimmt.


Zur Anwendung kommen je nach Situation unterschiedliche Therapieformen:

  • Schmerzkatheter sind als modernes Therapieverfahren eine hocheffektive Möglichkeit, nach vielen operativen Eingriffen die Schmerzsituation zu optimieren.

    Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und Orte, Schmerzkatheter erfolgreich zu platzieren. Soll ein peripherer Nerv betäubt werden, so geschieht dies in der Regel vor der Operation durch den Anästhesisten nach enger Absprache mit dem Operateur. Hier kommt zum Aufsuchen des jeweiligen Nervengeflechts entweder ein Ultraschallgerät oder ein Nervenstimulator zum Einsatz.

    Es können aber auch Katheter intraoperativ vom Chirurgen platziert werden. Durch diese Katheter werden dann kontinuierlich oder bolusweise mit Hilfe von speziellen Pumpen (s.u.) die entsprechenden Nerven mit Lokalanästhetika betäubt. So kann z.B. nach einer Schulteroperation der Patient viel früher schmerzarm bis –frei diese bewegen, was den Erfolg einer solchen Operation optimiert.

    Weiter gibt es die Option, peridurale (rückenmarknahe) Katheter (PDK) zur Schmerztherapie während und nach der Operation zu legen. Hierbei wird entweder auf Höhe der Lenden oder Brustwirbelsäule unter örtlicher Betäubung vom Anästhesisten ein Katheter platziert, der dann mit Lokalanästhetika und Opiaten bestückt wird. Hierdurch kann zum einen eine sehr gute Schmerztherapie für den Patienten erzielt werden, aber auch Komplikationen wie Lungenentzündung, Thrombose oder Darmverschluss sind nachweislich deutlich seltener.

Ambit-Pumpe
Ambit-Pumpe
Graseby-Pumpe
Graseby-Pumpe

  • Schmerzpumpen werden auch für die Patienten-kontrollierte Analgesie (PCA) verwendet. Hierbei kann der Patient sich entweder selbst eine zuvor definierte Menge Lokalanästhetikum in einen Schmerzkatheter injizieren oder aber auch ein starkes Schmerzmittel (Opiat) intravenös verabreichen. Hierbei wird die Pumpe zuvor so eingestellt, dass keinerlei Schaden für den Patienten entstehen kann.

  • Schmerzmedikamente in Tabletten- oder Tropfenform sind weiterhin ein fester Bestandteil der Schmerztherapie während und nach der Operation. Hierbei ist für jeden Patienten schon vor der Operation festgelegt, welche Medikamente er zu festen Zeiten erhält oder aber sich bei Bedarf von der Stationsschwester einfordern darf.

  • Nicht medikamentöse Schmerztherapie ist in vielen Fällen eine sehr wirksame Methode, Schmerzen zu behandeln. Die Palette hierbei reicht von Lagerungstherapie, physikalischen Maßnahmen (Wärme-/Kältetherapie)bis zu Elektrostimulationstherapie (z.B. TENS). Hierbei besteht eine gute Kooperation mit der Physiotherapie unseres Hauses. Nicht zuletzt sind persönliche Gespräche und Beratung bezüglich Entspannungsmethoden ein wichtiger Bestandteil der Schmerztherapie.

Das Team des Akutschmerzdienstes

Dr. Nicolas Jakobs, DESA
Viktoria Tesch

Der Akutschmerzdienst sorgt bei den operativen Patienten für eine bestmögliche analgetische Versorgung. Er ist sieben Tage in der Woche durch speziell dafür ausgebildete Pain Nurses und ärztliche Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerzmedizin besetzt.
Patienten mit Schmerzkathetern oder PCA-Pumpen werden täglich visitiert. Sollten Probleme bezüglich der Schmerzeinstellung eines Patienten auftreten, so ist der Akutschmerzdienst Ansprechpartner sowohl für die Stationsärzte als auch für die Pflegenden und die Physiotherapie.


Pain Nurses

Schwester Almuth
Schwester Sabine
Schwester Sylvia

Unsere Pain Nurses sind speziell ausgebildete Krankenschwestern mit besonderem Fachwissen und Problembewusstsein im Bezug auf die Betreuung von Schmerzpatienten. In ihrer Ausbildung erlangten sie historische, anatomische, physiologische und pharmakologische Kenntnisse und nicht zuletzt eine Beratungskompetenz im speziellen Gebiet der Schmerztherapie, die sowohl von Pflegenden als auch von ärztlich tätigen Mitarbeitern mittlerweile sehr geschätzt wird. 

 
zu unseren Spendenprojekten