Liebe Patientinnen und Patienten,

herzlich Willkommen in der Abteilung für Katheterangiographie und PTA, die das DIAKOVERE Friederikenstift in Kooperation mit der Radiologen-Gemeinschaftspraxis am Marstall betreibt.

Hier geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über unsere Arbeit. Insbesondere für diejenigen, die noch nicht bei uns waren, ergeben sich vielleicht Fragen, die wir Ihnen gerne beantworten.

 


Was ist eine Katheter-Angiographie?

Angiographie ist eine Röntgenuntersuchung, bei der Blutgefäße mit Hilfe von Kontrastmittel sichtbar gemacht werden. Der Einsatz einer modernen elektronischen Bildverarbeitung (digitale Subtraktionsangiographie – DSA) ermöglicht, die Ursache der Beschwerden genauer festzustellen und krankhafte Veränderungen zu lokalisieren.

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Was ist vor einer Katheter-Angiographie oder Ballondilatation zu beachten?

Vor der Untersuchung werden bestimmte Blutwerte abgenommen, die Auskunft über Nieren- und Schilddrüsenfunktion sowie die Blutgerinnung liefern (Kreatinin, TSH basal und T3+T4, Quick, PTT, Thrombozyten). Mit wenigen Ausnahmen können und sollen Sie Ihre üblichen Medikamente einnehmen wie vom Hausarzt verordnet. Wenn Sie allerdings wegen Zuckerkrankheit (Diabetes) metforminhaltige Tabletten einnehmen, müssen diese zwei Tage vor unserer Kontrastmittelgabe abgesetzt werden und dürfen erst nach weiteren 48 Stunden wieder eingenommen werden. Ob eine „Ersatztherapie“ während dieser vier Tage erforderlich ist, müssen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Internisten besprechen.

Auch blutgerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar müssen einige Tage vor einer Arterienpunktion abgesetzt werden, da sie das Risiko eines Auftretens von Blutungen während und nach der Untersuchung erhöhen. Thrombozytenaggregationshemmer (ASS oder Aspirin und Plavix oder Escover) können und sollen weiter eingenommen werden.

Mindestens vier Stunden vor der Untersuchung dürfen Sie nichts mehr essen. Trinken dürfen Sie bis eine Stunde vor Untersuchungsbeginn stilles Wasser, Saft oder gesüßten Tee. Auch Ihre üblichen Medikamente sollten Sie mit etwas Flüssigkeit noch am Morgen der Untersuchung einnehmen. Nur harntreibende Tabletten („Wassertabletten“) sollen nicht mehr eingenommen werden.

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Wie erfolgt die Untersuchung?

In der Regel klärt Ihr Arzt Sie 24 Stunden vor der Untersuchung über den geplanten Ablauf, mögliche Begleiterscheinungen und evtl. Komplikationen der Untersuchung auf.

Nach ggf. erforderlicher Rasur der Punktionsstelle, Desinfektion, steriler Abdeckung und örtlicher Betäubung der Einstichstelle (Punktionsstelle) führt der Arzt eine dünne Hohlnadel in ein Blutgefäß in der Leiste oder Ellenbeuge ein. Durch die Hohlnadel wird zunächst unter Röntgenkontrolle ein Führungsdraht in die Arterie vorgeschoben, über den der Arzt dann einen Katheter an die gewünschte Stelle plaziert. Dies ist weitgehend schmerzlos. Während der Kontrastmittelgabe wird häufig ein kurzzeitiges Wärmegefühl empfunden. Durch die Vermischung von Blut und Kontrastmittel werden die Blutgefäße, auch die der inneren Organe, auf dem Röntgenbild sichtbar.

Die Untersuchung dauert in der Regel eine halbe Stunde. Nach Abschluss der Untersuchung wird der Katheter entfernt und für ca. vier Stunden wird ein Druckverband angelegt. Patienten, bei denen die Leiste punktiert wurde, müssen so lange Bettruhe einhalten. Wenn die Angiographie über eine Armarterie erfolgt ist, sollen Sie den punktierten Arm für vier Stunden ruhigstellen.

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Mögliche Komplikationen

Selten treten nach Abklingen der örtlichen Betäubung leichte Schmerzen an der Punktionsstelle auf. Es  kann auch es zu kleinen Blutergüssen kommen. Selten gibt es leichte allergische Reaktionen auf Kontrastmittel. Schwere Komplikationen – z. B. massive Blutungen, Gefäßverletzungen oder Durchblutungsstörungen sowie Entwicklung eines Infektes oder schwere allergische Reaktionen – sind sehr selten.

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Warum wird eine Katheterangiographie durchgeführt?

Die Katheterangiographie wird zur Diagnostik von Gefäßerkrankungen eingesetzt, z. B.:
 

  • AVK: Arterien-Verschluss-Krankheit
  • Aneurysmen: krankhafte Gefäßerweiterungen
  • Gefäßmissbildungen

Am häufigsten führen wir eine Becken-Bein-Angiographie bei peripherer Verschlusskrankheit durch, also der„Schaufensterkrankheit“, bei der Wadenschmerzen nach einer kurzen Gehstrecke auftreten.

Wir untersuchen häufig auch die Halsgefäße, wenn sich z. B. bei einer Dopplersonographie der Verdacht auf eine stärkere Verengung einer Halsschlagader ergeben hat.

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Radiologische Katheter-Intervention

Unter radiologischer Intervention versteht man Verfahren zur Behandlung von bestimmten Erkrankungen mit Kathetertechnik. Der Behandlungsverlauf und -erfolg werden durch Katheterangiographie kontrolliert.

Am häufigsten wird eine Ballonkatheterdilatation (oder PTA: Perkutane Transluminale Angioplastie) zur Aufdehnung von Blutgefäßverengungen durchgeführt.

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Durchführung einer Ballonkatheterdilatation (PTA) und Nachsorge

In der Regel wird als Zugang zu Ihren Arterien die Leistenregion, seltener die Ellenbeuge gewählt. In örtlicher Betäubung wird nach Arterienpunktion eine dünne Kunststoffhülse in das Blutgefäß geschoben, die mit einem Ventil versehen ist. Durch diese „Schleuse“ wird ein dünner und biegsamer Draht unter Röntgendurchleuchtung vorsichtig in die Zielregion vorgeschoben, und hierüber dann der Ballonkatheter eingeführt.

Der Ballonkatheter wird in der Engstelle mit verdünntem Kontrastmittel gefüllt. Um verengte Gefäße mit Verkalkungen auf normale Weite zu bringen, können Drucke von 10–12 bar erforderlich sein. Dies kann mit einer leichten Schmerzreaktion einhergehen, dauert aber meistens nur 1–3 Minuten. Dabei werden die arteriosklerotischen Ablagerungen platt gedrückt. Das Aufblasen muss oft zwei- oder sogar dreimal wiederholt werden.

Wenn der Therapieerfolg nicht zufriedenstellend ist, weil das verengte Gefäß entweder nicht ausreichend aufgeweitet werden kann oder sich nach der Ballondehnung wieder zusammenzieht, kann eine Gefäßstütze  („Stent“) eingesetzt werden. Ein Stent besteht aus einem sehr feinen Metalldrahtgeflecht. Der Stent wird entweder vom Ballon an die Gefäßwand gedrückt oder entfaltet sich nach Entfernung einer Schutzhülle von selbst („selbstexpandierender Stent“). So behält der Stent seine Form und die Arterie bleibt offen.

Nach Beendigung der radiologischen Intervention wird die Schleuse wieder entfernt, die Einstichstelle so lange abgedrückt, bis diese nicht mehr blutet oder mit einem Verschlusssystem verschlossen. Danach wird ein Druckverband für meist vier bis sechs Stunden angelegt. Nach dem Eingriff halten Sie sich bitte hinsichtlich der weiteren Ruhigstellung an unseren Empfehlungen. Falls nicht anders angeordnet, sollten Sie nach radiologischer Intervention viel trinken (z. B. Tee, Mineralwasser, Säfte), damit das Kontrastmittel schnell über die Nieren ausgeschieden wird.

Bei Blutungen oder plötzlich auftretenden Schmerzen an der Punktionsstelle drücken Sie bitte mit der Hand kräftig auf den Verband und benachrichtigen sofort den Arzt. Melden Sie bitte dem Assistenzpersonal, falls Sie sich plötzlich unwohl fühlen (z. B. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen).

Falls keine Komplikationen auftreten, werden Sie in der Regel am nächsten Morgen entlassen. Vor der Entlassung erhalten Sie einen Kurzbericht für Ihren einweisenden Arzt. Sollten am Untersuchungstag oder in den darauf folgenden Tagen plötzlich Juckreiz, Niesreiz, Schmerzen, Übelkeit, Durchfall, Hautquaddeln, Atemnot, eine Nachblutung oder andere körperliche Symptome auftreten, informieren Sie bitte einen Arzt über diese Komplikationen!

Bei akuten Beschwerden nach Entlassung ist auch eine Vorstellung in der Notaufnahme des Friederikenstiftes (Telefon 05 11/129-0) möglich. Die Kollegen der Notaufnahme werden Ihnen weiterhelfen und den internistischen oder chirurgischen Bereitschaftsdienst informieren.

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Welche radiologischen Interventionen werden bei uns durchgeführt?

  • PTA – Perkutane Transluminale Angioplastie wie  Ballondilatation: Aufdehnung von Gefäßengen
  • Stentimplantation: Plazieren von Metall-Gefäßstützen für Gefäßoffenhaltung
  • Thrombusextraktion: Absaugung, Zerkleinerung von Blutgerinnseln
  • Lokale Thrombolyse: medikamentöse Auflösung von Blutgerinnseln
  • Embolisation: Verschluss von Gefäßen bei Tumoren, und Blutungen sowie Uterusmyomen.
 
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