Ihre ambulante Operation

Die Voraussetzungen

Für Sie ist ein ambulanter Eingriff geeignet, wenn Sie sich gesund und belastbar fühlen und frei sind von schweren organischen Gesundheitsstörungen, v. a. dürfen diese nicht neu aufgetreten oder unbehandelt sein. Sie dürfen auch keine akuten infektiösen Erkrankungen mit Fieber haben. Für Diabetiker, die mit Insulin behandelt werden, ist ein ambulanter Eingriff nicht empfehlenswert. Gleiches gilt für z. B. für Marcumar-Patienten oder wenn Ihnen von früheren Eingriffen oder Narkosen gefährliche Komplikationen bekannt sind.


Die Voruntersuchung

Zuerst erhalten Sie einen Termin zur Voruntersuchung durch den Operateur. Er wird Sie, wenn eine Vollnarkose oder eine Regionalanästhesie erforderlich ist, dem Narkosearzt vorstellen. Operateur und Anästhesist müssen sich vergewissern, dass die medizinischen und sonstigen Bedingungen einen ambulanten Eingriff zulassen. Bei einer rein örtlichen Betäubung durch Einspritzung des Betäubungsmittels in das Operationsgebiet, kann die Untersuchung durch den Narkosearzt meist entfallen.

Wenn bereits Röntgenbefunde, Blutuntersuchungen, EKG, Laboruntersuchungen oder sonstige Untersuchungsergebnisse vorliegen, bringen Sie diese am besten mit. Dies mindert Kosten und beschleunigt den Ablauf.

Bei unter 60-jährigen Patienten ist die Durchführung einer Röntgenuntersuchung der Brustkorborgane oder eines EKGs nur erforderlich, wenn ein Hinweis auf eine entsprechende Erkrankung vorliegt.

Bei einer geplanten Regionalanästhesie (in der Regel in Form einer Betäubung des Arms durch Einspritzung in die Achselhöhle) müssen wir uns durch eine Blutuntersuchung davon überzeugen, dass die Blutgerinnung intakt ist.

Eine rückenmarksnahe Betäubung (Spinalanästhesie) führen wir bei ambulanten Patienten wegen der Komplikationsmöglichkeiten nicht durch.


Die Operation

Nahrungsaufnahme ist bis 22 Uhr am Vorabend, Flüssigkeitszufuhr (Stilles Wasser, Tee) in geringen Mengen bis vier Stunden vor der Operation erlaubt. Rauchen und Kaugummikauen erhöhen die Menge an Magensaft und müssen am OP-Tag unterbleiben. Sie können beruhigt für die Nacht eine Schlaftablette nehmen.

Bademantel, Hausschuhe und ein kleines Frühstück sollten Sie mitbringen (Im Ruheraum ist nach der Operation Nahrungsaufnahme erlaubt, Getränke werden von uns gestellt.). Wertsachen und Schmuck lassen Sie bitte zu Hause. Nagellack und Make-up können die Beurteilung der Hautfarbe stören und sind daher ungünstig.

Etwa eine Stunde vor dem geplanten Operationszeitpunkt sollten Sie anwesend sein, um die abschließenden Vorbereitungen in Ruhe treffen zu können. Herausnehmbare Zahnprothesen und Kontaktlinsen müssen jetzt entfernt werden. Sie werden dann in den Operationsraum begleitet und dort an Überwachungsgeräte angeschlossen. Es wird eine Infusion angelegt. Das Weitere hängt dann von dem geplanten Anästhesieverfahren ab.

Nach einer Vollnarkose werden Sie etwa eine halbe Stunde im Aufwachraum überwacht und werden sich danach noch mindestens zwei Stunden im Ruheraum aufhalten – auch wenn Sie sich schon völlig fit fühlen. Nach einer Armbetäubung werden Sie direkt in den Ruheraum gebracht.

Der Operateur wird sich noch einmal davon überzeugen, dass alles in Ordnung ist, bevor Sie nach Hause entlassen werden. Den Bericht für Ihren Hausarzt oder Facharzt geben wir Ihnen sofort mit. Auch Schmerzmittel für drei Tage sowie ggf. eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten Sie von uns.

Wenn es medizinisch geboten erscheint, werden wir Ihnen eine stationäre Behandlung bis zum nächsten Morgen oder auch länger empfehlen.


Nach der Entlassung

Das Wichtigste zuerst: Sie dürfen bis 24 Stunden nach einer Anästhesie keinesfalls aktiv am Straßenverkehr teilnehmen – das gilt auch für Fußgänger. Sie müssen sich also auf dem Heimweg von einer Vertrauensperson begleiten lassen.

Überhaupt sollten Sie während der ersten 24 Stunden, auch während der ersten Nacht, nicht allein sein.

Sollten unerwartete Ereignisse und Komplikationen nach einem ambulanten Eingriff auftreten, wenn Sie schon zu Hause sind, können Sie uns über die Rufnummer (05 11) 30 43-2 71 telefonisch erreichen oder (auch nachts und am Wochenende) unsere Notfallambulanz im Friederikenstift in der Humboldtstraße aufsuchen. Rund um die Uhr steht hier ärztliche Hilfe zur Verfügung.

Über die Art der Nachsorge (z. B. Wundkontrollen, Wiedervorstellung oder Weiterbehandlung durch den einweisenden Arzt) entscheidet die operierende Fachabteilung.

 
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