DIAKOVERE: Wir Krankenhäuser brauchen jetzt Sicherheit im Kampf gegen Corona

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Ankündigungen der Bundesregierung kann das Aus für viele Kliniken, insbesondere gemeinnützige Kliniken bedeuten

Der vorgelegte Gesetzesentwurf zur finanziellen Unterstützung der Krankenhäuser vor dem Hintergrund der Corona-Krise gefährdet die Existenz zahlreicher Krankenhäuser in Deutschland. Der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigte Schutzschirm wird nach jetzigem Kenntnisstand nicht ausreichen, um Liquidität und Betriebsergebnisse vieler Kliniken im Kampf gegen Corona zu sichern.

Die anstehende Krise ist eine der größten Herausforderungen seit langem. DIAKOVERE hat sich bereits sehr früh und konsequent auf diese Herausforderungen eingestellt. Deswegen haben wir nach der Ankündigung der Bundeskanzlerin auch in sehr kurzer Zeit unseren operativen Betrieb auf die großen Aufgaben vorbereitet. D.h., wir haben die Hälfte unserer fast 30 OPs stillgelegt, um Anästhesisten und Anästhesiepflege für die Intensivstationen freizusetzen und sie vorzubereiten. Wir haben alles, was medizinisch zu verantworten ist, verschoben und unser Personal geschult und vorbereitet. Wir versorgen bereits jetzt mehrere Covid-19 Patienten auf unseren Intensiv- und Überwachungsstationen.

Der vorliegende Gesetzesentwurf zur Krankenhausfinanzierung unterläuft in bedrohlicher Weise unsere Anstrengungen und die vieler anderer Krankenhäuser, da er die anstehenden finanziellen Mehrbelastungen für Krankenhäuser im Kampf gegen Covid-19 nicht deckt und freigemeinnützige Krankenhäuser anders als kommunale Häuser oder Universitätsklinken keine Auffanggarantie von Staat oder Kommunen haben. „Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen“, sagt Stefan David, Vorsitzender der Geschäftsführung der DIAKOVERE. „In Zeiten von Corona brauchen wir jede Unterstützung, um unseren Auftrag zu erfüllen. Wir haben uns mit unseren Häusern Annastift, Friederikenstift und Henriettenstift und unseren 4.600 Mitarbeitenden voll auf die Versorgung von Corona-Patienten eingestellt. Dazu gehört auch, dass wir die für die reguläre Finanzierung notwendigen Operationen und Behandlungen massiv zurückgefahren haben“, so David weiter. „Dies konnte ich als Geschäftsführer der DIAKOVERE verantworten, weil ich mich auf die Aussagen der Bundeskanzlerin und des Bundesgesundheitsministers voll verlassen habe.“

Auch Hans Ulrich Anke, Aufsichtsratsvorsitzender von DIAKOVERE drängt darauf, dass im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Krankenhäuser die jetzt notwendige volle Unterstützung der Kostenträger und des Staates bekommen: „In den Krankenhäusern brauchen wir jetzt verlässliche Sicherheit im Kampf gegen Corona! Dazu braucht es radikal einfache Lösungen, die verlässlich die Finanzierung und Zukunftssicherheit der Krankenhäuser sicherstellen, die sich so konsequent auf die Corona-Bekämpfung einlassen.“ Dazu seien verschiedene Wege vorstellbar wie die verbindliche Zusage, dass die Jahresabschlüsse der Krankenhäuser im Kampf gegen Corona mit den Zusatzkosten und Einnahmeausfällen auf eine schwarze Null gestellt würden oder dass das Jahresbudget des Vorjahres plus Zusatzkosten für Material und sonstigen Corona-bedingten Sachaufwand gezahlt werde. Entscheidend sei aber, dass schnell und verlässlich und ohne Bürokratiehürden Sicherheit geschaffen werde. Angesichts der irrsinnigen Herausforderungen, von denen Staat und Gesellschaft zu Recht erwarteten, dass sie von den Krankenhäusern bewältigt würden, dürfte bei den Finanzierungsgrundlagen dazu jetzt nicht Erbsenzählerei Einzug halten. „So können Politik, Kostenträger und Gesellschaft unsere herausragend guten Mediziner, Pflegekräfte und weiteren Mitarbeitenden unterstützen, indem sie ihnen zukunftsfähige Perspektiven im Kampf gegen Corona bieten. Denn das brauchen sie viel mehr als gute Worte. Der Einsatz ist so ja schon eine extreme Belastungsprobe für alle“, sagt Hans Ulrich Anke weiter.

„Wir glauben, dass wir wirklich gut aufgestellt sind, um auch in Zeiten während und nach Corona unserem Versorgungsauftrag gerecht zu werden. Dank unserer unglaublich engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der gebündelten Fachkompetenz in unseren Einrichtungen fühlen wir uns diesem Auftrag gewachsen“ so Stefan David. „Es geht uns um Sicherheit. Und dafür brauchen wir auch die volle Unterstützung der Politik.“

 

 
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