Lokale Tumortherapie

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Zahlreiche bösartige Tumoren können aufgrund ihrer Größe, ihrer Lage oder ihrer Ausdehnung nicht operativ entfernt werden. Nur jedes fünfte Leberzellkarzinom (HCC) beispielsweise, ist durch eine Operation heilbar. Hat ein Tumor bereits Metastasen ausgebildet, wird in der Regel eine Chemotherapie eingesetzt. Beschränkt sich der Tumor dagegen auf eine Region oder ein Organ, bietet sich eine lokale Behandlung an, z.B. die direkte Zerstörung durch Hitze oder die gezielte Gabe von Medikamenten verbunden mit einer Abkoppelung des Tumors von der Gefäßversorgung. Diese sogenannten 'minimal-invasiven' Verfahren werden vor allem bei Lebertumoren angewendet, kommen aber auch beim Nierenzellkarzinom, bei Lungentumoren und bestimmten Knochentumoren zum Einsatz.

Auch bei gutartigen Neubildungen können minimal-invasive Verfahren zum Einsatz kommen. Als wichtige Anwendung bieten wir seit Jahren die Behandlung von Uterusmyomen (gutartige Muskelknoten der Gebärmutter) mittels Myom-Embolisation an.

Zur lokalen Tumortherapie bieten wir insbesondere die folgenden Verfahren an, über die Sie sich per Klick auf die einzelnen Themenüberschriften weiter informieren können:
 

  • SIRT (selektive interne Radiotherapie)
    Bei der SIRT werden kleinste Kügelchen, die mit radioaktiven Partikeln beladen sind, über einen Katheter in die Leber eingeschwemmt. Durch die Strahlung werden die Krebszellen zerstört (gezielte Strahlentherapie von innen).
  • Chemoembolisation
    Bei dieser Methode wird über einen Katheter eine Kombination aus einem Zellgift (Chemotherapeutikum) und einer die Gefäßversorgung verschließenden Substanz eingebracht.
  • Uterus-Myom-Embolisation
    Diese Methode eignet sich zur schonenden Behandlung von Beschwerden bei gutartigen Muskelknoten der Gebärmutter (Myome), ohne dass die Gebärmutter entfernt werden muss.

SIRT (selektive interne Radiotherapie)

 Die SIRT ist eine innovative Behandlung bei inoperablen primären Lebertumoren oder Lebermetastasen. Hierzu werden in örtlicher Betäubung mit einem dünnen Katheter kleinste Harzkügelchen in die Leber eingeschwemmt. Die Harzkügelchen sind mit einer stark radioaktiven Substanz beladen (Yttrium-90). Die Strahlung wirkt dabei nur wenige Millimeter um die Kügelchen herum und zerstört dort die Tumorzellen. 

Die Behandlung eignet sich für Tumorpatienten, bei denen die Erkrankung hauptsächlich auf die Leber beschränkt ist. Dies gilt zum einen für das Leberzellkarzinom (HCC, hepatozelluläres Karzinom) und das tumorbildende Gallengangskarzinom (CCC, cholangiozelluläres Karzinom). Zum anderen eignet sich die Methode für Patientinnen und Patienten z.B. mit einem Mammakarzinom oder einem Dickdarmkarzinom, bei denen die örtliche Tumorsituation beherrscht wird, aber Absiedlungen in der Leber (Metastasen) vorliegen. Eine Checkliste für Ärzte, die potentielle SIRT-Patienten vorstellen möchten, finden Sie hier zum Download

Wenn Sie weitergehende Informationen wünschen, können Sie sich gerne an uns wenden. Im Internet finden Sie Informationen über die Methode u.a. unter www.leberkrebstherapie.org . Eine Patientenbroschüre finden sie hier zum Download

Diese Behandlung erfordert ein hochspezialisiertes Team aus interventionellen Radiologen und Nuklearmedizinern. Besonders wichtig ist die Einbindung in die enge Zusammenarbeit mit internistischen und gynäkologischen Onkologen sowie onkologisch tätigen Chirurgen. Alle Spezialisten beraten regelmäßig in einem sogenannten Tumorboard darüber, welche Behandlungsmethode jeweils am besten geeignet ist.

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Radiofrequenzablation (RFA)

Bei der Radiofrequenzablation (RFA) wird der Tumor durch lokale Hitzeeinwirkung zerstört. Ein Generator erzeugt einen Hochfrequenz-Wechselstrom, der über eine spezielle Nadelelektrode direkt in den Tumor geleitet wird. Durch die Haut wird diese Elektrode in das zu behandelnde Organ vorgeschoben, genau in die Mitte der Geschwulst. Die Platzierung und die Lage der Elektrode wird mittels Ultraschall, Computer-Tomographie (CT) oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) überprüft.

Wird der Strom eingeschaltet, gelangt Energie über die Elektrodenspitze in das Zentrum des Tumors und zerstört das Gewebe durch Wärmeentwicklung in einem Umkreis von mehreren Zentimetern. Der Vorgang dauert pro Tumor ca. 15-60 Minuten. In der Regel müssen die Patienten nur wenige Tage im Krankenhaus bleiben. Bei Bedarf kann die Behandlung wiederholt werden.

Die häufigsten Anwendungen der Radiofrequenzablation betrifft Patienten mit Lebermetastasen, mit primärem Leberzellkarzinom, Nierentumoren und einem besonderen gutartigen Knochentumor (Osteoidosteom). Ob die RFA für den jeweiligen Patienten die geeignete Therapie ist, entscheiden wir gemeinsam mit Spezialisten aus der Viszeralchirurgie, der Onkologie und der Gastroenterologie in einem sogenannten 'Tumorboard'.

CT-Kontrolle nach RFA einer Lebermetastase
RFA bei Lebermetastase.

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Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

Ein Verfahren, das bevorzugt beim Leberzellkarzinom (HCC) eingesetzt wird, ist die transarterielle Chemoembolisation (TACE). Das Prinzip besteht in einer Gabe von Medikamenten (Chemotherapeutika) direkt in die tumorversorgenden Blutgefäße verbunden mit einem gezielten Verschließen (Embolisation) dieser Gefäße, um die Sauerstoffversorgung des stark durchbluteten Tumors zu reduzieren und die Einwirkung der Chemotherapeutika zu verlängern. Dadurch wird die Konzentration der Medikamente in der Geschwulst gesteigert und die Nebenwirkungen im übrigen Organismus können reduziert werden.

In örtlicher Betäubung wird ein Katheter unter Röntgenkontrolle über die Leiste in die Leberarterie eingeführt. Anschließend wird ein Gemisch aus Medikamenten und Partikeln gespritzt, die zu einem Verschluss der tumorversorgenden Adern führen.

Angiographie (DSA) vor TACE
DSA nach TACE

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