Behandlung chronischer Wunden bei Diabetes mellitus

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Druckulcus (Malum perforans)
diabetisches Fußsyndrom

Der diabetische Fuß gehört zu den häufig vernachlässigten Folgeerkrankungen des Diabetes Mellitus.

In Deutschland leiden ca. 3 % der Bevölkerung an Diabetes mellitus. Als Komplikation dieser Volkserkrankung stellt sich bei unzureichender Behandlungsqualität häufig das diabetische Fußsyndrom ein, dessen Folgen von Infektionen und Druckschädigungen bis hin zur notwendigen Amputation von Gliedmaßen reichen können.

In Deutschland wurden im Jahre 2001 ca. 43000 Amputationen vorgenommen, 66 % der Amputierten sind Diabetiker.

Am diabetischen Fuß mit Druckulcus (Malum perforans) erkranken ca. 7 % aller Diabetiker. Enges Schuhwerk, thermische Schäden und Bagatellverletzungen begünstigen die Entstehung eines diabetischen Fußsyndromes.

Bedingt durch die Komplexität des Krankheitsbildes des Diabetes Mellitus ist die Herabsetzung der Durchblutung nicht als alleinige Ursache für die Entstehung der Hautläsionen zu sehen.

Ursächlich für die Entstehung des diabetischen Fußes sind 3 Hauptfaktoren:

  • Verlust der Sensibilität an der Haut, insbesondere in der Fußregion ( Polyneuropathie )
  • Entstehung einer arteriellen Verschlusserkrankung ( p AVK )
  • Begünstigung von Infekten durch die Stoffwechselerkrankung (Zuckerkrankheit)

Je nachdem, welcher Ursachenfaktor überwiegt, treten ganz unterschiedliche Krankheitsbilder auf. So können Fußdeformitäten, offene Stellen, Infekte bis hin zur Ausbildung von abgestorbenen Arealen im Zehenbereich entstehen.

Jeder diabetische Fuß bedarf einer umgehenden und sachgerechten Behandlung. Je früher die Behandlung erfolgt, um so größer sind die Chancen der vollständigen Abheilung.

Die Wundbehandlung wird in unserer Klinik für Gefäßchirurgie nach den neuesten Richtlinien der Wundversorgung durchgeführt und umfasst neben der lokalen Behandlung auch die konsequente Druckentlastung mittels spezieller Schuhanpassung durch die enge Zusammenarbeit mit Orthopädiemechanikern.

Sollte eine alleinige konservative Behandlung nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann eine Verbesserung der Durchblutungssituation durch minimalinvasive Kathetertechniken oder operative Maßnahmen mittels Bypassanlage notwendig werden.

Im Rahmen der engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit der radiologischen Abteilung, Abteilung für Gefäßmedizin (Angiologie) und Diabetologie können alle Diagnostikverfahren und Therapiemöglichkeiten innerhalb unseres Gefäßzentrums zeitnah vorgenommen werden.

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