Nicht-operative Therapieverfahren zur Behandlung der Senkung

Beckenbodengymnastik

Eine Beckenbodenschwäche ist häufige Ursache besonders einer Belastungsinkontinenz. Aber auch für Senkungsbeschwerden und Dranginkontinenz spielt der Beckenboden eine wichtige Rolle. Die Muskulatur des Beckenbodens ist bewusst steuerbar und damit auch trainierbar-wie die übrige Skelettmuskulatur auch. Deshalb steht eine gezielte Beckenbodentherapie oft an erster Stelle der Therapiemöglichkeiten. Wir vermitteln Ihnen den Kontakt zu speziell ausgebildeten Physiotherapeuten, die zunächst in Einzelsitzungen mit Ihnen verschiedene Übungen erarbeiten. Später können Sie dieses Training in Gruppen weiterführen. Im Laufe der Zeit lernen Sie selbst Ihren Beckenboden besser wahrzunehmen und schließlich durch "kleine Tricks" die Belastung auf den Beckenboden in Ihrem Alltag zu verringern, z. B. durch bewusstes Anspannen das Beckenbodens beim Heben von schweren Gegenständen. Wenn dieses Verhalten in Fleisch und Blut übergegangen ist, ist langfristiger Erfolg garantiert!! Von den Krankenkassen werden mindestens 6 Sitzungen getragen.

Pessartherapie

Das Wort Pessar stammt aus dem Lateinischen von dem Wort pessulum, d.h. Riegel. Bei der Pessartherapie wird in die Scheide der Frau ein angepasstes Pessar aus verträglichem Kunststoff eingeführt, das ringförmig, würfelförmig oder wie ein Tampon aussehen kann.

Dadurch erhält die Harnröhre von unten ein Widerlager. Bei einer Senkung der Gebärmutter oder der Blase verhindert das Pessar, dass sich die Organe nach unten senken. Beim Husten werden Sie feststellen, dass schon diese wenig aufwändige Maßnahme den Urinverlust verhindern kann. Pessare bestehen aus hautverträglichem Kunststoff und sind leicht zu reinigen. Sie können lernen, sich dieses kleine Hilfsmittel bei Bedarf selbst einführen. Üblicherweise wird es tagsüber getragen und abends entfernt. Bei älteren Damen können Pessare bis zu 4-6 Wochen in der Scheide verbleiben und werden dann vom Frauenarzt gewechselt.

Medikamentöse Therapie

Hormontherapie

Grundsätzlich ist bei fast jeder Form der Blasenschwäche eine lokale Behandlung mit einer Hormonsalbe oder -zäpfchen sinnvoll.

Dranginkontinenz

Für die Therapie der Dranginkontinenz  stehen seit langem verschiedene Medikamente zur Verfügung. Deshalb sollte ein Therapieversuch mit Medikamenten  immer vor einer Operation stehen.

Allerdings ist die Behandlung bisher oft durch deutliche Nebenwirkungen wie z.B. Mundtrockenheit, Herzklopfen, Sehstörungen beeinträchtigt gewesen.

Durch neue Entwicklungen werden die Angriffspunkte der Medikamente immer spezifischer, so dass es mittlerweile Präparate auf dem Markt gibt, die nur noch geringe Nebenwirkungen haben.

Auch sind langwirksame Tabletten entwickelt worden, die nur noch einmal am Tag genommen werden müssen. Wenn Sie Fragen haben sprechen Sie Ihren Frauenarzt und uns im Rahmen unserer Sprechstunde an. Falls erforderlich profitieren Sie von unserer engen Kooperation mit der Klinik für Urologie (Priv.-Doz. Dr. S. Conrad).

Belastungsinkontinenz

Lange standen bei Belastungsinkontinenz (s. Symptome und Formen) als konservative Therapiemaßnahmen nur das Beckenbodentraining, Elektrostimulation und die Anpassungen von Lebensgewohnheiten (d.h. z.B. Gewichtsreduktion, Raucherentwöhnung etc.) zur Verfügung.

Mittlerweile gibt es einen Wirkstoff, der guten Erfolg bei Patientinnen mit Belastungsinkontinenz hat: Duloxetin.

Duloxetin führt zu besserer Wirksamkeit der Beckenbodenmuskulatur, genauer gesagt des Blasenschließmuskels. In Studien zeigte sich bei mehr als 50% der betroffenen Patientinnen eine deutliche Verbesserung der Belastungsinkontinenz, gesteigert wir dieser Effekt vor allem in Kombination mit Beckenbodentraining.

Leider ist dieses Medikament, da es neu entwickelt wurde, noch sehr teuer und ist aufgrund des Nebenwirkungsprofils nicht für jede Patientin geeignet. Ob eine Behandlung mit Duloxetin bei Ihnen Aussicht auf Erfolg hat, besprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt oder mit uns im Rahmen unserer Sprechstunde.

 

 

zurück

 
zu unseren Spendenprojekten