Uterus-Myomembolisation

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Myome sind gutartige Muskelknoten der Gebärmutter (Uterus) und bereiten bei der Mehrzahl der Frauen keinerlei Beschwerden. Doch bei circa einem Drittel aller betroffenen Frauen treten Beschwerden wie Schmerzen und starke Regelblutungen auf, die zu einer deutlichen Beeinträchtigung führen. Zudem können Myome zu Unfruchtbarkeit führen sowie Probleme während der Schwangerschaft verursachen.

Bei myombedingten Beschwerden entfernen Ärzte häufig die Gebärmutter. Hierzu gibt es schonende und das Organ erhaltende Behandlungsalternativen wie beispielsweise die Myomembolisation.

Wenn Sie an Myomen erkrankt sind und hierdurch Beschwerden haben, kommt für Sie möglicherweise die Myomembolisation in Frage. Wenn Sie sich informieren wollen, finden Sie hierzu einige interessante Hinweise auf unseren Internetseiten. Weitere Details finden Sie im Internet unter www.uterus-myomatosus.net und www.myomembolisation.com. In unserer Klinik besteht seit Jahren die in Hannover mit Abstand größte Erfahrung mit der Myomembolisation. Gerne informieren wir Sie auch persönlich. Wenn Sie Beschwerden durch Ihre Myome haben, können Sie einen unverbindlichen Besprechungstermin in unserem Chefarztsekretariat vereinbaren. In einem ärztlichen Gespräch erläutern wir Ihnen die Behandlungsmethode im Detail.


Wie funktioniert die Myomembolisation?

Bei diesem von speziell ausgebildeten interventionellen Radiologen angewandten Verfahren bleibt die Gebärmutter vollständig erhalten. Der Eingriff erfolgt ohne Schnitte in die Bauchdecke und ohne Operation durch die Scheide. Wie Langzeituntersuchungen und Vergleichsstudien belegen, ist sie mit etwas weniger Risiken verbunden als es bei der operativen Entfernung der Gebärmutter der Fall ist. Frauen können in den meisten Fällen nach wenigen Tagen in ihren gewohnten Alltag zurückkehren. Eine informative Präsentation zum Thema finden Sie hier.

Bei der Myomembolisation wird den Myomen die Blutversorgung entzogen, sie werden sozusagen 'ausgehungert' statt chirurgisch entfernt. Der Eingriff dauert circa eine Stunde und findet unter lokaler Betäubung statt. Der Radiologe führt unter Röntgenkontrolle nach einer Punktion der Leistenschlagader einen dünnen Katheter in die Schlagader der Gebärmutter bis zu den Blutgefäßen, die das Myom mit Blut versorgen. Über diesen Katheter spritzt er dann sandkorngroße Kunststoffkügelchen. Dort setzen sich die Partikel in die kleinen Gefäße, die zu den Myomen führen, fest und schalten die gutartigen Geschwülste von der Blut- und Sauerstoffzufuhr aus. Innerhalb von drei bis sechs Monaten schrumpfen die Myome bis auf ca. die Hälfte ihrer Ausgangsgröße, da der Körper das nicht durchblutete Gewebe in Narbengewebe umwandelt. In 80 bis 90 Prozent der Fälle werden die Druckbeschwerden gelindert und es normalisiert sich die Regelblutung. Nach dem Eingriff entfernen die Ärzte den Katheter und legen einen Druckverband für maximal 24 Stunden an. Die Patientinnen bleiben für zwei bis fünf Tage zur Beobachtung im Krankenhaus. Bis zum Eintreten der Verbesserung von Beschwerden können bis zu drei Monate vergehen.

Bildlegende:

a. Einspritzung spezieller Kunststoffkügelchen in die Gebärmutterschlagader über einen Mikrokatheter.
b.
Angiographie einer Gebärmutterschlagader (A.uterina). Darstellung der Durchblutung eines großen Myoms
c.
Angiographie nach Embolisation. Die Durchblutung des Myoms ist nun ausgeschaltet.

a.
b.
c.

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Eignung zur Myomembolisation

Eine Behandlung ist nur für den Teil der Patientinnen mit Myomen angezeigt, die durch ihre Myome Beschwerden entwickelt haben. Hierzu gehören beispielsweise

  • verstärkte oder verlängerte Monatsblutungen
  • Schmerzen während der Monatsblutungen
  • Druckgefühl im Unterleib
  • vermehrter Harn- oder Stuhldrang
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Weitere Informationen über die Myomerkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in einer kurzen Präsentation zum Download.

Ob diese oder andere Beschwerden auf die Myome zurückzuführen sind, muss in einem detaillierten Gespräch und in einer gynäkologischen Untersuchung geklärt werden. Im Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung werden alle Myompatientinnen, die ggf. für eine Embolisationsbehandlung geeignet sind, interdisziplinär zwischen interventionellen Radiologen und Gynäkologen besprochen. Sie erhalten ein abgestimmtes Therapiekonzept, vor und nach der Myomembolisation werden Sie gynäkologisch betreut.

Patientinnen mit Myomen, die keine Beschwerden haben, sollten nicht therapiert werden. Myome sind gutartige Neubildungen, die bei Beschwerdefreiheit unbehandelt bleiben können, auch wenn sie mehrere Zentimeter groß sind.

Vor der Behandlung stellen wir mittels einer MRT fest, ob Sie für die Behandlung in Frage kommen. Bei Frauen mit Myomen, die sich weit in die Gebärmutterhöhle entwickelt haben oder aber nur noch mit einem Gewebsstiel mit der Gebärmutter verbunden sind, raten wir von der Embolisation ab. Sehr zurückhaltend sind wir auch bei Frauen mit Kinderwunsch, da Auswirkungen der Myomembolisation auf den Eierstock nicht komplett ausgeschlossen werden können und bislang auch keine größeren Studien zu Schwangerschaften nach Embolisation vorliegen. Bei Kinderwunsch ist diese Behandlungsform nicht das Verfahren der Wahl.

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Interdisziplinäres Behandlungskonzept

Im Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung werden alle Myompatientinnen, die ggf. für eine Embolisationsbehandlung geeignet sind, interdisziplinär zwischen interventionellen Radiologen und Gynäkologen besprochen. Die Patientinnen erhalten ein abgestimmtes Therapiekonzept, vor und nach der Myomembolisation werden die Frauen gynäkologisch betreut. Auf diese Weise können Sie sicher sein, dass Sie die bestmögliche Behandlung erhalten.  

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Strahlenbelastung bei der Myomembolisation

Bei der Myomembolisation kontrollieren wir den gesamten Ablauf mit der Röntgendurchleuchtung. Hiermit können wir genau feststellen, wo wir uns mit dem dünnen Katheter befinden. Hierdurch erhalten Sie die maximale Sicherheit, dass die Behandlung erfolgreich sein kann und die Risiken minimiert werden. Ganz ohne Röntgenstrahlen ist die Myomembolisation also nicht durchführbar.

In unserer Klinik steht die im Großraum Hannover beste Röntgenanlage zur Verfügung, die besonders für derartige Eingriffe konzipiert wurde. Hiermit können wir die Strahlenbelastung im Vergleich mit allen anderen Anlagen auf das technisch derzeit mögliche Minimum reduzieren, da wir die aktuellste Technologie einsetzen.

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Eventuelle Nebenwirkungen der Myomembolisation

Nach dem Eingriff können Schmerzen auftreten, da die Durchblutung der Gebärmutter und insbesondere der Myome gemindert wird. Von Anfang an werden die Patientinnen in unserem Krankenhaus auch durch Anästhesisten mit betreut. Sie erhalten eine angemessene Schmerztherapie, um diesen Schmerzen vorzubeugen.

Des Weiteren können in einigen Fällen in den ersten Tagen Unwohlsein, Übelkeit oder eine leichte Temperaturerhöhung auftreten, die mit der Gabe von Medikamenten gut zu therapieren sind. Es kann zudem wenige Wochen nach der Embolisation zu Schmierblutungen und leichten Krämpfen kommen, diese Beschwerden gehen aber ebenfalls zurück.

Sehr selten können Infektionen der Gebärmutter, die vor der Embolisation noch keine Beschwerden verursacht haben, in Erscheinung treten. Um dies zu verhindern, wird vor der Behandlung ein Bakterien-Abstrich entnommen.

Wir empfehlen Ihnen, wenige Tage nach dem Eingriff in stationärer Beobachtung in unserer Frauenklinik zu bleiben, damit eventuell auftretende Beschwerden und Nebenwirkungen adäquat behandelt werden können.

Ob bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für andere unerwünschte Wirkungen (z.B. durch das Kontrastmittel oder den Katheter) besteht, sollte in einem persönlichen Aufklärungsgespräch geklärt werden.

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