MRT, Magnetresonanztomographie, Kernspintomographie

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Was passiert eigentlich bei einer MRT?

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Mit der MRT können Schnittbilder des menschlichen Körpers ohne Röntgenstrahlen erzeugt werden. Innerhalb einer geräumigen Magnetröhre werden Radiowellen erzeugt, die im Körper zu Reaktionen führen, aus denen mit Hilfe eines Computers Schnittbilder der untersuchten Körperregion erstellt werden können.

Eine Untersuchung im MR-Tomographen dauert in der Regel zwischen 20 und 60 Minuten. Sie werden im Liegen in eine etwa 60 cm im Durchmesser messende und etwa 150 cm lange Röhre gefahren. Falls Sie hierbei unter Beklemmungsgefühlen leiden (ist nur bei ca. 3% der Patienten der Fall), kann ihnen vorher ein Beruhigungsmittel verabreicht werden. Fast immer gelingt es damit, die Angst ausreichend abzubauen (Autofahren dürfen Sie nach einem Beruhigungsmittel jedoch für einige Stunden leider nicht).

Bei der Untersuchung werden Sie laute Klopfgeräusche hören. Diese Geräusche kommen von schnell schaltenden Elektromagneten und lassen sich leider nicht vermeiden. Physikalisch gesehen liegen Sie wie in einem überdimensionalen Lautsprecher. Als Schutz können Sie einen Kopfhörer oder Ohrstöpsel von uns erhalten.

Während der MRT-Untersuchung sollten Sie möglichst ruhig liegen. Nur wenn Sie die Geräusche hören, werden Bilder angefertigt. Auch kleine Bewegungen können zu Störungen der Bilder führen. Bei Untersuchungen des Bauches und im Brustbereich müssen sie teilweise für kurze Zeit (10-20 Sekunden) die Luft anhalten. Gegebenenfalls erhalten Sie von den medizinisch-technischen Assistentinnen oder Assistenten genaue Instruktionen, wie Sie zu einer möglichst guten Bildqualität und damit einer möglichst exakten Diagnose beitragen können.

Bei manchen Untersuchungen wird ein spezielles MR-Kontrastmittel über eine vorher in einer Vene platzierten, dünnen Kanüle verabreicht, um bestimmte Strukturen noch besser beurteilen zu können. Ob dies nötig sein kann, wird vor der Untersuchung in einem Aufklärungsgespräch mit Ihnen besprochen. Es handelt sich um ein extrem verträgliches Kontrastmittel, das ?anders als die Jod-Kontrastmittel in der Röntgendiagnostik- auch bei Nieren- und Schilddrüsenkranken bedenkenlos verabreicht werden können.

Für die Untersuchung ist es wichtig, dass Sie sämtliches Metall ablegen (z.B. Brille, Uhr, Schmuck; kann in Wertschliessfach deponiert werden). Auch kleine Reissverschlüsse und BH-Bügel können zu Bildstörungen führen. Falls Sie durch Verletzungen Metallsplitter im Körper tragen, einen Herzschrittmacher, ein Innenohrimplantat, einen Schmerztherapiestimulator oder ein anderes, elektronisches Implantat besitzen, dürfen Sie nur unter ganz besonderen Ausnahmebedingungen in einen Kernspintomographen! Gerät und ggf. Ihre Gesundheit könnten Schaden erleiden. Gleiches gilt auch für Uhren und jegliche Art von Karte mit Chip/Magnetstreifen (z.B. Kreditkarte), hier sind Beschädigungen durch das starke Magnetfeld möglich. Wenn Sie Zweifel haben, ob Sie in ein MRT-Gerät dürfen, sprechen Sie uns bitte im Rahmen der Aufklärung darauf an!

Bildlegende:

a. MRT-Gerät. Im Gehäuse sind vor allem ein sehr starker Magnet sowie Sende- und Empfangselemente für Radiowellen untergebracht.
b. MRT-Schnitt durch das normale menschliche Gehirn

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MRT des Kopfes und des Gehirns

MRT-Schnitte durch das normale menschliche Gehirn
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Für die Diagnostik zahlreicher Erkrankungen des Gehirns ist neben der Computertomographie die MRT die wichtigste Methode. Mit ihr lassen sich Ursachen zahlreicher Beschwerden wie Kopfschmerzen, Lähmungen, Gefühlsstörungen, Hör- und Sehstörungen, Schwindel, Krampfleiden (Epilepsie), Gedächtnisstörungen etc. klären. Die MRT ist dabei immer im Zusammenhang mit der ärztlichen Untersuchung zu interpretieren, zu der noch weitere Diagnostik erforderlich sein kann.  

Bildlegende:

a. MRT-Schnitte durch das normale menschliche Gehirn

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MRT der Wirbelsäule

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Für die Diagnostik zahlreicher Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarkes ist neben der Röntgendiagnostik und der Computertomographie die MRT die wichtigste Methode. Mit der MRT lassen sich Ursachen zahlreicher Beschwerden wie Bein- und Armschmerzen, Lähmungen, Rückenschmerzen etc. klären. Allerdings ist bei 'einfachen' Rückenschmerzen nicht gleich eine MRT erforderlich. Ihr Arzt entscheidet erst nach einer eingehenden Untersuchung, ob eine weiterführende Diagnostik erforderlich ist.  

Bildlegende:

a. Schnitt durch den normalen Rückenmarkskanal
b. Schnitt bei Bandscheibenvorfall zwischen dem 5.Lendenwirbelkörper und dem 1.Kreuzbeinwirbel
c. Tumor der Rückenmarkshaut (Meningeom) im Rückenmarkskanal der Brustwirbelsäule

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MRT der Gelenke

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Gelenkerkrankungen stellen neben Rückenerkrankungen und Verletzungen die wichtigsten Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates dar. Neben der Röntgendiagnostik ist insbesondere die MRT für die Erkennung von Erkrankungen der Gelenke von Bedeutung. Alle Gelenke von Schultergelenk über das Hüft- und Kniegelenk bis zu den Fingergelenken- lassen sich mit der MRT besser als mit allen anderen bildgebenden Verfahren abbilden. Abnutzungserscheinungen (z.B. Meniskusabnutzung im Knie; Arthrose), Entzündungen (Arthritis) sowie Verletzungen (z.B. Kreuzbandriß) sind beispielhafte Erkrankungen, die mit der MRT untersucht werden.  

Bildlegende:

a. MRT-Schnitt durch ein Kniegelenk mit Darstellung der Knochen, der Kreuzbänder, der Kniescheibensehne und der Kniegelenksmuskulatur.  
b. MRT-Schnitt durch ein Kniegelenk nach schwerer Kniegelenksverletzung. Meniskusverletzung und traumatisches Knochenmarködem.
 

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MRT der weiblichen Brust (MR-Mammographie)

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Brustkrebs stellt eine der häufigsten Tumorerkrankungen der Frau dar. Die Röntgen-Mammographie ist die wichtigste bildgebende Methode in der Diagnostik der weiblichen (selten auch der männlichen) Brust. Sie wird in der Früherkennung des Brustkrebses als einzige Erst-Methode eingesetzt. Ergänzt wird die Mammographie durch die Sonographie. Bei unklaren Befunden der Mammographie und Sonographie sowie zur Beantwortung spezieller Fragen ist die MR-Mammographie eine wichtige Ergänzung.

Bildlegende:

b. MR-Mammographie bei Mamma-Karzinom. Auswertung der Kontrastmittelaufnahme des Tumors  

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MRT des Bauchraumes (z.B. Leber)

Die MRT kann bei zahlreichen Erkrankungen des Bauchraumes (z.B. bei Erkrankungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Nieren, der Lymphknoten, der Bauchgefäße, der weiblichen Geschlechtsorgane) wesentliche Zusatzinformationen liefern, vor allem wenn der Ultraschall und die CT unklare Ergebnisse geliefert haben.

Rechts sehen Sie eine MRT der Leber bei Lebermetastasen eines Brustkrebses. Die Leber (links im Bild) ist in den gesunden Abschnitten schwarz, während sich die Tochtergeschwülste grau darstellen (Untersuchung nach Gabe eines leberspezifischen Kontrastmittels).

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MRT der Blutgefäße (MR-Angiographie)

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Die Darstellung der Blutgefäße (Arterien, Venen) ist mit der MR-Angiographie diagnostisch oft ausreichend. Angiographien mit einem dünnen Katheter sind bei gut beurteilbarer MR-Angiographie (MRA) bei einer Reihe von Fragestellungen oft nicht mehr erforderlich.

Erkrankungen, die mit der MRA untersucht werden, sind vor allem

  • Durchblutungsstörungen der Beine
  • Gefäßaussackungen (Aneurysma)
  • Durchblutungsstörungen des Gehirns.

Bildlegende:

a. MR-Angiographie der Becken- und Beinarterien. Verschluß einer Beckenarterie.
b. MR-Angiographie der Hirnarterien bei akutem Schlaganfall. Verschluß der linken mittleren Hirnarterie (rechts im Bild).

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Kardio-MRT (MRT des Herzens)

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Die Kardio-MRT ist eine mittlerweile weit verbreitete und anerkannte Spezial-Untersuchung des Herzens ohne Einsatz von Röntgenstrahlen. Hilfreich ist sie insbesondere

  • zum Nachweis oder Ausschluss einer Minderdurchblutung des Herzmuskels (Ischämie)
  • zur Quantifizierung der Pump-Funktion
  • zum Nachweis von Narbengewebe, um das Ausmaß von Herzinfarkten zu bestimmen ('late enhancement')
  • zum Nachweis entzündlicher Herzmuskelveränderungen.

Bei der Untersuchung wird in der Regel ein MRT-Kontrastmittel über eine Unterarmvene injiziert. Bei bestimmten Untersuchungen werden zusätzlich Medikamente verabreicht, die eine körperliche Belastung imitieren sollen (Stress-MRT). Hierbei erfolgt eine fachkardiologische Überwachung während der Belastungsphase in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie (Professor Dr. Weiss).

Die Untersuchung dauert je nach Fragestellung zwischen ca. 20 und 60 Minuten. Alle Untersuchungsabschnitte werden in Atemanhaltetechnik (ca. 10-20 sec.) durchgeführt. Es gelten die üblichen Ausschlusskriterien für die MRT.

Das Untersuchungsergebnis wird gemeinsam mit dem Kardiologen diskutiert und dann mit den Patienten besprochen.

Bildlegende:

a. MRT des Herzens. Blick auf die 4 Herzkammern in Systole.
b. MRT des Herzens. Blick auf die 4 Herzkammern in Diastole.

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