Geschichte der Henriettenstiftung

Am 27. Juni 1860 wurde in Anwesenheit König Georgs V. von Hannover und seiner Frau Königin Marie die Henriettenstiftung in ihrem ersten Haus in der Wilhelmstraße eingeweiht.

Grundstock der Stiftung war das Erbe, das Herzogin Henriette von Württemberg, die Großmutter Maries, ihrer Enkelin mit ihrem Tode am 2. Januar 1857 hinterlassen hatte.

Die eigentliche Gründung der Henriettenstiftung war zwar schon mit der Unterzeichnung der Stiftungsurkunde am 1. Juli 1859 vollzogen worden, dennoch galt und gilt dieser 27. Juni 1860 als Geburtstunde.

Marie war neben der ersten Oberin Emmy Danckwerts und dem für die Stiftung im Nebenamt als Hausgeistlicher tätigen bedeutenden Theologen und damaligen Schlossprediger Gerhard Uhlhorn die prägende Kraft der ersten Jahre.

Von Diakonissen geführte Krankenhäuser waren damals ein Novum. Daraus resultierende Vorbehalte erschwerten den Anfang. Bald jedoch fand die Henriettenstiftung gesellschaftliche und fachliche Anerkennung. Die dort ausgebildeten Diakonissen setzten einen Standard in der qualifizierten Krankenpflege, der letztlich die Basis für die erst Jahrzehnte später etablierte staatliche Krankenpflegeausbildung darstellte.

In den folgenden Jahrzehnten bildete das Diakonissenmutterhaus das Zentrum eines in die Fläche expandierenden Werkes. Ständig wurden neue Arbeitsfelder eröffnet in der damaligen Provinz Hannover. Diakonissen der Henriettenstiftung wurden entsandt in entstehende Krankenhäuser, in die Gemeindepflege und in Kinderkrippen.

Fünfzig Jahre nach Gründung waren Schwestern in fünfzig Krankenhäusern und 108 Gemeinden tätig. Die Zahl der Gemeindestationen erhöhte sich bis zum Jahre 1935 gar auf 190.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 brannten die Gebäude der Henriettenstiftung in der Marienstraße vollständig aus. Alle Patienten waren vorher in Sicherheit gebracht worden. Es gab bis auf eine Schwester mit gebrochenem Arm keine Verletzten. Vernichtet wurden aber große Teile des Inventars ebenso wie Aktenbestände und Archivmaterial. Der Wiederaufbau gab dem historischen Hauptgebäude im Wesentlichen seine heutige Gestalt. Durch den Fortfall des Ostflügels mit der Kirche, die Aufstockung, die Beseitigung wichtiger Gestaltungselemente und die Errichtung eines flachen Daches ist der ursprüngliche Charakter des von Heinrich Tramm geplanten Hauses kaum noch erkennbar. Durchaus erfuhr die historische Qualität des Gebäudes einen erheblichen Verlust.

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Krankenhaus der Henriettenstiftung an den beiden Standorten Marienstraße und Kirchrode weiter.

Seit 2006 bilden das Krankenhaus Henriettenstift, die Altenhilfe (DAH) und die Ausbildungseinrichtungen der Henriettenstiftung mit den Betriebsgesellschaften des Annastifts und des Friederikenstifts die DIAKOVERE gGmbH.

Weitere Informationen über die Henriettenstiftung und Historisches Archiv

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