Besondere Herausforderungen in der Krankenhaushygiene

Multiresistente Keime

Bakterien, gegen die Antibiotika nicht mehr oder nicht mehr ausreichend wirken - so genannte Multiresistente Keime - werden in Kliniken und Arztpraxen zunehmend ein Problem.

Seit es Antibiotika gibt, sind auch Resistenzen bekannt.

Besonders schwer zu bekämpfen und zu behandeln ist ein hartnäckiger, anitbiotikaresistenter Ableger eines alltäglichen Hautkeims, der so genannte Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, kurz: MRSA. Diese gegen bestimmte Antibiotika resistenten Stämme der Staphylokokken verursachen zum Beispiel Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder Sepsis und kommen vermehrt dort vor, wo ständig Antibiotika verwendet werden, wie in Krankenhäusern oder Altenheimen. Die Besiedlung mit MRSA ist nicht mit einer Erkrankung (Infektion) gleichzusetzen, da Staphylococcus aureus nur unter bestimmten Umständen Infektionen verursacht. Besonders infektionsgefährdet sind hier mehrfach erkrankte und abwehrgeschwächte Menschen.

MRSA ist vor allem in Krankenhäuser ein großes Problem, weil sich dort viele Personen aufhalten, die einerseits häufig mit MRSA besiedelt und andererseits sehr empfänglich für MRSA - Übertragungen sind. Hinzu kommt, dass die in den Krankenhäusern durchgeführten medizinischen bzw. pflegerischen Maßnahmen mit besonderen Übertragungsmöglichkeiten verbunden sind. Zur Begrenzung dieses Problems sind deshalb in Krankenhäusern strenge Hygienemaßnahmen notwendig. Hierzu gehört vor allem die räumliche Isolierung und besondere personalhygienische Maßnahmen, wie die Verwendung von Schutzkleidung und die strikte Anwendung der hygienischen Händedesinfektion.

Unsere Anstrengungen sind darauf ausgerichtet, eine Weiterverbreitung von MRSA innerhalb des Krankenhauses zu vermeiden.

Verbindliche krankenhauseigene Hygienestandards auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse regeln dazu den Umgang mit diesem multiresistenten Keim im Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung.

Da der MRSA nicht nur in Krankenhäusern vorkommt, sondern sich weit in alle Bereiche des öffentlichen Lebens - nicht nur von Gesundheitseinrichtungen - verlagert hat, ist es auch unser Ziel, durch intensiven Kontakt mit Hausärzten und ambulanten Pflegeeinrichtungen die notwendigen Informationen über den Keimnachweis weiterzugeben, damit die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen nach Entlassung aus dem Krankenhaus fortgeführt werden können.

Projekte

  • MRSA-Netzwerk Region Hannover 

    Die vorbeugende Bekämpfung von MRSA als den derzeit bedeutsamsten multiresistenten Erregern in Deutschland ist das Ziel landesweiter, regionaler MRSA-Netzwerke. Im März 2009 wurde dazu das niedersachsenweit erste regionale MRSA-Netzwerk gegründet. Durch Kooperation und Koordination soll ein Austausch von MRSA zwischen den Einrichtungen des Gesundheitswesens verhindert und die MRSA-Infektionen insgesamt verringert werden. 

    Am MRSA - Netzwerk Region Hannover sind der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover, die Apothekerkammer Niedersachsen, die Ärztekammer Niedersachsen - Bezirksstelle Hannover -, das Clementinenhaus, die Diakonischen Dienste Hannover, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen - Bezirksstelle Hannover -, das Klinikum Region Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover, die Techniker Krankenkasse - Landesvertretung Niedersachsen - und das Vinzenzkrankenhaus beteiligt. 

    Informationen für Patienten und Angehörige der MRSA-Netzwerke in Niedersachsen finden Sie hier Download

  • Weitere Netzwerke in Niedersachsen: 

    • EurSafety Health-net 
    • MRSA-Netzwerk Osnabrück 
    • Hygienenetzwerk Südostniedersachsen

  • Teilnahme an der MRSA-Punktprävalenzstudie 

    Mit dieser Untersuchung, die im Rahmen des MRSA-Netzwerks der Region Hannover unter Federführung der Medizinische Hochschule Hannover im ersten Quartal 2010 durchgeführt wurde, soll die MRSA Belastung in den Kliniken des Netzwerkverbundes (auch der Diakonischen Dienste Hannover) herausgefunden werden. Diese Untersuchung dient zur Orientierung, wie hoch der Anteil von Patienten mit einem MRSA Erregernachweis sich im Untersuchungszeitraum in stationärer Behandlung befunden haben und beschreibt u.a. damit das mögliche Risiko für andere Patienten, durch Keimübertragung MRSA zu erwerben.
 
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