Informationen für Brustkrebs-Patientinnen

Über diese Seite können Sie Informationen abrufen, die Ihnen näher erläutern, welche konkreten Maßnahmen wir Ihnen bei Brustkrebs anbieten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Was muss ich wissen, wenn bei mir Brustkrebs entdeckt wird?

Was benötige ich für den Krankenhausaufenthalt?

Was passiert im Krankenhaus?

Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?

Was passiert nach der Operation? 

Gibt es nach der Operation weitere Therapien? 

Unsere Tagesklinik 

Wann und wo findet die Nachsorge statt?

Wie erreiche ich die Psychoonkologie?

 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Der Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung kann zum einen durch einen tastbaren Knoten der Brust oder aber im Rahmen der Vorsorge (v.a. im Mammographie-Screening) entstehen. Die Diagnosestellung, also der Ausschluss oder die Bestätigung einer bösartigen Erkrankung der Brust, umfasst mehrere Untersuchungsschritte, die in den Brustsprechstunden des Diakonischen Brustzentrums koordiniert werden. Hier finden Sie alle Experten und Disziplinen, die für eine umfassenden Diagnostik und die ggf. erforderliche Behandlung erforderlich sind. 

Neben dem eigentlichen Brustkrebs gibt es eine Reihe gutartiger Veränderungen in der Brust, die keine Behandlung erfordern. Zudem kennen wir inzwischen verschiedene Krebsvorstufen, die wir möglichst früh erkennen wollen, um eine spätere, fortgeschrittenere Brustkrebserkrankung zu verhindern. Um hier für Sie Klarheit zu schaffen, schließen sich nach der ärztlichen Tastuntersuchung der Brust die Ultraschalluntersuchung mit hochauflösenden Geräten sowie ggf. die Röntgenuntersuchung (Mammographie) an. 

Vielfach liegen bereits Voruntersuchungen (z.B. Mammographie) vor. Es ist sehr hilfreich, wenn uns diese Aufnahmen zur Verfügung stehen. Falls notwendig fertigen wir zusätzliche Röntgenmammographien an. Unsere Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie verfügt über moderne Mammographie-Technik, bei der Sie eine bestmögliche Aussage mit der geringstmöglichen Strahlenbelastung erhalten. Sollte die Mammographie keine endgültige Sicherheit bieten, führen wir zusätzlich eine MR-Mammographie (Kernspintomographie / MRT) durch. Bei dieser kontrastmittelgestützten Spezialuntersuchung können weitere Aussagen über Art und Ausdehnung der Gewebeveränderung gewonnen werden. 

Bleibt nach der bildgebenden Diagnosstik der Verdacht bestehen, ist eine feingewebliche Untersuchung erforderlich. Mit einer ambulant in örtlicher Betäubung durchführbaren Probenentnahme mittels einer Spezialnadel kann definitiv festgestellt werden, ob das entnommene Gewebe gutartig oder bösartig ist und inwieweit eine Operation erforderlich ist. Die Gewebeprobe kann durch eine ultraschallgesteuerte Stanzbiopsie oder eine mammographiegestützte Vakuumbiopsie entnommen werden. In besonderen Situationen kann auch eine Vakuumbiopsie unter MRT-Bedingungen erforderlich sein. Das feingewebliche Untersuchungsergebnis liegt meist nach 24 bis 48 Stunden vor, sodass weitere Therapieschritte zügig eingeleitet werden können. 

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Was muss ich wissen, wenn bei mir Brustkrebs entdeckt wird?

Sie haben ein Recht darauf, ausführlich informiert zu werden. Gerade bei bestätigtem Brustkrebs haben Sie eine Menge von Fragen, für deren Beantwortung Sie und wir uns Zeit nehmen. Die Diagnose Brustkrebs ist für eine Frau ebenso wie für die Angehörigen eine große Belastung. Dennoch: Brustkrebs ist kein Notfall! Uns ist wichtig, dass wir Ihnen alle mit der Behandlung im Zusammenhang stehenden Fragen verständlich machen. Sollten Sie mehr Informationen wünschen, weisen Sie uns bitte auf Ihren Gesprächsbedarf hin! Schreiben Sie Ihre wichtigsten Fragen vorher ruhig auf. Sie können zu allen Gesprächen mit uns Begleitpersonen (Partner, Freundin, Mutter oder Tochter) mitbringen, da vier Ohren mehr verstehen als zwei. Sollten Sie bei einem Gespräch keine weiteren Informationen mehr aufnehmen können, ist es besser, einen zweiten Termin zu vereinbaren. Sollten uns im Gespräch mit Ihnen Fachausdrücke ?herausrutschen?, lassen Sie sich die Begriffe erörtern und fragen Sie nach der Begründung für bestimmte Therapieempfehlungen. Wir werden mit Ihnen auch über mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen der geplanten Therapien sprechen. Es ist immer genügend Zeit, sich alle Vor- und Nachteile einer geplanten Behandlung in Ruhe zu überlegen. Auch wenn Sie mit unserem Team und dem Behandlungsplan einverstanden sind, kann eine Zweitmeinung durch einen anderen Spezialisten sinnvoll sein. Dies kann Ihr niedergelassener Frauenarzt oder auch ein anderer Klinikarzt sein. Eine Zweitmeinung kann Ihre Entscheidung für die bestmögliche Therapie bestärken.

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Was benötige ich für den Krankenhausaufenthalt?

Neben den Dingen Ihres täglichen Bedarfs sollten Sie alle mit der Erkrankung im Zusammenhang stehenden Befunde und Röntgenbilder sowie die Einweisung mitbringen. Sollten Sie mehrere Medikamente einnehmen, ist eine Liste Ihrer Tabletten sehr hilfreich. Antidiabetika (den Blutzucker senkende Medikamente) oder blutverdünnende Medikamente wie Aspirin sollten fünf Tage vor einer geplanten Operation nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt abgesetzt werden. 

Nach den meisten Operationen können unsere Patientinnen rasch wieder selbstständig aufstehen und sich frei bewegen. Sie können ein bis zwei Tage nach der Operation bereits wieder Ihre normale Kleidung tragen. 

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Was passiert im Krankenhaus?

Wenn eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich wird, ist zumeist bereits ein Therapieplan mit Ihnen besprochen und erstellt worden. Am Tag der Aufnahme werden Sie in ausführlichen Gesprächen mit dem Team unseres Brustzentrums über alle wesentlichen Schritte der Operationsvorbereitung informiert. Vor der Operation werden zudem alle noch erforderlichen Untersuchungen (Blutentnahme, EKG, Röntgenaufnahme der Lunge etc.) vorgenommen. 

Nach der Operation werden Sie auf der Station durch Ärztinnen und Ärzte sowie durch fachkundige Pflegekräfte betreut. Visiten und notwendige Wundkontrollen werden selbstverständlich täglich durchgeführt. 

Während des stationären Aufenthaltes stehen Ihnen auch andere Fachkräfte zur Verfügung:

  • Sozialdienst: Hier erhalten Sie Information und Unterstützung bei der Beantragung und Durchsetzung von Leistungsansprüchen aus der Sozial-, Renten- und Krankenversicherung, Vermittlung von Haushaltshilfen und Rehabilitationsmaßnahmen
  • Psychoonkologische Beratung: Unterstützt und begleitet Sie und Ihre Angehörigen bei der Krankheitsverarbeitung, Krisenbewältigung und psychotherapeutische durch speziell ausgebildete Fachkräfte
  • Physiotherapie: Unsere speziell auf Brusterkrankungen spezialisierten Krankengymnastinnen unterstützen Sie bei der Wiederherstellung der vollständigen Beweglichkeit. 

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Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?

Glücklicherweise kann Brustkrebs in den meisten Fällen brusterhaltend operiert werden! Dennoch verläuft die medizinische Behandlung in jedem einzelnen Fall etwas unterschiedlich. Je individueller wir Brustkrebs behandeln, desto zielgerichteter und nebenwirkungsärmer können wir therapieren. 

So ist die "brusterhaltende Operation" eine sehr variantenreiche Therapie: Sind der Tumor oder die Brustkrebsvorstufe noch so klein, dass wir die Veränderungen nicht tasten können, wird vor der Operation eine kleine Markierungsnadel gelegt, damit die Veränderung während der Operation sicher entfernt werden kann. Ist der Tumor für eine brusterhaltende Therapie zu groß, kann durch eine sogenannte neoadjuvante Chemotherapie der Tumor verkleinert werden. Durch diese Chemotherapie vor einer Operation kann auch bei zunächst größeren Tumoren vielfach mit gleicher Sicherheit noch brusterhaltend operiert werden. Bei der Operation werden der Tumor und das umgebende Gewebe mit einem ausreichenden Sicherheitssaum an gesundem Gewebe entfernt. Die entstandene Lücke kann durch Verschieben des restlichen Drüsengewebes in der Brust aufgefüllt werden. 

In frühen Tumorstadien müssen heute nicht mehr alle Lymphknoten der Achselhöhle entfernt werden. Mit der Entfernung des sogenannten Wächterlymphknotens (Sentinel-Lymphknoten-Biopsie-Verfahren) wird der erste mit dem Tumor in Kontakt stehende Lymphknoten entfernt. Nebenwirkungen wie zum Beispiel der Lymphstau (sog. Lymphödem) oder Bewegungseinschränkungen des betroffenen Armes können damit wirkungsvoll vermieden werden. Durch eine Sofortuntersuchung (Schnellschnitt) wird noch während der Operation festgestellt, ob die Lymphknoten frei oder befallen sind. Nur bei Befall dieses "Wächters" müssen weitere Lymphknoten entnommen werden. 

Bei 25-30% unserer Patientinnen muss aufgrund einer ausgedehnteren Tumorerkrankung die gesamte Brust entfernt werden. Dies führt bei fast allen Frauen zu einer schweren Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und zu einer massiven psychischen Belastung. Für diesen Fall verfügen wir über ein breites Spektrum an wiederherstellenden Operationsverfahren der Brust. 

Je nach Umfang und Art der Nachbehandlung kann die Brust direkt (sogenannte Sofortrekonstuktion) oder zu einem späteren Zeitpunkt (sekundäre Rekonstruktion) wiederhergestellt werden. In seltenen Fällen führen wir Brustrekonstruktionen nur mit Implantaten durch. Ein dauerhaftes und kosmetisch ansprechenderes Ergebnis kann mit körpereigenem Gewebe oder einer Kombination aus beidem erzielt werden. Körpereigenes Gewebe für eine Brustrekonstruktion wird aus dem Rücken (Latissimus-dorsi-Lappenplastik) oder aus der Bauchdecke gewonnen. Gewebe aus der Bauchdecke können wir im Hinblick auf ein optimales kosmetisches Ergebnis in Zusammenarbeit mit unseren plastischen Chirurgen 'frei' transplantieren (sogenannte freie TRAM-Lappen oder DIEP-Lappenplastik). 

Eine Entscheidung für eine Wiederherstellung der Brust setzt zumeist mehrere Beratungsgespräche voraus. Brustrekonstruktionen sind keine 'Schönheitsoperationen' und werden von Ihrer Krankenkasse vollständig bezahlt.

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Was passiert nach der Operation?

Mit einer Reihe von bildgebenden Verfahren wird nach der Operation untersucht, ob die Erkrankung in andere Organe wie Lunge, Leber oder Knochen 'gestreut' hat. Bei problemloser Wundheilung können wir Sie nach den meisten Operationen am 3.-5. Tag danach entlassen. Eine komplexere Operation wie eine Brustrekonstruktion erfordert einen Aufenthalt von 10-14 Tagen. Sollten weitere Therapieschritte erforderlich sein, werden diese in den allermeisten Fällen ambulant durchgeführt.

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Gibt es nach der Operation weitere Therapien?

Jede Patientin bekommt am Ende ihres Krankenhausaufenthaltes einen individuellen Therapieplan über den Ablauf, die Reihenfolge und den Umfang der empfohlenen Behandlung. Folgende Behandlungen können je nach Tumortyp, Tumorgröße und Ergebnis der Ausbreitungsdiagnostik sinnvoll sein:

  • Chemotherapie 

    Abhängig vom biologischen Risikoprofil des Tumors können sich einzelne Tumorzellen im Körper verteilen. Wenn diese nicht behandelt werden, können daraus später Metastasen (Tochtergeschwüre) entstehen. Vor allem wenn wir einen Befall der Lymphknoten in der Achselhöhle feststellen, ist das Risiko für eine weitergehende Streuung erhöht. Auch wenn wir mit den modernsten bildgebenden Verfahren noch keine Absiedlung feststellen, ist in diesen Fällen (Beteiligung der Lymphknoten) meist eine vorbeugende Chemotherapie zur prophylaktischen Behandlung des gesamten Körpers wichtig. Dies nennt man eine 'adjuvante' Therapie, die nach einer vollständigen Tumorentfernung durchgeführt wird. Welche Chemotherapie mit welchen Medikamenten in welchem Zeitabstand zur Anwendung kommt, wird individuell festgelegt und ausführlich mit Ihnen besprochen. Die Chemotherapie kann in unserer Tagesklinik (s.u.) durchgeführt werden und erstreckt sich in den meisten Fällen über einen Zeitraum von circa 6 Monaten. Die Abstände zwischen den einzelnen Therapien betragen 3 Wochen. In der Zeit dazwischen erfolgen engmaschige Kontrollen durch den Hausarzt oder Frauenarzt - selbstverständlich stehen aber auch wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
  • Antihormonelle Therapie 

    Eine antihormonelle Therapie kommt bei einem hormonabhängig wachsenden Tumor zum Einsatz. Ob ein solcher Fall vorliegt, wird durch die Gewebeanalyse bestimmt. Hierfür gibt es unterschiedliche Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Auch hier wird für jede Betroffene individuell festgelegt, welche Medikamente eingenommen werden sollen und ob vor dieser antihormonellen Therapie zunächst eine Chemotherapie sinnvoll ist. Eine solche Therapie wird gegenwärtig für mindestens fünf Jahre durchgeführt.
  • Antikörpertherapie: 

    Bei etwa einem Viertel der Patientinnen mit Brustkrebs ist auf der Oberfläche der Tumorzellen eine bestimmte Bindungsstelle für Wachstumsfaktoren, der Her2neu-Rezeptor, in übermäßig großer Anzahl nachweisbar. Diese Tumoren sind in der Regel aggressiv und können relativ schnell wachsen. Seit einigen Jahren wird ein Medikament mit dem Wirkstoff Trastuzumab (Herceptin®) als Antikörper zur Behandlung dieser aggressiven Form des Brustkrebses eingesetzt. Dieser Antikörper kann in vielen Fällen das Wachstum der Tumorzellen bremsen, zum Stillstand bringen oder die Tumorzellen sogar zerstören. 
  • Strahlentherapie: 

    Eine lokale Bestrahlung der operierten Brust wird nach brusterhaltender Therapie empfohlen. Auf diese Weise kann die Rückfallrate in der Brust deutlich gesenkt werden. In ausgewählten Fällen müssen auch Lymphbahnen oder die Brustwand nach einer Entfernung der Brust bestrahlt werden. 

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Unsere Tagesklinik

Wird eine Chemotherapie empfohlen, kann diese in unserer Tagesklinik ambulant durchgeführt werden: Haben Sie die Medikamente erhalten, können Sie die Klinik im Laufe des Tages verlassen und nach Hause gehen.

Während der ambulanten Therapien stehen Ihnen  freundliche Zimmer mit bequemen Liegestühlen zur Verfügung. Die Tagesklinik zeichnet sich durch eine familiäre Atmosphäre aus. Unsere Pflegekräfte sind für die Bedürfnisse unserer Tumorpatientinnen speziell onkologisch weitergebildet und immer in Ihrer Rufweite.

An jedem Therapietag werden Sie auch die Gelegenheit für ein ärztliches Gespräch über evtl. auftretende Nebenwirkungen haben. Die hauptamtlich betreuende Fachärztin der Tagesklinik ist ebenfalls speziell weitergebildet (med. Tumortherapie, Palliativmedizin, Psychoonkologie), nur für die Tagesklinik zuständig und daher regulär  vor Ort.  Im Laufe der Zeit können somit  alle Ihre Fragen in Ruhe geklärt werden.

Im Rahmen Ihrer Therapieaufenthalte bei uns können Sie auch psychoonkologisch begleitet werden, wenn Sie dies möchten.

Wir können nicht voraussagen, wer welche Nebenwirkungen entwickeln wird, aber wir können garantieren, dass wir immer an Ihrer Seite sind mit all unserem Wissen und unserer Erfahrung. So können wir Sie bestmöglich durch die Therapiezeit begleiten.

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Wann und wo findet die Nachsorge statt?

Die Nachsorge beginnt drei Monate nach Abschluss der Behandlung und wird in den meisten Fällen durch den niedergelassenen Frauenarzt wahrgenommen. Ihr betreuender Arzt wird vom ersten bis zum dritten Jahr nach der Operation alle drei Monate eine Tastuntersuchung durchführen. Diese erfolgt im vierten und fünften Jahr alle sechs Monate, danach jedes Jahr. Bis zum dritten Jahr nach der Operation wird halbjährlich und danach jährlich eine Mammographie der behandelten Brust empfohlen. Auch die gesunde Brust sollte einmal im Jahr geröntgt werden. 

Für die Patientinnen stehen natürlich auch in der Zeit der Nachsorge alle Leistungen des Diakonischen Brustzentrums Hannover sowie Selbsthilfegruppen und spezielle Beratungsstellen zur Verfügung. 

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