Chirurg mit Lupenbrille

Referenzzentrum für Schilddrüsen - und Nebenschilddrüsenchirurgie - was bedeutet das eigentlich?

Überall hört und liest man von Zertifizierungen im medizinischen Bereich, aber was bedeutet das für Sie als Patienten eigentlich? Um diese Frage zu klären wollen wir Ihnen hier einen kleinen Überblick über die Grundvoraussetzungen unserer Zertifizierung zum Referenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie darstellen.

Es gibt 3 verschiedene Stufen der Zertifizierung der chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für endokrine Chirurgie, kurz CAEK der deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Visceralchirurgie (DGAV):

  • Kompetenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie (K-SD/NSD),sind darüberhinausgehende Vorraussetzungen erfüllt, gibt es das
  • Referenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie (R-SD/ NSD),und bei einem erweiterten operativen Spektrum, insbesondere der Nebennieren
  • Referenzzentrum für endokrine Chirurgie

Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Zertifizierung sind:

1. Strukturelle/ Organisatorische Vorraussetzungen

  • regelmäßige, mindestens wöchentliche fachärztliche Sprechstunden
  • Vorhandensein und Verwendung von bildgebender Diagnostik im Hause (insbesondere Sonographie)
  • Vorhandensein und Verwendung des intraoperativen Neuromonitoring
  • routinemäßig stattfindende, postoperative HNO-ärztliche Untersuchung
  • Kooperation mit Kliniken für Innere Medizin/Endokrinologie, Nuklearmedizin, HNO, Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie, Labormedizin und Pathologie

Ein Referenzzentrum muss zusätzlich bieten:

  • intraoperative Parathormonbestimmung
  • intraoperative Sonographiemöglichkeit
  • minimalinvasive OP-Verfahren (Nebenniere)

2. Mindestmengen der operativen Eingriffe

Zudem müssen sogenannte Mindestmengen erfüllt sein, d.h. jährlich müssen mindestens folgende Eingriffszahlen erreicht werden:

3. Qualitätssicherung

Über eine Komplikationsstatistik wird hier die Qualität mittels sogenannter Qualitätsindikatoren gewährleistet. Solche Indikatoren sind die Raten der vorübergehenden oder dauerhaften Stimmbandlähmung, die revisionspflichtige Nachblutung und die Krankenhausverweildauer.

Die Referenzwerte der genannten Indikatoren sind für die

  • Stimmbandlähmung bei Klinikentlassung:
    <10%
  • Der prozentuale Anteil der dauerhaften Stimmbandlähmung nach 6–12 Monaten bei den Patienten, die bei Klinikentlassung eine Stimmbandlähmung hatten:
    <50%
  • Der Anteil der revisionspflichtigen Nachblutungen:
    <2%
  • Die durchschnittliche Krankenhausverweildauer:
    < 4 Tagen.

4. Fortbildung

Als teilnehmender Chirurg muss man jährlich an fachspezifischen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen.

Zudem ist ein Referenzzentrum auch dazu verpflichtet Fortbildungsveranstaltungen für Dritte auszurichten – wie wir z. Bsp. mit unseren Hannoveraner Herbstsymposien zu endokrinen Chirurgie.

5. Zertifizierungszeitraum

Eine solche Zertifizierung ist meistens für 2 Jahre gültig und wird dann unter Vorlage sämtlicher o. g. erforderlicher Daten im Rahmen einer Rezertifizierung erneut geprüft.

Das heißt sämtliche o. g. Qualitätsmerkmale werden fortwährend abgefragt und nur eine kontinuierliche Einhaltung aller Kriterien ermöglicht die dauerhafte Position als zertifiziertes Zentrum.

Fazit:

Mit der Schaffung sogenannter zertifizierter Behandlungszentren wird ein qualitativ hochwertiger Versorgungsstandard auf dem neuesten Stand medizinischer Forschung und Technik gewährleistet.

Für Sie soll somit die größtmögliche Patientensicherheit und –zufriedenheit durch die umfangreiche Expertise auf dem jeweiligen Fachgebiet geschaffen werden.

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