Am 30. September kamen Vertreter*innen der bundesweiten Contergan-Kompetenzzentren sowie der Conterganstiftung zum Gesamttreffen im Annastift zusammen. Gastgeber war in diesem Jahr das MZEB von DIAKOVERE. Das Medizinische Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) im Annastift unter der Leitung von Prof. h.c. Dr. med. Stephan Martin ist eines von bundesweit zehn Kompetenzzentren für die medizinische Versorgung von Menschen mit Conterganschädigung. Alle zwei Jahre kommen die Kompetenzzentren zu einem gemeinsamen Treffen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, neue Erkenntnisse zu teilen und voneinander zu lernen.
In diesem Jahr fand das Treffen im Festsaal des Annastifts statt. Neben Mitarbeitenden der verschiedenen Kompetenzzentren waren Vertreter*innen der Conterganstiftung sowie Mitglieder von Stiftungsrat und Stiftungsvorstand zu Gast. Auch die Anna-von-Borries-Stiftung war bei dem Treffen vertreten. Sie unterstützt die Arbeit des MZEB im Annastift bereits seit vielen Jahren.
Annastift mit besonderer Bedeutung für Menschen mit Conterganschädigung
Zum Auftakt begrüßte Prof. h.c. Dr. med. Stephan Martin als Leiter des MZEB Hannover die Teilnehmer*innen. Anschließend richtete Prof. Dr. Thomas Moesta, Medizinischer Geschäftsführer von DIAKOVERE, ein Grußwort an die Gäste. Auch Dieter Hackler, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Conterganstiftung, begrüßte die Teilnehmer*innen. Prof. Dr. Thomas Moesta hob in seinem Grußwort die besondere Bedeutung des Annastifts für viele Menschen mit Conterganschädigung hervor. Ihre Lebensgeschichten seien vielfach eng mit diesem Ort verbunden – von früheren Behandlungen über Schule und Berufsbildung bis hin zur heutigen medizinischen Begleitung. Diese Geschichte verpflichte DIAKOVERE dazu, die Angebote an den sich verändernden Bedürfnissen der Betroffenen weiterzuentwickeln. Entscheidend sei dabei eine Versorgung, die nicht nur einzelne Behandlungssituationen in den Blick nehme, sondern Selbstbestimmung, Teilhabe und eine verlässliche Begleitung über längere Zeit mitdenke.
Im weiteren Verlauf stand das Lernen voneinander im Mittelpunkt. Die Teilnehmer*innen berichteten aus ihren Zentren, diskutierten unterschiedliche Behandlungsmethoden und teilten Erkenntnisse aus therapeutischen Verfahren. Thematisch reichte das Spektrum unter anderem von Neuraltherapie und dem Einsatz von plättchenreichem Plasma über Arthrose, interdisziplinäre Hilfsmittelversorgung und behinderungssensible Psychotherapie bis hin zu Rehabilitation und konkreten Behandlungskonzepten.
Fachlicher Austausch für eine Versorgung, die mit den Bedürfnissen wächst
Auch praktische Fragen aus dem Versorgungsalltag spielten eine Rolle. Dazu gehörte unter anderem der Austausch über Rehabilitationsmaßnahmen und über die Voraussetzungen für deren Zu- oder Absage. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie die Kompetenzzentren ihre Angebote künftig noch stärker an den medizinischen Bedarfen von Menschen mit Conterganschädigung ausrichten können – insbesondere vor dem Hintergrund altersassoziierter Veränderungen.
Neben den fachlichen Beiträgen war die persönliche Vernetzung ein wichtiger Bestandteil des Treffens. Die Pausen und Gesprächsrunden boten Raum, Kontakte zu vertiefen, Erfahrungen aus unterschiedlichen Einrichtungen zusammenzubringen und neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen.
Am Ende des Treffens herrschte eine durchweg positive Grundstimmung. Die Beteiligten zogen das Fazit eines intensiven und ertragreichen Tages. Nach dem offiziellen Programm bestand zudem die Möglichkeit, das MZEB Hannover und Räumlichkeiten auf einer Station im Annastift kennenzulernen. Das Gesamttreffen machte deutlich, wie wichtig der regelmäßige Austausch zwischen den Kompetenzzentren ist: um voneinander zu lernen, Erfahrungen zu bündeln und die Versorgung von Menschen mit Conterganschädigung gemeinsam weiterzuentwickeln.
