Ein Ort zum Aufatmen

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Raum der Stille im Mutter-Kind-Zentrum HENRIKE eröffnet

Freuden über die Geburt eines Kindes, Hoffnung auf Heilung, aber auch Sorge, Ungewissheit und Abschied liegen in einem Mutter-Kind-Zentrum manchmal dicht beieinander. In der HENRIKE gibt es deshalb nun einen geschützten Ort, in den sich Patient*innen, Angehörige und Mitarbeitende zurückziehen können: Am Dienstag wurde dort der neue Raum der Stille eröffnet und offiziell in Dienst genommen. Finanziert wurde er durch die Klosterkammer Hannover. Der Raum steht allen Menschen offen – unabhängig von ihrer Herkunft, Sprache, Kultur, Religion oder Weltanschauung. Er richtet sich an Menschen, die glauben, zweifeln, hoffen oder suchen, ebenso wie an diejenigen, die einfach für einen Augenblick Ruhe benötigen.

„In unserem Mutter-Kind-Zentrum erleben Menschen ganz unterschiedliche und oft sehr intensive Situationen: Freude und Neubeginn, aber auch Sorge, Angst und Abschied“, sagte Stefan David, Vorsitzender der Geschäftsführung von DIAKOVERE, bei der Eröffnung. „Der Raum der Stille gibt all diesen Erfahrungen einen geschützten Platz. Hier muss niemand funktionieren oder etwas erklären. Hier darf ein Mensch einfach sein.“ David dankte insbesondere der Klosterkammer Hannover, die die Einrichtung des Raums finanziert hat. Die Klosterkammer hatte den Raum der Stille mit etwa 45.000 Euro und das Mutter-Kind-Zentrum HENRIKE mit ca. 150.000 Euro unterstützt, zum Beispiel für Babybetten und Wickeltische. Weitere 150.000 Euro hatte der Partner im Projekt HENRIKE, das Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT für eine familienfreundliche Ausstattung der Familienzimmer in der Neugeborenen-Intensivstation erhalten.

Ein weiterer Dank galt der DIAKOVERE-Schwesternschaft, die den zentralen Holzbaum des Raums gestiftet hat, sowie den Beschäftigten der DIAKOVERE TagWerke, die den Baum angefertigt haben.

Klosterkammer-Präsidentin Dr. Thela Wernstedt nahm an der Eröffnung teil und richtete ein Grußwort an die Gäste. „In einer Klinik geht es um mehr als medizinische und pflegerische Versorgung. Es braucht auch Räume für das ganze Leben: für die Freude über einen neuen Anfang ebenso wie für Trauer, Stille und Abschied“, sagte sie.

Der aus Holz gefertigte Baum prägt den Raum und steht symbolisch für das menschliche Leben: Seine Wurzeln geben Halt, der Stamm trägt, die Äste weisen in unterschiedliche Richtungen und die Blätter nehmen Licht auf. Zugleich verbindet das Kunstwerk verschiedene Bereiche von DIAKOVERE miteinander – die Ideen und das Engagement der Schwesternschaft ebenso wie die Fähigkeiten, die Kreativität und die Arbeit der Menschen in den TagWerken.
Besucher*innen können vorgefertigte Blätter am Baum befestigen und darauf festhalten, was sie bewegt: eine Bitte, eine Sorge, einen Dank, eine Freude, einen Namen oder auch nur ein kleines Zeichen. Zur Eröffnung brachten die Mitwirkenden und die anwesenden Gäste die ersten Blätter an.

„Der Raum gehört niemandem allein“, betonte Anke Johanne Scholl, DIAKOVERE-Bereichsleiterin für Theologie, Ethik und diakonische Profilbildung, bei der Indienstnahme. „Menschen dürfen hier ihre eigenen Wurzeln haben und trotzdem unter demselben Baum zusammenkommen. Für Christinnen und Christen können die Worte auf den Blättern ein Gebet sein. Für Menschen anderer Religionen können sie eine Bitte, eine Meditation oder ein Zeichen des Vertrauens sein. Und für Menschen, die anders oder gar nicht glauben, ist dieser Raum ein Ort der Stille, des Nachdenkens und der persönlichen Sammlung.“

Die Offenheit des Raums entspricht zugleich dem diakonischen Verständnis von DIAKOVERE. „Jeder Mensch besitzt Würde, noch bevor er etwas leisten kann“, sagte Prof. Dr. Ahmed Madisch, Ärztlicher Direktor der DIAKOVERE Krankenhaus gGmbH. „Nicht weil ein Mensch gesund, stark oder erfolgreich ist, sondern weil er Mensch ist.“
An der Andacht und der symbolischen Indienstnahme des Raums wirkten neben Anke Johanne Scholl und Prof. Dr. Ahmed Madisch auch Prof. Dr. Ralf Schild sowie Stefanie Schöps für die DIAKOVERE-Schwesternschaft mit.

„Wir wünschen uns, dass Patientinnen und Patienten, Familien und Mitarbeitende hier für einen Augenblick aufatmen und neue Kraft finden können“, sagte David zum Abschluss. „Unser Dank gilt allen, die diesen besonderen Ort ermöglicht, gestaltet und mit Leben gefüllt haben. Der Raum der Stille soll ein Ort des Lebens, der Hoffnung und des Segens sein.“