Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie

 im DIAKOVERE Annastift in Hannover-Kleefeld

Die Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie im Annastift stellt sich vor

Seit Mai 2021 bieten wir im DIAKOVERE Annastift in Hannover-Kleefeld die stationäre Behandlung chronischer Schmerzerkrankungen in einem multimodalen und integrativen Umfeld an. Unser Behandlungsschwerpunkt liegt dabei auf der Therapie chronischer oder chronisch wiederkehrenden Schmerzerkrankungen des Bewegungsapparates.

Was ist chronischer Schmerz?

Unter chronischen Schmerzerkrankungen versteht man im Allgemeinen Schmerzen, die über mehr als 3-6 Monate anhalten. Chronische Schmerzen unterscheiden sich dabei nicht nur in ihrer Zeitspanne von Akutschmerzen. Während der Akutschmerz eine lebenswichtige Signalwirkung hat, die uns hilft uns aus Gefahrensituationen zu entfernen, hat der chronische Schmerz seine Signalwirkung verloren. Er entwickelt sich zu einem eigenständigen Krankheitsbild. Folgende Punkte können auf eine fortschreitende Schmerzchronifizierung hinweisen:

  • Veränderungen des Sozial- und Arbeitslebens
  • deutlichen Veränderung der Stimmungslage
  • länger als 8 Wochen anhaltende erfolglose Behandlung der Schmerzen
  • Unwirksamkeit von Medikamenten
  • Ausbreitung der Schmerzen in andere Körperregionen

Der chronische Schmerz nimmt so Einfluss auf alle Lebensbereiche. Oft wird chronischen Schmerzpatient*innen geraten sich zu schonen und körperliche Aktivität nur mit großer Vorsicht auszuführen. Viele verlieren darüber gewissermaßen die Fähigkeit, die Intensität der Belastung einzuschätzen, die Ihnen gut tut. Durch die Vermeidung von körperlicher Aktivität kommt es aber nicht etwa zu einer Schmerzlinderung, sondern vielmehr zu einer langfristigen Zunahme der Schmerzen und Begünstigung der Schmerzchronifizierung.

Zielsetzung der Interdisziplinären Multimodalen Schmerztherapie (IMST)

In der IMST geht es daher darum, Ihre Wahrnehmung dafür zu schärfen, was Ihnen wirklich und langfristig gut tut. Unser Ziel ist es mit Ihnen zusammen den Teufelskreis der Schmerzchronifizierung zu durchbrechen und Ihnen trotz der Schmerzen wieder mehr Aktivität und Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben zu ermöglichen.

Im Vordergrund steht dabei die richtige Art und Dosis der Belastung für Sie persönlich zu finden und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktivität und Entspannung zu erreichen. Hierbei kommt auch der Vermittlung von Entspannungs- und Achtsamkeitsbasierten Verfahren eine große Bedeutung zu, denn auch Entspannung muss meist erlernt werden.

Ein weiterer wichtiger Baustein der IMST ist die psychosomatische Behandlung, da chronische Schmerzen zum einen selbst psychischen Stress und depressive Stimmungslagen hervorrufen, zum anderen können aber auch psychische Faktoren den Schmerz aufrecht erhalten und verstärken. Durch psychosomatische Einzel- und Gruppentherapie, sowie das Schmerzbewältigungstraining  können diese Effekte vermindert oder sogar aufgehoben werden.

Auch Medikamente und Spritzen können auf dem Weg zu einem guten Umgang mit dem Schmerz helfen, sie sind aber oftmals in ihrer Wirkung nicht ausreichend und können eher als Brücke zur körperlich übenden Therapie gesehen werden, da sie diese oft erst möglich machen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor Ihrer Therapie ist Ihre aktive Mitarbeit. Durch die Entwicklung eigener Strategien im Umgang mit Ihrem Schmerz und das Erlernen eines achtsamen Umgangs mit sich selbst können Sie den Einfluss, den der Schmerz auf Ihr Leben nimmt, Schritt für Schritt reduzieren und so mehr Raum schaffen für Freude und Erfüllung im Sozial- und Berufsleben.

Warum darf der Schmerz nie das letzte Wort haben?

Im Gespräch mit Dr. med. Friederike Schulz, Leitung Interdisziplinäre multimodale Schmerzmedizin im DIAKOVERE Annastift

 
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