Schluckzentrum
Diagnostik und Therapie bei Schluckstörungen (Dysphagie)
Willkommen im Schluckzentrum der Klinik für Gastroenterologie am DIAKOVERE Henriettenstift. Wenn das Schlucken Beschwerden macht, wenn Essen stecken bleibt oder das Essen zur täglichen Anstrengung wird, steckt dahinter fast immer eine gut behandelbare Ursache. Entscheidend ist, sie genau zu benennen. Dafür halten wir die komplette Funktionsdiagnostik der Speiseröhre unter einem Dach vor – von der Magenspiegelung über die Druckmessung bis zur Säuremessung – und leiten daraus eine auf Sie zugeschnittene Behandlung ab.
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Ihre Ansprechpartnerin
Leitung Schluckzentrum · Ösophagusfunktionsdiagnostik
Dr. med. Maren Schwämmle
Schluckstörung – was ist das?
Als Dysphagie bezeichnet man jede Störung des Schluckvorgangs. Sie kann sich sehr unterschiedlich äußern:
- Das Gefühl, dass Essen oder Getränke „nicht richtig runtergehen“ oder stecken bleiben
- Schmerzen beim Schlucken (Odynophagie)
- Häufiges Verschlucken, Husten oder Räuspern beim Essen und Trinken
- Hochwürgen von Speiseresten, vor allem im Liegen
- Druck oder Brennen hinter dem Brustbein
- Vermeidung bestimmter Speisen, langsames Essen, ungewollter Gewichtsverlust
Viele Betroffene stellen ihre Ernährung über Jahre unbemerkt um, bevor sie ärztliche Hilfe suchen. Eine Schluckstörung ist jedoch kein normaler Teil des Älterwerdens – sie gehört abgeklärt.
Alarmsymptome – bitte zeitnah abklären lassen
- Eine rasch zunehmende Schluckstörung, insbesondere von fester zu flüssiger Nahrung
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Bluterbrechen oder schwarzer Stuhl
- Blutarmut (Anämie)
- Wiederholtes Erbrechen
- Bei diesen Beschwerden erhalten Sie bei uns einen kurzfristigen Termin. Im Notfall wenden Sie sich bitte an unsere Notaufnahme.
Mögliche Ursachen
Schluckstörungen haben sehr verschiedene Ursachen. Grob unterscheiden wir:
Strukturelle Ursachen – etwas engt die Speiseröhre ein
- Narbige Engstellen (Stenosen), häufig als Folge einer langjährigen Refluxkrankheit
- Eosinophile Ösophagitis – eine allergisch bedingte Entzündung der Speiseröhre, oft bei jüngeren Menschen
- Schatzki-Ring und andere Ringbildungen
- Zenkerdivertikel – eine Aussackung am Übergang von Rachen zu Speiseröhre
- Gut- und bösartige Tumoren
Funktionelle Ursachen – die Muskulatur arbeitet nicht richtig
- Achalasie – der Schließmuskel öffnet sich nicht ausreichend
- Distaler Ösophagusspasmus und Jackhammer-Ösophagus – krampfartige Kontraktionen
- Ineffektive Motilität – zu schwacher Transport
Weitere Ursachen
- Refluxkrankheit
- Erkrankungen von Rachen und Kehlkopf sowie neurologische Erkrankungen – diese klären wir gemeinsam mit HNO, Neurologie und Logopädie ab
- Nebenwirkungen von Medikamenten
Unsere Diagnostik
Am Anfang steht immer das ausführliche Gespräch. Wir erfassen Ihre Beschwerden strukturiert – bei Bedarf mit standardisierten Fragebögen – und legen anschließend gemeinsam fest, welche Untersuchungen sinnvoll sind. Nicht jede Patientin und jeder Patient braucht alle Verfahren.
Die Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm steht meist am Anfang. Sie zeigt Entzündungen, Engstellen, Divertikel und Tumoren und erlaubt es, in derselben Sitzung Gewebeproben zu entnehmen – zum Beispiel zum Nachweis einer eosinophilen Ösophagitis. Häufig lässt sich eine Engstelle direkt im Rahmen der Untersuchung dehnen.
- Dauer: in der Regel wenige Minuten
- Vorbereitung: Sie kommen nüchtern
- Auf Wunsch: in einem kurzen Schlaf (Sedierung) oder mit Rachenspray
Die Manometrie ist das entscheidende Verfahren, wenn der Verdacht auf eine Funktionsstörung der Speiseröhrenmuskulatur besteht. Sie misst, wie kräftig und wie koordiniert die Speiseröhre arbeitet und ob sich der Schließmuskel zum Magen hin richtig öffnet. Nur so lassen sich Krankheitsbilder wie die Achalasie sicher diagnostizieren und in ihre Typen einteilen – die Grundlage für die richtige Therapie.
- Ablauf: über die Nase wird eine sehr dünne, biegsame Sonde eingeführt. Sie schlucken dann in Ruhe mehrfach kleine Mengen Wasser, während die Drücke aufgezeichnet werden.
- Dauer: etwa 20 bis 30 Minuten
- Sedierung: nicht erforderlich – Sie müssen für die Messung wach sein und aktiv mitschlucken
- Vorbereitung: nüchtern; bestimmte Medikamente müssen vorher pausiert werden. Wir sagen Ihnen rechtzeitig Bescheid, welche das sind.
Mit der pH-Metrie messen wir über einen ganzen Tag, wie oft und wie lange Magensäure in die Speiseröhre zurückläuft. Die ergänzende Impedanzmessung erfasst zusätzlich nicht-saure Rückflüsse. So lässt sich objektiv klären, ob Reflux tatsächlich die Ursache Ihrer Beschwerden ist – und ob eine Behandlung ausreichend wirkt.
- Ablauf: eine dünne Sonde wird über die Nase gelegt und mit einem kleinen Aufzeichnungsgerät verbunden, das Sie am Gürtel tragen. Sie gehen damit Ihrem gewohnten Tagesablauf nach.
- Protokoll: Sie notieren Mahlzeiten, Liegezeiten und Beschwerden – das macht die Messwerte erst richtig aussagekräftig.
- Dauer: 24 Stunden, danach wird die Sonde in wenigen Sekunden entfernt
- Wichtig: ob Säureblocker vorher abgesetzt werden müssen, hängt von der Fragestellung ab. Bitte setzen Sie Medikamente nie eigenmächtig ab – wir besprechen das im Vorgespräch.
- Endosonographie zur Beurteilung der Wandschichten und der Nachbarorgane
- Röntgen-Breischluck zur Darstellung von Weite und Entleerung der Speiseröhre
- Schnittbildgebung in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Radiologie
- Logopädische Schluckdiagnostik bei Störungen im Bereich von Mund und Rachen
Unsere Therapie
Aus der Diagnose ergibt sich die Behandlung. Wir halten dafür das gesamte gastroenterologische Spektrum vor:
Medikamentöse Behandlung
- Säureblocker bei refluxbedingten Beschwerden – gezielt eingesetzt und im Verlauf überprüft
- Topische Steroide und Ernährungstherapie bei eosinophiler Ösophagitis
Endoskopische Verfahren
- Dehnung von Engstellen mit Ballon oder Bougie
- Einsetzen von Stents bei nicht anders behandelbaren Engstellen
- Botulinumtoxin-Injektion bei krampfartigen Störungen
- POEM – perorale endoskopische Myotomie bei Achalasie und spastischen Störungen
- Endoskopische Myotomie beim Zenkerdivertikel
- Abtragung gutartiger und oberflächlicher bösartiger Veränderungen (EMR, ESD, Vollwandresektion)
Weitere Bausteine
- Ernährungsberatung und Anpassung der Kostform
- Logopädische Therapie
- Anlage von Ernährungssonden (PEG, JET-PEG, PEJ), wenn eine ausreichende Ernährung anders nicht möglich ist
- Operative Verfahren in Kooperation mit der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, etwa die Heller-Myotomie oder eine Fundoplikatio
Warum Schluckzentrum?
- Die gesamte Funktionsdiagnostik der Speiseröhre an einem Ort – Sie müssen für Manometrie und pH-Metrie nicht in andere Häuser
- Diagnostik und Therapie aus einer Hand: Wer die Untersuchung durchführt, behandelt Sie auch weiter
- Behandlung nach aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Viszeralchirurgie, HNO, Neurologie, Logopädie, Ernährungsberatung und Radiologie
- Kurzfristige Termine bei Alarmsymptomen
- Endoskopie rund um die Uhr, ganzjährig, mit oberärztlicher Besetzung
- Enger Kontakt zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt
Kontakt und Sprechstunde
Für eine Terminvereinbarung melden Sie sich bitte telefonisch oder per E-Mail in unserem Sekretariat. Bringen Sie zum Termin bitte Vorbefunde, eine aktuelle Medikamentenliste und – falls vorhanden – Ihren Allergieausweis mit.
- Ansprechpartnerin Dr. med. Maren Schwämmle
- Sekretariat Tel. 0511 289-3408
- Fax 0511 289-3001
- E-Mail gastro.dkh@diakovere.de
- Online Terminvereinbarung über das DIAKOVERE Patientenportal
Einweisung, Überweisung oder Notfall?
- Mit einer Überweisung erfolgt in der Regel eine ambulante Untersuchung.
- Mit einer Einweisung wird eine stationäre Behandlung geplant.
- Im Notfall wenden Sie sich bitte an unsere Notaufnahme (Tel. 0511 289-2345).
Für zuweisende Ärztinnen und Ärzte
Wir übernehmen die komplette Ösophagusfunktionsdiagnostik – auch als alleinige Fragestellung ohne weitere Mitbehandlung. Befundübermittlung erfolgt zeitnah; für Rückfragen zur Indikation stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Kontakt über das Sekretariat (gastro.dkh@diakovere.de; Tel. 0511 289-3408).
Hier finden Sie uns:
Klinik für Gastroenterologie
DIAKOVERE Henriettenstift
Marienstraße 72-90
30171 Hannover