Suchmaschine für Blutgefäße

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Ein Farb-Doppler-Ultraschallgerät hilft, Schlagadern und Venen exakt zu lokalisieren.

„Suchet, so werdet ihr finden“, so heißt es schon in der Bibel. Um das Finden geht es auch , wenn in der Klinik der Plastischen, Hand- und Mikrochirurgie von Privatdozent Dr. Jürgen Kopp eine Lappenplastik vorbereitet wird – eine, oft auch großflächige, Gewebeblocktransplantation. Wenn Patienten, beispielsweise nach einem Autounfall am Arm eine Gewebequetschung erlitten haben, wird eine solche Transplantation notwendig. Dr. Kopp und sein Team nehmen in solchen Fällen aus dem Oberschenkel einen großen Hautlappen, den sie auf den Arm transplantieren, um einen ausgedehnten Weichteildefekt zu beheben.

„Bei Transplantationen ist für uns von besonderer Bedeutung, dass wir in der Spender- und in der Empfängerregion des Lappens die bestmöglichen Anschlussgefäße ausmachen können. Nur so ist es möglich, die richtige Position zu finden und damit auch die Erfolgsaussichten für diese aufwändige Operation wesentlich zu erhöhen“, erklärt Dr. Kopp. Er und sein Team stehen bei diesen Operationen mindestens sechs Stunden am OP-Tisch. Höchste Konzentration und Präzision wird den Ärzten bei dieser filigranen Aufgabe abverlangt. „Je besser wir uns vorbereiten können, desto optimaler wird das Ergebnis“, sagt der Chefarzt.

Mit einem Spezialultraschallgerät, dem sogenannten Farb-Doppler, könnten die Empfänger- und die Spenderregion auf die Verteilung von Schlagadern und Venen untersucht werden. Diese würden in rot bzw. in blau dargestellt. Das erleichtert später die Wahl der Anschlussgefäße enorm. Somit kann der Lappen exakter transplantiert und sein Überleben gesichert werden. Die Einheilungschancen werden um ein Vielfaches erhöht. „So ein Spezialgerät ist eine echte Suchmaschine. Das war unser großer Wunsch und ist eine echte Hilfe für das Team – und natürlich für unsere Patienten“, so Dr. Kopp. „Wir sind sehr dankbar, dass der Freundeskreis des Friederikenstifts uns die Anschaffung ermöglicht hat.“

Der Freundeskreis des Friederikenstifts und seiner Schwesternschaft e. V. hat die Anschaffung des Farb-Doppler-Ultraschallgerätes für 25.000 Euro aus Spenden finanziert. Viele Patienten können nun davon profitieren: Bei Gewebeverletzungen nach Unfällen, bei Bissverletzungen oder Verbrennungen. Lappenplastiken werden aber auch häufig bei Krebspatienten durchgeführt, z. B. bei der Brustrekonstruktion, nach Entfernung eines Hirn- oder Hauttumors.

Der Freundeskreis des Friederikenstifts und seiner Schwesternschaft e. V. sammelt seit bald 20 Jahren Spenden und veranstaltet Konzerte. Seine Arbeit dient dem Wohl der Patientinnen und Patienten.

 
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