Die Koxarthrose

Die Koxarthrose (Hüftgelenksarthrose) ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenks, wobei der Knorpel von Hüftkopf und/oder Hüftpfanne großflächig abgenutzt ist. Neben dem Verlust des Gelenkknorpels können Knochenveränderungen und entzündliche Reaktionen der Gelenkschleimhaut auftreten. Es wird unterschieden zwischen einer primären und einer sekundären Koxarthrose.

Die primäre Koxarthrose resultiert aus der Abnutzung des Knorpels, während bei der sekundären Koxarthrose (Vor-)Erkrankungen, Verletzungen oder Fehlstellungen zu Grunde liegen (z.B. Hüftkopfnekrose, Morbus Perthes, Hüftdysplasie, Femoro-acetabuläres Impingement). Zur Diagnosestellung sind neben der klinischen Untersuchung, Röntgenbilder notwendig. Der künstliche Gelenkersatz (Hüfttotalendoprothese) stellt die Standardtherapie dar. Bei mäßiger Koxarthrose mit Fehlstellungen oder Erkrankungen wie Femoro-azetabulärem Impingement kann eine gelenkerhaltende Operation möglicherweise den Zeitraum bis zur Implantation einer Hüfttotalendoprothese hinauszögern. Das entsprechende Vorgehen muss aber immer Patienten-individuell besprochen werden.

Röntgenaufnahmen eines Beckens mit Koxarthrose
Abb. 2: Schwere hohe Hüftluxation beidseits, Abb. 3: Versorgung der sekundären Koxarthrose bei schwerer hoher Hüftluxation rechts mit Implantation eines individuell angefertigten Schaftes sowie Verkürzungsosteotomie, Abb. 4: Gleiches Vorgehen im Verlauf auf der Gegenseite

Bestehen deutliche Deformitäten (z.B. bei Hüftdysplasie, hoher Hüftluxation (Abb. 2, 3 und 4), posttraumatischen Fehlstellungen (Abb. 5 und 6) oder bereits durchgeführten Korrekturosteotomien) zusätzlich zum Verschleiß muss ggf. über individuell angefertigte Implantate für den jeweiligen Patienten nachgedacht werden.

Abb. 5 und 6: CAM-Impingment rechtsseitig nach Schenkelhalsfraktur und M. Perthes in der Kindheit (Beckenübersicht (Abb. 5) und axiale Aufnahme (Abb. 6)

Es ist entscheidend, bei der Indikationsstellung diese komplexe Situation zu erfassen und sich zu überlegen, ob ein herkömmliches Implantat angewendet werden kann. Im Falle von einer individuellen Anfertigung eines Implantates ist im Vorfeld eine Computertomographie nach speziellen Richtlinien erforderlich. In Rücksprache mit der Firma wird dann ein entsprechendes Implantat angefertigt, welches Beinlänge und weitere anatomische Begebenheiten möglich optimal rekonstruiert und eine optimale Verankerung zu gewährleisten.

Fakten zur Implantation eines künstlichen Hüftgelenks

<b>Operationsdauer:</b> etwa 75 Minuten
<b>Krankenhausaufenthalt:</b> 7–14 Tage
<b>Mobilisation:</b> Im Normalfall schmerzadaptierte Vollbelastung ab dem 1. postoperativen Tag
<b>Anschlussheilbehandlung:</b> Ja

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